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Industriepolitik

Grüne im NRW-Landtag setzen auf Chemie

01.01.2013 | 17:30 Uhr
Annäherung an die Chemieindustrie: „Moderne grüne Industriepolitik denkt nicht mehr in Gegensätzen“, sagte Grünen-Fraktionschef Reiner Priggen zum neuen Kurs.Foto: dapd

Düsseldorf.   Grüne und Chemie – das passt auf einmal doch zusammen. Die Ökopartei macht sich dafür stark, den Chemiestandort Nordrhein-Westfalen zukunftsfest zu machen. Deren Argumente dafür kommen aus einer überraschenden Quelle: ausgerechnet von Klaus Engel, seines Zeichens Chef von Evonik.

Grüne und Chemie – das schien jahrelang so wenig zusammenzupassen wie Feuer und Wasser. Starke Vorbehalte gegen die chemische Industrie gehörten von Beginn an zur Identität der Öko-Partei. Doch jetzt setzen sich ausgerechnet die Grünen im Landtag dafür ein, den Chemiestandort NRW zukunftsfest zu machen. Eine fraktionsübergreifende Enquete-Kommission soll Vorschläge machen, wie die Branche mit 107.000 Arbeitsplätzen an Rhein und Ruhr nachhaltig gesichert werden kann.

„Moderne grüne Industriepolitik denkt nicht mehr in Gegensätzen“, so Fraktionschef Priggen zum neuen Kurs. Dem Erhalt der industriellen Kerne, „die uns besser als viele andere durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gebracht haben“, komme für NRW eine herausragende Bedeutung zu. Dabei beruft sich Priggen auf Evonik-Vorstandschef Klaus Engel. „Was weg ist, ist praktisch für immer weg“, hatte Engel gewarnt, über Generationen aufgebaute industrielle Kernkompetenzen aufs Spiel zu setzen.

Diese Minister regieren NRW - Das...

Mit Hilfe externer Experten wollen die Fraktionen zentrale Themenfelder bearbeiten. „Im Konsens“ soll sich die Kommission vor dem Hintergrund knapper werdender Rohstoffe mit Alternativen zum Öl beschäftigen. Nachwachsende Rohstoffe decken schon heute 13 Prozent des Bedarfs in der Branche. Die Kommission geht aber auch der Frage nach, ob eine „Rückkehr“ zur heimischen Kohle der Chemie für den Übergang helfen kann, unabhängiger von Ölimporten zu werden.

Umweltverträgliche Produktionsverfahren und Werkstoffe, neue Speichertechnologien in der Elektrochemie und die Zukunft der Wasserstofftechnologie stehen auf der Liste, die in zweijähriger Arbeit erledigt werden soll. Für Grünen-Umweltexperte Christian Markert spielt die Chemie als „Innovationsmotor“ in der gesamten Industrie eine Schlüsselrolle.

Theo Schumacher

Kommentare
01.01.2013
20:04
Die Rhetorikkunst der Grünnenhasser sind stark gefordert,
von meigustu | #3

wenn Manager entdecken dass sich mit den guten Ideen der Grünen gutes Geld verdienen lässt. Bevor die die AKWs abschalten reden wir mal lieber alle...
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2 Antworten
"Die guten Ideen der Grünen"
von lospolloshermanos | #3-1

Die Grünen haben zum Umdenken beigetragen. Aber eines ist auch ganz sicher: Die Grünen sind in der Realität angekommen.

Der Anspruch und die Wirklichkeit fangen auch hier an, Spuren zu hinterlassen. Wählerfangen nennt man das. Oder auch nur Opportunismus.

Unkraut, Natur, Technik
von juppko | #3-2

An den Autobahnen im Ruhrgebiet wurden in den letzten Monaten Bäume und Sträucher gerodet.
Schon seltsam, was manche Leute alles als Unkraut bezeichnen.
Nun pflanzen wir dort dann Solarpaneele?

Das Waldsterben wurde früher bejammert, nun forsten wir an von Sturmschäden betroffenen Stellen im Sauerland nicht mehr auf - stattdessen bauen wir Windkraftanlagen.

Ökologie a la Rot-Grün.

Das Gehirn steuert Emotionen; es gibt aber Menschen geben, die damit denken (können).
Den Grünen hat niemand verboten zu denken; vielleicht schaffen sie es bald wieder die entsprechenden Hirnzellen zu aktivieren.
Technik statt (!) Natur ist der falsche Weg.

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Grüne im NRW-Landtag setzen auf Chemie
Grüne im NRW-Landtag setzen auf Chemie
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http://www.derwesten.de/politik/gruene-setzen-auf-chemie-id7433546.html
2013-01-01 17:30
Industriepolitik,NRW,Rohstoffe,Chemie, Landatg, Umwelt, Umweltschutz
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