Grüne Jugend greift Schulministerin Löhrmann wegen Schulkonsens an
24.07.2011 | 18:55 Uhr 2011-07-24T18:55:00+0200
Düsseldorf. Die Nachwuchs-Grünen lesen Schulministerin Löhrmann in einem offenen Brief die Leviten: Der Schulkonsens beende nicht die „soziale Ungleichheit“. Durch die neue Schulform werde das Chaos im System sogar erhöht.
Die grüne Jugend reagiert „mit Entsetzen“ auf den zwischen Rot-Grün und der CDU vereinbarte Schulfrieden. In einem Offenen Brief greift die Nachwuchstruppe von Mitgliedern in Hamm, Hattingen und Bochum die eigene Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) scharf an. „Wir haben die Sorge, dass du das Ziel, eine Schule für alle, aus den Augen verloren hast“, heißt es darin.
Mit „stachlig jung-grünen Grüßen“ erinnert die Jugend ihre Ministerin an den Koalitionsvertrag von 2010. Darin habe Rot-Grün vereinbart, bis 2015 rund 30 Prozent der Schulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln.
„Das Chaos im System wird erhöht“
Mit der neuen Sekundarschule werde die soziale Ungleichheit nicht beseitigt. „Ein weiteres Bestehen von Realschulen und Gymnasien und insbesondere der Hauptschulen darf es nicht geben“, lesen die Jung-Grünen der Ministerin die Leviten. Bestehende Schulformen stünden einem sozial gerechten Bildungssystem „im Weg“.
Die jungen Grünen kritisieren, dass die Sekundarschule über keine eigene gymnasiale Oberstufe verfügt und nur in den Klassen 5 und 6 gemeinsam gelernt werden soll. Zudem werde durch eine neue Schulform das Chaos im System erhöht. Sie empfehlen der eigenen Partei, „eine echte Gemeinschaftsschule mit der Linkspartei durchzusetzen“.
In der NRW-CDU erhält Landeschef Norbert Röttgen Rückendeckung für den Schulfrieden bis zum Jahr 2023. Die Anerkennung integrativer Schulformen trifft aber bei CDU-Bezirkschef Herbert Reul auf Skepsis. Er fürchtet, dass sich die CDU zum „Steigbügelhalter für das ideologische Schulkonzept“ von Rot-Grün degradieren lässt. Auch CDU-Fraktionsvize Armin Laschet hatte vor dem Konsens gemahnt, die CDU dürfe sich nicht zum Billigpreis ihrer Profilierungsthemen entledigen.

13:13
Die Grüne Jugend muss auf den Boden der Realität zurückkommen.
Um was geht es? Die „Beseitigung“ von Schulformen? Das geht nur über eine Verfassungsänderung und die ist mit den Linken nicht möglich.
Wichtig in der Schulstrukturdebatte ist es, Überzeugungsarbeit zu leisten und das hat unsere Landesregierung sehr gut hinbekommen.
Der Schulkonsens in NRW schafft für Eltern, Schulen und Kommunen eine Rechtssicherheit für die nächsten zwölf Jahre. Ob die neue Schulform nun Gemeinschaftsschule oder Sekundarschule heißt, ist nicht entscheidend.
Die AfB begrüßt, dass SPD, Bündnis90/Die Grünen und CDU nun den Weg frei gemacht haben für ein längeres gemeinsames Lernen. Dadurch wird den unterschiedlichen Begabungen unserer Kinder Rechnung getragen.
Alle wesentlichen Rahmenbedingungen einer Gemeinschaftsschule gelten auch für die neue Sekundarschule.
Dafür die Mehrheit zu erhalten, ist ein echter Erfolg unserer Landesregierung.
15:03
Sie empfehlen der eigenen Partei, „eine echte Gemeinschaftsschule mit der Linkspartei durchzusetzen“.
So isses. soziale Gerechtigkeit gibt es halt nur mit den Linken.
14:35
Ich weiss garnicht, woran sich unsere regierenden Landespolitiker orientieren. Eins ist doch wohl unbestritten, wie es auch hier in einem Kommentar deutlich gemacht wird ( Syndikus ), es gibt ein erhebliches Nord- Süd Gefälle, welches im Ergebnis im Süden der Republik bessere Leistungen bringt. Es ist eben nicht alles schlecht, was in BW oder Bayern im Schulsytem vorgelebt wird. Es ist überhaupt ein Unding, dass es in jedem Bundesland andere Schulsyteme gibt.
13:00
Unreife ist grün, Schimmel ist schwarz.
11:49
Die grüne Jugend erinnert an den Koalitionsvertrag?
Darin habe Rot-Grün vereinbart, bis 2015 rund 30 Prozent der Schulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln.
Dann seit die grüne Jugend an das Urteil des Obrverwaltungsgerichtes erinnert, das eben diese Gemeinschaftsschule als rechtswidrg gestoppt hat, da es keine Rechtsgrundlage dafür gibt.
Und das die Minderheitsregierung nicht in der Lage ist, diese notwendige Rechtsgrundlage zu schaffen.
Auch die grüne Jugend wird die Realität akzeptieren müssen - Wunschkonzert gibt´s nur im Radio...
10:14
Müssen bei jedem Artikel über die (Noch-) Landesregierung diese beiden alternden Blondinen mit leerem Blick abgebildet werden?
Die -Qualität- der Politik ist doch bekannt, das muss man nicht noch durch solche Bilder untermauern.
10:12
#18 für die begabten Migrantenkinder deren Schulbildung durch die eigenen Eltern unterlaufen wird, ist Das Gymnasium und schon gar nicht der G8 Turbo eine Lösung. Deshalb muss es Vielfalt geben.
Denken wir aber gar nicht an der Rechten geliebetn Hassthema, sondern praktisch an die, die aus aus Neigung oder Eignung schon in der Schule einen Schwerpunkt setzen wollen. Sei es wissenschaftlich, sprachlich, musisch oder sportlich. Denken wir an die Lehrer die vor dem Zentralabi die wissenschaftlichen Prinzipien an ihrem Lieblingsthema lehren konnten. Deren Begeisterung dann oft der Funken war, der Schüler auch für schwere Fächer empfänglich hat.
Es wäre der grösste Fehler den Harmonisierung im Schulsystem noch weiter voranzutreiben.
Schon heute leiden doch die Unis daran, das die Neuzugänge nur Einheitswissen mitbringen und ein gut trainiertes Kurzzeitgedächnis haben. Bolagna produziert ein normiertes Wissen für Berufsanfänger, doch gerade die Absolventen mit einem Bachelor - Kurzstudium fehlt es doch später an der erforderlichen Flexibilität. An der Eigenmotivation und Fähigkeit Projekte neu zu entwickeln. Das was Deutschland in Handwerk und Wissenschaft stark gemacht hat, nämlich ein fundiertes Basiswissen und Methodenkenntnis, geht doch immer mehr verloren.
09:57
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09:53
Wer sich die traurigen Ergebnisse der letzten großen Bildungsreformen (G8 und Master-/Bachelorabschluß) vor Augen führt, dem kann es vor weiteren bildungspolitischen Experimenten nur grauen. Es ist daher richtig, dass in NRW eine Totalumstellung des Schulsystems vermieden wird. Zu verbessern gibt es an den Schulen in NRW alllerdings vieles im Detail.
Zu hinterfragen ist auch die pauschale Behauptung, dass der Bestand des Gymnasiums der sozialen Gerechtigkeit - was immer das sein mag - entgegenstehe. In Ländern mit starken gymnasialen Strukturen wie Bayern und Baden-Württemberg schneiden insbesondere begabte Migrantenkinder deutlich besser ab als in den norddeutschen Gesamtschulen. Und soziale Gerechtigkeit kann ja wohl kaum dafür stehen, dass die schulischen Anforderungen auf breiter Front gesenkt werden, und die schwächeren Schüler das Lernniveau bestimmen - wie das an vielen Gesamtschulen schon heute der Fall ist. In meinem Bekanntenkreis gibt es jedenfalls nicht einen einzigen Lehrer, der sich ernsthaft für eine Gemeinschaftsschule stark machen würde - das machen letztlich nur rot-grüne Bildungspolitiker und zweifelhafte Bildungswissenschaftler (die ja Ihr Dasein auch irgendwie rechtfertigen müssen)!
09:44
@2 eksom
Wenn man Null Ahnung hat, sollte man sich einen Kommentar sparen. Ausserdem was soll das mit den rotgrünen Knackis. Liebe Redaktion, warum wird solch Blödsinn nicht gelöscht?