Griechischer Vize-Finanzminister legte Geld im Ausland an

Dimitris Mardas, griechischer Vize-Finanzminister, verstrickte sich bei der Erklärung seiner Überweisungen ins Ausland in Widersprüche.
Dimitris Mardas, griechischer Vize-Finanzminister, verstrickte sich bei der Erklärung seiner Überweisungen ins Ausland in Widersprüche.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Dimitris Mardas versucht die Überweisung zu erklären. Das Geld sei für seine studierende Tochter bestimmt, sagte er. Die aber studiert dort gar nicht.

Athen.. 35 Milliarden Euro haben die Griechen in den vergangenen sechs Monaten von ihren Bankkonten abgezogen, aus Angst vor einer Staatspleite und dem Verlust des Euro. Ein Teil des Geldes wird in Truhen, Schließfächern oder anderen Verstecken gebunkert, ein Teil floss ins Ausland. Auch Dimitris Mardas, seit Ende Januar Vize-Finanzminister im Kabinett von Alexis Tsipras, hat Geld ins Ausland überwiesen. Das bringt ihn nun in Erklärungsnot.

Mit dem Dementi begannen die Peinlichkeiten

Es begann damit, dass eine griechische Zeitung berichtete, „ein stellvertretender Minister“ habe im März 80 .000 Euro nach Luxemburg überwiesen. Einen Namen nannte die Zeitung nicht. Dann brachte die „Bild“-Zeitung Mardas mit der Überweisung in Verbindung. Der Vizeminister dementierte – und damit begannen die Peinlichkeiten.

Finanzen Er habe nicht 80. 000 Euro nach Luxemburg überwiesen, sondern „ganz wenig Geld“ nach Brüssel transferiert, um seiner Tochter das Studium im Ausland zu finanzieren, erklärte Mardas. Als Vize-Finanzminister hantiert Mardas mit Millionen und Milliarden. Erst am Mittwoch überwies er 200 Millionen Euro Zinsen an den Internationalen Währungsfonds (IWF), nächste Woche muss er weitere 710 Millionen an den IWF zahlen.

30.000 Euro - das ist "ganz wenig Geld"

Bei solchen Summen verliert man leicht die Maßstäbe. „Ganz wenig Geld“: In seinem Fall sei es um eine Überweisung von „30. 000 oder 40 .000 Euro“ gegangen, so genau wisse er das nicht mehr. Und die Überweisung sei auch nicht im März erfolgt sondern „im Oktober, November oder Dezember“ – auch da hatte Mardas zunächst keine genaue Erinnerung. Jetzt erklärt er, die Überweisung sei „kurz vor dem Februar“ erfolgt.

Viele griechische Eltern lassen ihre Kinder im Ausland studieren. Normalerweise schicken sie jeden Monat Geld. Dass man die Ausgaben für ein zweijähriges Studium auf einen Schlag überweist, wie es Mardas nach eigener Aussage machte, ist ungewöhnlich. Die Geschichte hat noch einen anderen Schönheitsfehler: Wie sich nun herausstellt, hat die junge Frau Mardas das Studium in Belgien gar nicht angetreten – sie bestand das dafür erforderliche Examen nicht. Ob er die „30. 000 bis 40. 000“ Euro nun aus Brüssel zurück nach Athen überweist, hat Mardas noch nicht erklärt.

Der Politiker sieht sich als Opfer einer „Verleumdungskampagne“, will nun seine Konten offenlegen und die „Bild“-Zeitung auf eine Million Euro Schadenersatz verklagen – wie gesagt: Er ist an den Umgang mit größeren Beträgen gewöhnt.