Griechische Neonazis vor Gericht

Athen..  Das Verfahren gilt als „Prozess des Jahrzehnts“: In Piräus wird ab heute gegen 72 führende Mitglieder der griechischen Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“ verhandelt. Die Anklage wirft ihnen Anstiftung zum Mord, Bildung einer kriminellen Vereinigung, Körperverletzung und illegalen Waffenbesitz vor. Unter den Angeklagten sind der 58-jährige Parteichef Nikos Michaloliakos sowie 17 weitere frühere und heutige Parlamentsabgeordnete, deren Partei aus den Wahlen von Ende Januar mit 6,3 Prozent Stimmenanteil als drittstärkste politische Kraft hervorging. Bei einem Schuldspruch drohen den Hauptangeklagten Haftstrafen von bis zu 20 Jahren.

Mit nationalistischen und ausländerfeindlichen Parolen ging die „Goldene Morgenröte“ erfolgreich auf Stimmenfang. Schlägertrupps machten Jagd auf Ausländer, Linke und Schwule. Parteichef Michaloliakos stellte sich mit dem Hitlergruß vor. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch den Mord an einem Musiker aus der linken Szene. Er wurde im September 2013 erstochen.