Griechenland: Juncker bricht Verhandlung ab

Brüssel..  Im griechischen Schuldendrama ist ein letzter Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gescheitert. Es bleibe bei den diskutierten Reformen für Griechenland immer noch ein deutlicher Unterschied zwischen den Plänen der Geldgeber und Athens. Das teilte ein Kommissionssprecher in Brüssel gestern mit. Weitere Verhandlungen müssen jetzt die Euro-Finanzminister führen. Ein Treffen ist für den kommenden Donnerstag in Luxemburg geplant.

Am 30. Juni läuft das schon zwei Mal verlängerte Hilfsprogramm für Griechenland aus. Ohne Einigung droht dem hoch verschuldeten Land der Staatsbankrott. Am 30. Juni muss Athen rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. In Athener Regierungskreisen hieß es, man werde „auf keinen Fall Kürzungen von Renten und Löhnen oder der Erhöhung der Mehrwertsteuer für die Elektrizität“ zustimmen.

Juncker warnte vor verheerenden Folgen eines griechischen Austritts aus der Euro-Währungsunion. „Träte Griechenland aus der Währungsunion aus, wäre die Europäische Union nie mehr dieselbe. Denn es wäre dann der Beweis dafür angetreten worden, dass doch einige Integrationsfortschritte in der EU eben nicht irreversibel sind.“