Griechenland beantragt drittes Hilfspaket

Athen..  Wenige Tage vor der geplanten Volksabstimmung, die über Griechenlands Zukunft in der Eurozone und der Europäischen Union entscheiden könnte, hat die Athener Regierung überraschend beim Euro-Rettungsfonds ESM ein drittes Hilfspaket beantragt. Es solle die Finanzierung des Landes für die kommenden zwei Jahre sichern, hieß es gestern aus der Umgebung von Ministerpräsident Alexis Tsipras. Vorausgegangen waren Telefonate von Tsipras mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Draghi, sowie mit dem Präsidenten der EU-Kommission, Juncker. Die Eurogruppe will am heutigen Mittwoch wieder telefonisch beraten. Zuvor hatte Kanzlerin Merkel erklärt, Deutschland werde vor einem Referendum nicht über den neuen Antrag verhandeln. Später berichteten Medien allerdings, die griechische Regierung könne sich unter bestimmten Bedingungen vorstellen, die für Sonntag geplante Volksabstimmung zurückzunehmen.

EU-Kommissionschef Juncker hatte Athen einen neuen Kompromissvorschlag übermittelt – er scheint aber kaum Verbesserungen zu enthalten. Noch am Montag hatte der griechische Premier Tsipras die Gläubiger heftig attackiert.