Datenschutz
Gremium soll Sperrliste für Kinderporno-Seiten überwachen
28.05.2009 | 09:10 Uhr 2009-05-28T09:10:00+0200
Berlin. Der Gesetzentwurf zur Sperrung von Kinderporno-Seiten stößt bei Datenschutz-Experten und in Teilen der Öffentlichkeit auf Gegenwehr. Nun hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Schaffung eines Gremiums in Aussicht gestellt, das die Sperrlisten überprüfen soll.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat im Rundfunk Berlin-Brandenburg gesagt, ein unabhängiges Gremium solle künftig überwachen, welche Websites auf die Sperrliste des Bundeskriminalamtes gesetzt werden. «Ich kann verstehen, dass man ein Mehraugen-System haben möchte», sagte die Ministerin. Sie rechtfertigte erneut den Gesetzentwurf. Die Zugangssperren seien ein zusätzlich erforderliches Instrument, weil eine Abschaltung der oft im Ausland erstellten Seiten nicht einfach sei.
Stoppschild auf verdächtigen Seiten
Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf sieht vor, dass Websites mit Kinderpornos über die großen Internetanbieter in Deutschland künftig nicht mehr aufgerufen werden können. Die dafür vom Bundeskriminalamt (BKA) zu erstellenden Sperrlisten sollen täglich aktualisiert werden. Wer trotz des erscheinenden Stoppschilds wiederholt versucht, die entsprechenden Seiten aufzurufen, soll dafür belangt werden können.
Bei Fachleuten stößt die Neuregelung zur Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet auf erhebliche Kritik. Bei einer Anhörung des Bundestags-Wirtschaftsausschusses erhoben Experten datenschutzrechtliche Bedenken und stellten die Wirksamkeit der Regelung infrage. Von der Leyen will daher mit dem Gremium ein zusätzliches Kontrollinstrument für die geplanten Sperrlisten einführen.
Datenschutzbedenken
Hauptstreitpunkt unter den Sachverständigen war nach Angaben des Pressedienstes des Parlaments die Frage, ob der Kampf gegen die Kinderpornografie die Grundrechte der Bürger beschneidet. Im Zuge der Blockade von Internetseiten könnten zum Beispiel personenbezogene Daten gespeichert werden, befürchtete Ulrich Sieber vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. «Wenn im Gesetzentwurf nicht klar wird, was mit den gesammelten Daten geschehen soll, dann ist das verfassungswidrig.»
Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar wandte sich gegen die Erhebung, Speicherung oder Verarbeitung personenbezogener Daten. Schließlich gelangten viele Personen unabsichtlich auf kinderpornografische Seiten, durch Methoden wie Spam oder Phishing.
Bundeskriminalamt für den Entwurf
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sei nicht geeignet, den Hintermännern der Kinderpornografie das Handwerk zu legen, wandte der Medienrechtler Dieter Frey ein. «Der Gesetzentwurf lässt eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet vermissen.» Es müsse gegen die Anbieter der Inhalte vorgegangen werden, bevor der Zugang erschwert wird.
Der Direktor des Bundeskriminalamtes (BKA), Jürgen Maurer, sprach sich für den Gesetzentwurf aus. Er begrüßte, dass künftig keine unabhängige Behörde sondern das BKA die Liste gesperrter kinderpornografischer Internetseiten verwalten soll. «Wir können einschätzen, was Kinderpornografie ist, und was nicht.» (afp)

19:22
Wann kommt das STOPSCHILD bei dem Konterfei von Frau von der Leyen ????In Zukunft wird in Deutschland nicht mehr der Straftäter verfolgt und bestraft, sondern die Zuschauer solcher Straftaten !!! Was für ein Rechtssystem ???
Nicht nur, dass es eine Klassenjustiz in diesem Lande gibt, auch nicht mehr alle Menschen vor dem Gesetze gleich sind, jetzt kommen Straftäter im Internet ungeschoren davon.
11:45
#3 legion
Wieso ist es so schwer einen Fehler zuzugeben und einen besseren Weg mit zu gehen?
Weil es primär nicht um KiPo und den Schutz der Kinder geht, sondern um auf Biegen und Brechen eine Zensur/Kontrollinfrastruktur des Internets einzuführen. Nicht umsonst stehen schon andere Interessenten (z.B.die Musik/Contentindustrie) bereit um andere Webseiten sperren zu lassen.
08:19
@12
Frau von der Layen will schnelle Wahlstimmen und keine objektive Strafverfolgung. Die Server dicht machen und das Dingfestmachen von den Pädophilen ist da nicht vorgesehen.. leider..!
08:14
Einfach mal durchlesen!
http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/internet/leyen134.html
08:06
Das Sperren von Websiten ist der falsche Weg.
Um die KINDERSCHÄNDER dingfest zu machen ist das Internet eins von vielen Wegen. Wenn der Täter seine Schweinerei ins Netz stellt, kann man ihm die Tat nachweisen.
Wichtig wäre eine strengere Betrafung von Sexualstraftätern. Sprich:
Keine Bewährung und zwingende Sicherungsverwahrung.
Kinderschänder sind Wiederholungstäter, kaum sind sie frei, werden sie rückfällig.
Sehr geehrte Frau von der Leyen,
wir wollen unsere Kinder geschützt wissen vor den realen Tätern !
Eine Zensur von Websiten schützt kein Kind - die Tatsache, das Pädophile frei rumlaufen wird nur verschleiert. Wer solche Websiten anbietet und damit Kasse macht, ist ein Fall fürs BKA und wird (hoffentlich) auch entsprechend bestraft.
Statten Sie die Polizei einfach mal besser aus, dann kann das Netz Fahndungshilfe sein.
Oder will hier jemand Verhältnisse wie in China oder streng islamischen Ländern?
Sprich:
Passt uns nicht - abschalten. Basta !?!
???
07:39
zitat bka «Wir können einschätzen, was Kinderpornografie ist, und was nicht.»
achso, das könnte also niemand anders einschätzen? hans und franz auf der straße können beim anblcik bestimmter seiten nicht einschätzen, ob es sich um kipo handelt? braucht man dazu eine bestimmte ausbildung oder was?
kümmert euch lieber um die in europa stehenden server und bekämpft den unrat an der wurzel.
07:30
Alleine schon das Gesicht dieser Frau sagt alles,abwählen,so schnellwie möglich!
07:21
@8 holle58
warum die Eltern aus der Verantwortung nehmen??
07:17
warum nur sollen diese seiten gesperrt werden?zum schutze der kinder sollten auch andere seiten gesperrt werden.man kann sich pornos anschauen bis zum abwinken im internet und das ohne alternachweis oder ähnliches.
07:11
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.