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Google verweigert Sperrung von islamfeindlichem Video

16.09.2012 | 08:49 Uhr
Nakoula Besseley Nakoula ist der mutmaßliche Macher des islamfeindlichen Videos, das in der arabischen Welt in den vergangenen Tagen zu heftigen Protesten und Gewalt führte.Foto: rtr

Dubai.  Die US-Regierung bat darum, das Hass-Video bei Youtube zu entfernen. Das lehnt der Suchmaschinen-Konzern ab. Der Urheber des Films, Nakoula Besseley Nakoula, ist nach einem Verhör bei der Polizei wieder auf freiem Fuß.

Google hat eine Bitte des Weißen Hauses abgelehnt, den islamfeindlichen Mohammed-Film von der Internetplattform Youtube zu entfernen. Der Zugang werde lediglich in einzelnen Ländern gesperrt, hieß es. Das Weiße Haus in Washington hatte am Freitag erklärt, es habe Youtube um eine Überprüfung gebeten, ob das Video gegen die Nutzungsbedingungen verstoße. Youtube erklärte daraufhin, das Video bewege sich eindeutig innerhalb der Richtlinien und werde daher nicht entfernt. Die Internetplattform gehört dem Konzern Google.

Der Zugang zu dem Video wurde in Libyen und Ägypten gesperrt. Youtube berief sich dabei auf "die sehr sensible Lage" in diesen beiden Staaten. Später sperrte Youtube den Zugang zu dem Schmähfilm auch in Indien und Indonesien. Die Regierungen dieser Länder hatten darauf hingewiesen, dass das Video gegen Gesetze verstoße. Der Film war in zahlreichen muslimischen Ländern Auslöser gewaltsamer Demonstrationen gegen westliche Einrichtungen. In Libyen wurden dabei der US-Botschafter und drei amerikanische Mitarbeiter getötet

Islam
Hetzfilm als Steilvorlage für El Kaida

Amerikanische Sicherheitsexperten vermuten das Terrornetzwerk hinter dem Anschlag auf den US-Botschafter in Libyen. Der Hetz-Film ist nun auch Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Mitt Romney macht dabei allerdings keine gute Figur.

Der mutmaßliche Macher des islamfeindlichen Videos, das in der arabischen Welt in den vergangenen Tagen zu heftigen Protesten und Gewalt führte , ist von der US-Polizei vernommen worden, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Nach Angaben örtlicher Medien wurde Nakoula Besseley Nakoula am frühen Samstag von Polizisten aus seinem Haus im kalifornischen Cerritos abgeholt. Es solle geprüft werden, ob er gegen Gesetze verstoßen habe. Seiner Vernehmung stimmte Nakoula demnach selbst zu.

Urheber bereut nichts, fühlt sich aber schuldig

Nakoula, der als Urheber des Films "Die Unschuld der Muslime" gilt, ist nach eigenen Angaben ein 55-jähriger koptischer Christ. Am Freitag teilte er mit, die Veröffentlichung des Videos nicht zu bereuen, sich angesichts der Angriffe auf westliche Einrichtungen in der arabischen Welt aber "schuldig" zu fühlen. Einem Medienbericht zufolge befand sich Nakoula im Jahr 2009 wegen des Verdachts auf Sozialbetrug im Visier der US-Justiz. Laut einem anderen Medienbericht saß er auch schon ein Jahr im Gefängnis, nachdem Drogen bei ihm gefunden worden waren.
In dem mutmaßlich von Nakoula in den USA produzierten Amateurfilm wird der Prophet Mohammed verunglimpft. Bei einer Kundgebung gegen das Video attackierten Angreifer am Dienstag das US-Konsulat im libyschen Bengasi und töteten den US-Botschafter, drei weitere Diplomaten sowie libysche Sicherheitskräfte.

Deutsche Botschaft angegriffen

Am Freitag griffen Demonstranten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum die deutsche, die britische und die US-Botschaft an. Bei Protesten in mehreren muslimischen Ländern wurden am Freitag mindestens sechs Menschen getötet.

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    Seite 2: Al-Kaida ruft zu weiteren Angriffen auf US-Botschaften auf

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