Giorgos Papandreou ist zurück auf politischer Bühne

Es war sehr still um ihn geworden, nun ist er wieder da: Griechenlands ehemaliger Ministerpräsident Giorgos Papandreou tritt bei den kommenden Parlamentswahlen in zwei Wochen an.
Es war sehr still um ihn geworden, nun ist er wieder da: Griechenlands ehemaliger Ministerpräsident Giorgos Papandreou tritt bei den kommenden Parlamentswahlen in zwei Wochen an.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Ex-Ministerpräsident Papandreou tritt bei den Parlamentswahlen nicht für die Pasok, sondern für die ,,Bewegung der Demokraten und Sozialisten“ an.

Athen.. Viele hatten schon politisch totgesagt. Seit er im November 2011 wegen seines ungeschickten Krisenmanagements das Amt des griechischen Ministerpräsidenten und vier Monate später auch den Parteivorsitz der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok) verlor, war es still geworden um Papandreou.

Aber jetzt ist der 62-Jährige wieder da. „Bewegung der Demokraten und Sozialisten“ heißt die neue Gruppierung, an deren Spitze er in den Wahlkampf zieht. Er hofft auf viele Stimmen bei der Parlamentswahl in drei Wochen. Doch die neue Partei scheint vor allem zurückzublicken.

Hommage an die Vergangenheit

Die Anhänger stimmten bei einer Versammlung einen altbekannten Sprechchor an: „Andreas, Du lebst, die führst uns!“ Eine Hommage an Giorgos‘ Vater, den 1996 verstorbenen Andreas Papandreou. Er hatte die Pasok 1974 nach dem Sturz der Militärdiktatur gegründet und dominierte mit ihr das politische Leben Griechenlands in den 1980er und 90er Jahren. Umso tiefer ist der Einschnitt, wenn Giorgos Papandreou der Partei den Rücken kehrt, die er selbst von 2004 bis 2012 führte.

Krise Keine politische Partei hat für die Krise in Griechenland so teuer bezahlen müssen wie die Pasok. In den 80er Jahren perfektionierte sie das Klientelsystem, versorgte Mitglieder und Anhänger mit Jobs im Staatsdienst. Aber seit es nichts mehr zu verteilen gab, liefen der Pasok die Wähler davon. Mit 44 Prozent hatte Giorgos Papandreou noch die Wahl vom Oktober 2009 gewonnen. Drei Jahre später landete die Partei bei zwölf Prozent, heute liegt sie bei vier Prozent. Die meisten ihrer Wähler sind zur radikal-linken Syriza übergelaufen, deren Chef Alexis Tsipras sich in alter Pasok-Manier als Schutzherr der Staatsdiener profiliert und seinen Anhängern zehntausende neue Jobs im öffentlichen Dienst verspricht.

Papandreou könnte Syriza die Führung kosten

Papandreou dürfte es gelingen, Syriza ein, zwei Prozentpunkte abspenstig zu machen. Das könnte Tsipras, dessen Partei in Umfragen nur knapp vorn liegt, die Führung kosten. Dass aus Papandreous Demokratischen Sozialisten eine neue Volkspartei entsteht, ist aber unwahrscheinlich. Wahlforscher sehen sie bei fünf Prozent. Vor allem der Pasok dürfte Papandreou Stimmen abnehmen. Die Folge: Am Ende würde keine der beiden Parteien die in Griechenland geltende Dreiprozenthürde schaffen.