Gewerkschaften warnen vor neuer Niedriglohn-Welle
14.02.2012 | 17:24 Uhr 2012-02-14T17:24:00+0100
Essen. Die Gewerkschaften und die Zeitarbeitsbranche schlagen Alarm: Sie warnen vor einer neuen Welle von Dumpinglöhnen durch sogenannte Werkverträge. Mit ihnen werde in vielen Fällen der Leiharbeits-Mindestlohn in Westdeutschland gedrückt.
Die Gewerkschaften und die Zeitarbeitsbranche warnen vor einer neuen Welle von Dumpinglöhnen durch sogenannte Werkverträge. Mit ihnen werde in vielen Fällen der Leiharbeits-Mindestlohn von 7,89 Euro in Westdeutschland noch unterboten. „Werkverträge dürfen nicht als Schlupflöcher für neue Dumpinglöhne missbraucht werden“, sagte Werner Stolz, Geschäftsführer des Zeitarbeitsverbands IGZ, dieser Zeitung.
Bei Werkverträgen kaufen Unternehmen bestimmte Leistungen einer Fremdfirma ein. Zunehmend werden auch Dienstleistungen eingekauft, etwa das Regal-Einräumen im Supermarkt oder Lagerarbeiten für Industrie- und Handelsunternehmen. Für viele Beschäftigte gelten weder Zeitarbeits- noch Branchentarife. Im Einzelhandel arbeiten Dienstleister für 6,50 Euro (nach Tarif) und weniger.
Die Branche wächst nach Darstellung der Gewerkschaften rasant, doch es gibt keine Statistiken. Die Zahl der Beschäftigten wird allein im Einzelhandel auf bis zu 350 000 geschätzt. Bei den industriellen Dienstleistern mit Werkverträgen gehen die Schätzungen in die Millionen.
Die Gewerkschaft Verdi spricht von „Tarifflucht“. Viele Discounter, Supermärkte und SB-Warenhäuser setzten systematisch auf das neue Billiglohn-Modell, so Lieselotte Hinz, Verdi-Verantwortliche für den NRW-Einzelhandel. Grund sei auch der Mindestlohn in der Leiharbeit: „Die Werkverträge nehmen in dem Maße zu, wie Leiharbeit unattraktiver wird.“
Weil auch in der Industrie das Auslagern von Dienstleistungen per Werkvertrag zunimmt, kündigte die IG Metall für den Herbst eine Kampagne gegen Werkverträge an. Detlef Wetzel, Vizechef der IG Metall, nennt sie „eine neue Form prekärer Beschäftigung“. Es sei „eine Schande, wohin sich unsere Arbeitsgesellschaft entwickelt“.
Auch NRW geht mit einer Bundesrats-Initiative gegen den „Missbrauch“ von Arbeitnehmern durch Schein-Werkverträge vor. Das wurde gestern vom Kabinett beschlossen. NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) sprach von einem „gesetzlichen Schlupfloch, um Löhne zu drücken und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern“.

20:11
Der beste Schutz vor prekären Beschäftigungsformen wie Leiharbeit, befristete Arbeitsverträge, Lohndumping und auch vor Arbeitslosigkeit ist die Verknappung von Arbeitskräften. Diese Verknappung wäre auch durch die demografische Entwicklung zu Stande gekommen. Leider haben insbesondere SPD, Grüne und Gewerkschaften mit ihrer politischen Einstellung und Politik dafür gesorgt, dass das Potential an Arbeitskräften sich in Deutschland nicht verringern konnte. U.a. bedingt durch Zuwanderung gab es immer einen großen Überschuss an Arbeitskräften. Den Unternehmern hat diese gegen den Arbeitnehmer gerichtete Politik bestimmt gefreut.
22:51
In der Rubrik "Politik" steht in der WAZ-online, wie der niederländische "Rechtspopulist genannte Wilders" von der Partei für die Freiheit, sich für seine Landsleute einsetzt um sie vor Arbeitsplatzverlusten zu schützen, damit ihnen Osteuropäische Leiharbeiter-Drücker-Kolonen nicht den Job streitig machen. Das kann man zwar wesentlich vornehmer mit Schein-Werkverträgen umschreiben, aber auch diese Verträge haben ihre Werknehmer und ihre für sehr wenig Lohn arbeitenden Leute, die zumeist keine Einheimischen sind.
Zitat:
"Entsprechend ungerührt gibt sich Wilders: “Europa kann mich mal … !” Man habe bis Anfang der Woche schon mehr als 32.000 Beschwerden entgegengenommen. “Die Seite trifft ins Schwarze. Wir kümmern uns um Fakten. Das Gerede von Diskriminierung ist fantastischer Unsinn."
Mit der "Seite" meint er eine Internet-Dienstleistung seiner Partei, die "verstörenderweise"? solchen Machenschaften gewisser Drücker nachgeht und als gefährlich rassistisch gescholten wird. Denn damit versaut der "doofe Wilders" den Drückern aus Osteuropa das Geschäft und das ist rassistisch genug um ihn als gefährlichen "Demagogen zu verurteilen".
14:48
in deutschland sollte der generalstreik erlaubt werden.dann treten endlich auch die trittbrett fahrer in die gewerkschaft ein.ich habe noch keinen von diesen gewerkschaftshassern kennen gelernt die auf z. b.lohnfortzahlung urlaubsgeld oder lohnerhöhung verzichtet haben.deshalb sollten diese verbesserungen nur für gewerkschaftsmitglieder gelten.dann können sie weiter schimpfen.
12:48
"Werkverträge", oder das "Jobwunder" der Ursula von der Leyen. Frei nach dem Motto: "Mensch *****, red doch keinen Quatsch."
12:47
#15:
Wie bitte? Die unproduktiven Beamten haben ein Recht? Und die produktiven Arbeitnehmer sollen auf 25 % verzichten? In welcher Welt leben Sie denn? Unsere Verwaltungsebenen und die viel zu große Anzahl an Beamten müssen massiv verkleinert werden, weil sie unproduktiv, bevormundend und oft unnütz sind. Sei leben von den produktiven Bürgern!
12:43
Die Gewerkschaften haben eben in vielen Jahren die Realität verschlafen. Sie hätten doch massiv handeln können: Gekommen ist nichts, denn sonst hätten wir die heutigen Probleme der Leiharbeiter, Zeitarbeiter und kommenden Werkverträge nicht. Wofür bezahlen die Mitglieder ihren Beitrag, wenn die wesentlichen arbeitsrelevanten Probleme verpennt werden?
11:44
Werkverträge
DANN SORGT DAFÜR DAS SOLCHE VERTRÄGE
" SITTENWIEDERIG "
SIND !
.
09:02
@15 nie88
Ihre Behauptung können Sie doch sicher mit einer Kalkulation oder Quellenangabe belegen.
Ich möchte Ihnen helfen:
2 x 3 macht 4 ........ la lala lalla
08:33
„Die Werkverträge nehmen in dem Maße zu, wie Leiharbeit unattraktiver wird.“
Und die Leiharbeit hat in dem Maße zugenommen, wie "normale" Arbeitsverhältnisse unattraktiver geworden sind. Nicht zuletzt wegen der unsäglichen EuGH-Rechtsprechung, daß Urlaubstage bei Langzeiterkrankung nicht mehr automatisch verfallen. Früher waren Langzeiterkrankte nach 6 Wochen aus den Büchern, heute kosten sie weiter Geld.
Das andere Problem sind die viel zu hohen Lohnnebenkosten. Auch die sorgen für die Attraktivität von Leiharbeit oder Werkverträgen.
Die Entwicklung der Arbeitsgesellschaft läßt sich nicht durch Verbote ändern, Verbote lassen sich umgehen. Wirksam sind nur vernünftige rechtliche Grundlagen, mit denen es sich lohnt, Mitarbeiter einzustellen.
07:06
Wovon träumen die Gewerkschaften eigentlich, um konkurrenzfähig zu sein müssen die Löhne flächendeckend um mindestens 25% gesenkt werden nur Beamte haben ein Verfassungsmäßiges Recht auf einen angemessenen Lebensunterhalt.