Gewerkschaft fordert mehr Lehrer für immer weniger Schüler

Die GEW fordert, mindestens bis 2018 keine Lehrerstellen zu streichen.
Die GEW fordert, mindestens bis 2018 keine Lehrerstellen zu streichen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Gewerkschaft GEW fordert, die Zahl der Lehrer an den Schulen in NRW zumindest konstant zu halten. Und das, obwohl die Schülerzahl sinkt. Eine Idee für die Finanzierung hat sie nicht, dafür hat sie einen anerkannten Bildungsforscher auf ihrer Seite.

Düsseldorf.. Trotz sinkender Schülerzahlen in NRW dürfen mindestens bis 2018 keine Lehrerstellen gestrichen werden, um wichtige rot-grüne Reformvorhaben nicht zu gefährden. Diese Forderung an die rot-grüne Landesregierung untermauert die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit einer Studie.

Nach dem Gutachten des Essener Bildungsforschers Klaus Klemm wären über die derzeit 166.000 Stellen hinaus sogar weitere 4300 nötig, um etwa kleinere Klassen oder mehr Ganztagsunterricht zu erreichen.

Die Landesregierung will ab 2015 Stellen abbauen

Nach Angaben Klemms, der sich auf offizielle Statistiken stützt, werden die Schülerzahlen in NRW bis 2020 von 2,7 auf 2,3 Millionen sinken. Rein rechnerisch bedeute dies, dass damit 23.200 Lehrer-Vollzeitstellen überflüssig wären. SPD und Grüne haben sich darauf verständigt, diese so genannten „Demografiegewinne“ zumindest bis 2015 „im System“ zu belassen, sprich: in den Schulen.

Schulferien Der GEW reicht das nicht. „Dieser Zeitpunkt ist viel zu früh angesetzt“, kritisiert Landeschefin Dorothea Schäfer, die zunächst bis 2018 eine Garantie gegen Stellenabbau verlangt. Sie verweist auf das Gutachten. Danach wären allein 27.500 Stellen notwendig, um die rot-grünen Bildungsprojekte umzusetzen.

Tausende Lehrer nötig für die Pläne von Rot-Grün

Laut Klemm werden allein für die Umsetzung der Inklusion, also des gemeinsamen Unterrichts mit behinderten Kindern, bis zum Jahr 2020 rund 4100 Stellen benötigt. Über 5500 Stellen sind nach der Studie für den Ausbau des Ganztags unverzichtbar, 6250 für eine verbesserte Schüler-Lehrer-Relation, 4000 für die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie 7500 Erzieherinnen-Stellen für den Krippenausbau, den Klemm in seine Prognose mit eingerechnet hat.

Schäfer bemängelte, dass in NRW im Durchschnitt aller Schulformen auf einen Lehrer 16,4 Schüler kommen. Damit liege das Land vor Schleswig-Holstein (16,5) bundesweit auf dem vorletzten Platz. Am besten schneidet Thüringen mit 12,3 Schülern pro Lehrer ab.