Das aktuelle Wetter NRW 3°C
Asylbewerber

Gewalt in Asylbewerberheimen in NRW nimmt deutlich zu

07.01.2013 | 13:56 Uhr
Funktionen
Gewalt in Asylbewerberheimen in NRW nimmt deutlich zu
Ein Polizeiwagen vor der Asylbewerberunterkunft in Dortmund. Im vergangenen Jahr musste die Polizei 58 Mal ausrücken, um Streitigkeiten in der Einrichtung zu schlichten.Foto: WAZ FotoPool

Hemer/Düsseldorf.  Die Gewalt in Asylbewerberheimen hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Die Polizei musste 138 Mal zu Einsätzen in einer der vier zentralen Aufnahmeeinrichtungen ausrücken, eine Steigerung von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Strafverfahren gegen Asylbewerber.

Die Polizei in NRW muss immer häufiger zu Einsätzen in Asylbewerberheimen ausrücken. Meist handelt es sich um Schlägereien und Körperverletzungen. Im vergangenen Jahr kam es in den vier zentralen Aufnahmeeinrichtungen in Hemer, Bielefeld, Borken und Dortmund zu 138 Polizeieinsätzen – fast 70 Prozent mehr als 2011 (83). Gleichzeitig stieg die Zahl der Strafverfahren gegen Asylbewerber in den Aufnahmeeinrichtungen kräftig von 127 auf  216.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) stellte klar, dass der sprunghafte Anstieg der Asylbewerber die Einrichtungen vor eine erhebliche Belastung stellt. „Die in Nordrhein-Westfalen vorhandenen Einrichtungen mussten bis an ihre Grenzen gehen und über die vorgesehene Kapazität belegt werden“, erklärte Jäger auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Theo Kruse. So sei die Zahl der Erstantragsteller im November 2012 gegenüber dem Vorjahr in NRW um 70 Prozent auf 1725 Asylbewerber gestiegen.

Meldung vom 20.12.2012
Über 1000 Asylbewerber klagen

Antragssteller haben nur eine geringe Erfolgsquote. Ab 2013 startet auch in Gelsenkirchen der elektronische Rechtsverkehr.

Besonders viele Einsätze in Dortmund

Mit 58 Polizeieinsätzen und 82 Strafverfahren war die Aufnahmeeinrichtung in Dortmund besonders häufig von Randalierern und Schlägern betroffen. In Hemer gab es 23 Einsätze und 56 Strafverfahren (Vorjahr: 20 Strafverfahren). Mehrfach hatten Asylbewerber zu Messern, Stöcken und Bierflaschen gegriffen, so dass bis zu 14 Polizisten mit mehreren Streifenwagen und unter Einsatz von Diensthunden ausrücken mussten.

Schätzungen waren noch im August 2012 von bundesweit 5400 Erstantragstellern pro Monat ausgegangen. Im Oktober 2012 wurde die Schätzung mit insgesamt 9950 Asyl-Erstanträgen deutlich überschritten.

Wilfried Goebels

Aus dem Ressort
Landtagsfraktionen setzen ein Zeichen gegen Fanatisten
Meinungsfreiheit
Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit gehören zusammen, betonen alle Fraktionen im NRW-Landtag. Sie setzen ein Zeichen gegen religiösen Fanatismus.
Land hält an Einschnitten bei Beamtenbesoldung fest
Haushalt
Die Regierung will bei den Beamten sparen: Bis 2017 sollen jährlich 160 Millionen Euro gespart werden. Die Gewerkschaft droht mit Trillerpfeifen.
Ruf nach Entschädigung für NS-Taten wird bei Griechen lauter
Reparationen
Alexis Tsipras hat die Wahlen gewonnen. Wird er dem Ruf der NS-Opferverbände folgen und von Deutschland 500 Milliarden Euro Wiedergutmachung fordern?
Gauck: "Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz"
Gedenktag
Bundespräsident Gauck sieht in dem Erinnern an die Konzentrationslager auch einen Auftrag für heute: Gegen Gewalt und Ausgrenzung.
NRW fordert Teststrecke für selbstfahrende Autos ein
Verkehr
Bis selbstfahrende Wagen die Straßen erobern, wird es noch eine Weile dauern. Doch NRW will eine Teststrecke des Bundes ins Ruhrgebiet holen.
article
7456089
Gewalt in Asylbewerberheimen in NRW nimmt deutlich zu
Gewalt in Asylbewerberheimen in NRW nimmt deutlich zu
$description$
http://www.derwesten.de/politik/gewalt-in-asylbewerberheimen-in-nrw-nimmt-deutlich-zu-id7456089.html
2013-01-07 13:56
Asylbewerber,Asylbewerberheim,Polizei
Politik