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Antisemitismus

Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus

31.08.2012 | 15:17 Uhr
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Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
Die traditionelle jüdische Kopfbedeckung Kippa trug auch der Rabbiner, der am Dienstagabend in Berlin vermutlich von jugendlichen Migranten verprügelt wurde.Foto: dapd

Essen/Berlin.  In Berlin ist ein Rabbiner vor den Augen seiner Tochter verprügelt worden. Die Täter sollen arabischer Abstammung sein. Das sei typisch, körperliche Gewalt gegen Juden komme vor allem von jugendlichen Migranten, sagt eine Expertin. Vertreter jüdischer Gemeinden in NRW sprechen von wachsender Angst.

Ein 53-jähriger Rabbiner ist am Dienstagabend in Berlin vor den Augen seiner siebenjährigen Tochter brutal zusammengeschlagen worden. Die Täter sollen Jugendliche arabischer Abstammung sein. Einer der Täter hatte die beiden angehalten und den Rabbiner auf seine traditionelle jüdische Kopfbedeckung, die Kippa, angesprochen. Dann hatte er gefragt, ob er Jude sei. Drei weitere Jugendliche kamen hinzu und stellten sich hinter Vater und Kind, dann schlug der vor ihm stehende Jugendliche mehrmals auf den Geistlichen ein und verletzte ihn am Kopf. Das Kind bedrohten die Täter mit dem Tod.

Übergriffe wie diese sind leider keine Seltenheit und werden vor allem von jungen Migranten verübt, ist sich Anetta Kahane sicher. "Die meisten Fälle antisemitischer körperlicher Gewalt kommen von jugendlichen Migranten", sagte die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung der WAZ Mediengruppe. Verbale Gewalt und Sachbeschädigung komme stattdessen eher "aus der deutschen Mehrheitsgesellschaft und von Nazis", so Kahane weiter.

Gewalt gegen Juden vor allem in Ballungsräumen

Körperliche Attacken häuften sich vor allem in Ballungsräumen, sagt Kahane. Die jüdischen Gemeinden in NRW können zwar keine konkreten Vorfälle aus jüngster Zeit nennen, sprechen aber von wachsender Angst. "Es ist ein latenter Anstieg von Antisemitismus spüren", sagt zum Beispiel Wilfried Johnen, Geschäftsführer des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Nordrhein.

Er spricht von einer leisen und langsamen Herabsetzung der Hemmschwelle. "Man hört oft dumme Sprüche auf der Straße. Antisemitismus wird salonfähiger. Das ist ein schleichender Prozess, das macht ihn so gefährlich." Und seine Kollegin Ruth Jacob-Prinz vom Landesverband Westfalen-Lippe gibt zu: "Die Ängste sind da, vor allem nach solchen Nachrichten."

Satellitenfernsehen aus der Heimat prägt Judenfeindlichkeit

Wilfried Johnen sieht einen Grund für wachsende Judenfeindlichkeit junger Migranten im Satellitenfernsehen: "Der Antisemitismus wird durch Fernsehsendungen aus der Heimat, die oft gemeinsam in Kulturclubs geschaut werden, auf einem hohen Level gehalten." Dort werde ständig antijüdische Propaganda gezeigt. Verstärkt werde die Aggressivität durch Zukunfts- und Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher aus Migrantenfamilien.

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Kommentare
02.09.2012
06:52
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1 Antwort
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von Evald | #52-1

#52
Sie "vergessen oder übersehen" hier geflissentlich, das die meisten "Juden" hier sicherlich "Deutshe" sind.
Religionszugehörigkeit muss nicht an Staatsbürgerschaft gekoppelt sein.

01.09.2012
18:21
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von michalek | #51

Sie haben bewiesen das der Islam und Demokratie auf Grund der nachgeordneten religiösen Freiheit zu unserem Grundgesetz in einem Rechtsstaat wie Deutschland nicht zusammen passen.
Solange die Muslime durch ihre andauernden Diskussionen und solchen Reaktionen das Grundgesetz als oberste Leitlinie nicht anerkennen und immer wieder Gesetzesänderungen in ihrem Sinne fordern, darf der Gesetzgeber nicht nachgeben.
Das gleiche gilt allerdings auch für die Religionsgemeinschaft der Juden.
Man kann nur hoffen das unsere Politiker endlich und entschieden klarmachen das auf unseren Straßen keine religiösen Kämpfe ausgetragen werden.

01.09.2012
16:46
Man kann natürlich ...
von Partik | #50

... in Bezug auf Israel als Synonym für das Judentum denken was man will.

Aber wenn man bedenkt, wie wir Deutschen nach "nur" 70 Jahren das "geerbte" Tätertum aus der Nazizeit leid sind, kann man dem Judentum nur gönnen, allmälich seine Ruhe vor Verfolgung zu haben.

Seit tausenden Jahren sind Juden in Europa immer wieder verfolgt, geschlagen, ausgebeutet, vertrieben, und ermordet worden. Wann ist endlich Ruhe mit diesem Religionskrieg?

Dass Gewalt gegen Juden statistisch meist von Migranten-Jugendlichen ausgeht, ist nicht weiter verwunderlich. Auch wenn weltweit jedes deutsche Wort auf die Nazi-Goldwaage gelegt wird, so ist den allermeisten Deutschen jegliche Abneigung oder Diskriminierung gegen das Judentum vollkommen fremd. Von der wachsenden Religionsmüdigkeit der Deutschen ganz zu schweigen.

Es ist bedauerlich, dass Juden in Deutschland wieder Angst haben müssen. Es ist nicht tolerabel, dass der Streit zwischen dem Islam und dem Judentum bis nach Deutschland reicht.

01.09.2012
15:26
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von Raylander | #49

So lange man diesen Mirganten kein angemessenes Verhalten beibringt und aufzwingt, ändert sich nie etwas! An Stelle der Juden würde ich nicht an die leeren Versprechungen der deutschen Regierung glauben.
Die Mirganten die sich bei uns nicht korrekt verhalten können und wollen, müssen ganz einfach in ihr Heimatland oder Herkunftsland ausgewisen werden!
Wer sich bei uns nicht eingliedern will, der hat nichts hier zu suchen,, dann muss er eben wieder an Kamelrennen teilnehmen!

01.09.2012
13:09
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von Burner | #48

Das Verhalten der dieser Jugendlichen ist kein Einzelfall, der sich auf "nur" auf Angehörigen einer anderen Religion / Weltanschauung oder eines anderen Staates bezieht. Probleme mit jugendlichen Migranten gibt es vor allem mit moslemisch geprägten Jugendlichen.

Deren Bereitschaft zu einer grundsätzlichen und sinnlosen Gewaltausübung ist in weiten Teilen extrem hoch.

Als Bewohner einer Kleinstadt mit überwiegend bürgerlich strukturiertem Einwohnerpotenzial habe ich in den letzten Jahren bei Einbruch der Dunkelheit mehrfach bei mir entgegenkommenden Rudeln jugendlicher Migranten die Straßenseite wechseln müssen, um nicht zum Gewaltopfer zu werden "nur weil ich dumm gucke" oder weil ich gerade einen Anzug mit Schlips getragen habe.

Schaue ich in die Einbruchs- und Überfallberichterstattungen sind die Täterbeschreibungen immer ähnlich: südliches Aussehen oder aber osteuropäischer Herkungt (Bulgaren, Rumänenen, Russen).

Ich will das hier nicht bewerten. Ich benne es nur.

01.09.2012
12:08
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von Alter-MAnn59 | #47

Neve Shalom -Wahat al-Salam - siehe
http://nswas.org/rubrique41.html
http://nswas.org/
Zwischeninformation Juli 2012 - Neve Shalom - Wahat al-Salam
Nächtlicher Überfall
Die "Oase des Friedens" wurde in der Nacht zum 8. Juni von rechtsextremistischen jüdischen Störenfrieden überfallen. Am Freitagmorgen entdeckten
Dorfbewohner, dass an ihren Autos Reifen zerstochen und die Wagen mit rassistischen Sprüchen wie "Rache für Ulpana", "Kahane hatte Recht"
verschmiert waren. Die Extremisten nahmen das Dorf, in dem Juden, Christen und Muslime, alle Staatsbürger Israels, aus eigenem Entschluss
zusammenleben, als Bühne für ihren Protest gegen die Entscheidung des Obersten Gerichts Israels, dass jüdische Siedler die illegal auf privatem Land von
Palästinensern errichtete Siedlung Ulpana in derWestbank räumen müssen. Die Drohung "Tod den Arabern!" auf demEingang zur Primarschule
verängstigt nicht nur die arabischen Schüler und Lehrer.
Als Antwort auf den Überfall und die Hass-Parolen kamen Eltern,

1 Antwort
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von Raylander | #47-1

Amen!
Sie haben da aber wirklich ein schönes Exempel für jüdische Gewalt gefunden!!!
Wenn ich alles richtig verstanden habe, sind ihrer meinung nach, die Juden schuld daran, dass sie in Deutschland angegriffen werden??????

01.09.2012
12:03
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von Alter-MAnn59 | #46

Neve Shalom -Wahat al-Salam ist eine Siedlung in "Israel", in der Juden, Araber u. Palästinenser
in Frieden miteinander leben, arbeiten, alle die gleichen Rechte u. Pflichten haben,
-so wie wie es überall sein sollte!
Eine "Oase des Friedens" - ist aber nicht von der Mehrheit der Juden u. Israelis
erwünscht.
Nur dort werden die Bewohner durch jüdische Extremisten angegriffen.
Die Mehrheit der Juden u. Israelis hat Angst vor Frieden und den Folgen daraus.
Laut UN-Charter hatte die UN auch kein Recht das Land der Palästinenser an Israel
abzugeben.
Israel als "Land/Volk" anerkennen ist in Ordnung. Jedes Volk sollte sein Land haben. Nur der Weg war u. ist falsch.
Jeder Vorschlag zur Lösung des Konflikts wird in der BRD sabotiert. Zwei-Staaten-Lösung mit z.B. Landkauf von Jordanien, Syrien und Ägyptens und Landtausch in Palästina u. Israel. D.h. keine Kontrolle u. Unterdrückung der Palästinenser durch Juden u. Israelis. Anerkennung Palästinas wird durch BRD u. USA vor UN verhindert

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01.09.2012
11:03
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von Alter-MAnn59 | #45

[Entfernt von Moderation - Doppelpost]

3 Antworten
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Neve Shalom -Wahat al-Salam
von hordeler | #45-3

.... Könnten Sie diesen Satz in die deutsche Sprache übersetzen ?

01.09.2012
10:57
Najanaja....
von An77 | #44

Also bei aller freude, daß diesmal die Kommentar Funktion frei geschaltet ist (und allen Schrecken über diese feige Tat), hinterläßt dies doch ein fahlen Beigeschmack.

Wenn ein Bericht kritisch gegenüber Israel oder einen Menschen jüdischen Glaubens ausfällt, wird i.d.R. hier das Kommentieren abgestellt.
Nun ist das Opfer ein Rabbiner, die Täter muslimischen Glaubens. Wir haben hier also eine Tätergruppe die einer Minderheit angehören, wo es nicht wieder nicht i.d.R. erwünscht ist, seine Meinung zu diesen zu äußern.
Wieso darf man das jetzt auf einmal? Nur weil das Opfer jüdischen Glaubens war?

Wäre das Opfer muslimisch, der Täter deutsch - oder umgekehrt - dürfte man dann ebenso hier und jetzt seine Meinung schreiben?
Oder wenn die Täter jüdische Jungendliche wären?

Woher, liebe Redaktion, dieser Sinneswandel?


Bevor jetzt ein falsches Bild entsteht: Ich habe absolut nichts gegen andere Menschen, oder deren Glauben.
Nur die seltsame "Logik" der WAZ hier wundert mich doch arg.



2 Antworten
Nur die seltsame "Logik" der WAZ hier wundert mich doch arg.
von hordeler | #44-1

Einfach mal darüber freuen, dass "kritische Themen auf den Tisch kommen", und dass bis auf wenige Ausnahmen die Diskussion bis jetzt sachlich verläuft !

@ hordeler
von An77 | #44-2

Ja, natürlich. Da haben Sie selbverständlich recht.

Wollte eigentlich auch nicht den Eindruck eines "Miesepeters" machen, der alles schlecht redet.
Ist manchmal nur schwer mit 1000 Zeichen alles zu sagen, was man sagen möchte;-)

Ich geben ihnen aber voll und ganz recht und "freue" mich ntürlich auch, daß hier Themen angesprochen werden, von denen man selten etwas liest.

31.08.2012
21:02
Kleine Pause bis morgen (Samstag) vormittag.
von Moderation | #43

Wir danken für die engagierte Diskussion und ihr Verständnis! Echt jetzt!

1 Antwort
Gewalt gegen Juden geht meist von jugendlichen Migranten aus
von OmenEstNomen | #43-1

Guten Morgen...

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