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Gewalt bei Protesten für Mursi in Ägypten

23.08.2013 | 17:41 Uhr
Freitagsproteste in Kairo: Viele Ägypter sind empört, dass Mubarak nicht mehr hinter Gittern sitzt. Doch sie haben auch andere Sorgen - zum Beispiel die nicht endende Gewalt zwischen den Muslimbrüdern und ihren Gegnern.
Freitagsproteste in Kairo: Viele Ägypter sind empört, dass Mubarak nicht mehr hinter Gittern sitzt. Doch sie haben auch andere Sorgen - zum Beispiel die nicht endende Gewalt zwischen den Muslimbrüdern und ihren Gegnern.Foto: Mostafa Darwish/dpa
Freitagsproteste in Kairo: Viele Ägypter sind empört, dass Mubarak nicht mehr hinter Gittern sitzt. Doch sie haben auch andere Sorgen - zum Beispiel die nicht endende Gewalt zwischen den Muslimbrüdern und ihren Gegnern.
Mubarak wurde am Donnerstag in ein Militärkrankenhaus gebracht, in dem er unter Arrest steht.

Kairo  Bei Demonstrationen nach dem Freitagsgebet ist es in Ägypten zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern der entmachteten Islamisten-Regierung gekommen.

In einigen Städten trieb die Polizei protestierende Muslimbrüder mit Tränengas und Warnschüssen auseinander. Vor dem Justizpalast in Kairo hielten junge Angehörige von Revolutionsgruppen Plakate mit der Aufschrift «Nieder mit Husni Mubarak» hoch. Sie protestierten damit gegen die Entlassung des früheren Präsidenten aus dem Gefängnis.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen attackierten Anwohner im Kairoer Stadtteil Schubra mit Steinen und Stöcken einen Protestmarsch, der von der Muslimbruderschaft organisiert worden war. Örtlichen Medien zufolge kam es auch in den Nordprovinzen Tanta und Al-Mansura zu Ausschreitungen. In der südlichen Provinz Assiut forderten einige Imame die Gläubigen auf, die Übergangsregierung zu unterstützen; andere warfen Armee und Polizei vor, sie hätten «gegen die Legitimität geputscht».

An den Protesten der Islamisten beteiligten sich einige Tausend Menschen, deutlich weniger als noch vor einer Woche. Sie standen diesmal unter dem Motto «Freitag der Märtyrer» und richteten sich gegen Polizeigewalt und die Entmachtung von Präsident Mohammed Mursi durch die Armee Anfang Juli.

Mubarak war am Vortag aus dem Gefängnis entlassen und in ein Militärkrankenhaus gebracht worden. Dort steht er jetzt unter Arrest. Eine Gruppe von Anhängern, die sich über seine Freilassung freut, schickte am Freitag 35 Blumensträuße in sein Krankenzimmer.

Nur einige Dutzend Menschen protestierten vor dem zentralen Justizgebäude in Kairo gegen die Haftverschonung für Ex-Präsident Mubarak. Eine ursprünglich geplante größere Kundgebung der Jugendbewegung 6. April war mit der Begründung abgesagt worden, man wolle nicht gleichzeitig mit den Mursi-Unterstützern demonstrieren.

Ex-Präsident Mubarak muss sich vor Gericht wegen der Tötung von mehr als 800 Demonstranten verantworten. Der Prozess wird an diesem Sonntag fortgesetzt. Am gleichen Tag beginnt außerdem der Prozess gegen das Oberhaupt der Muslimbrüder, Mohammed Badia, dem unter anderem Aufstachelung zur Gewalt vorgeworfen wird.

Die Kairoer Tageszeitung «Al-Masry Al-Youm» berichtete am Freitag, Mubaraks noch inhaftierte Söhne Alaa und Gamal hätten dem Vater am Donnerstag zu seiner Haftentlassung gratuliert. Mubarak habe daraufhin gesagt, seine Freude werde erst nach einem Freispruch komplett sein. Der Ex-Präsident habe gesundheitlich einen guten Eindruck gemacht und sich ohne Rollstuhl fortbewegt.

   Die neue ägyptische Führung steckt trotz internationaler Kritik immer mehr Mitglieder der Muslimbruderschaft ins Gefängnis. In der Nacht wurden in der Oase Fajjum südlich von Kairo vier örtliche Führungskader der Islamistenorganisation festgenommen, wie die Website «Al-Shorouk» berichtete.

In der südlichen Stadt Luxor versucht derweil ein Bündnis verschiedener Parteien zwischen der Staatsmacht und den Muslimbrüdern zu vermitteln. Nach Angaben des Volkskomitees zur Unterstützung nationaler Anliegen sollen einige Muslimbrüder zugesichert haben, sich aus der Politik zurückzuziehen. Im Gegenzug werde man versuchen, die Sicherheitskräfte dazu zu bringen, die Islamisten in Ruhe zu lassen. Der Koordinator des Komitees, Mohammed Abu Saleh, sagte, der politische Streit zwischen den Islamisten und ihren Gegnern habe «in vielen Dörfern und sogar innerhalb der Stämme einen Keil zwischen die Menschen getrieben».

(dpa)

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