GEW: Zu viele Studienplätze nicht besetzt

Berlin..  Kooperation statt Vergabe-Chaos: Angesichts tausender unbesetzter Studienplätze in begehrten Fächern ruft die Bildungsgewerkschaft GEW Hochschulen und Politik zu einer Kursänderung auf. Das computergestützte Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) funktioniere nicht, weil sich bisher nur ein Bruchteil der Universitäten daran beteilige, sagte Andreas Keller, Vize-Chef der GEW, in Berlin. „Die Hochschulen müssen verpflichtet werden, dort mitzumachen. Das könnte auch der Bund tun, aber er nutzt seine Gesetzgebungskompetenz nicht.“

Er kritisierte, dass mindestens 15 000 begehrte Bachelor- und Master-Studienplätze mit Numerus Clausus (NC) auch gegen Ende des Wintersemesters noch unbesetzt waren. Das Serviceverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung hatte 2008 die Zentrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) abgelöst. Es sei falsch gewesen, das zentrale Verfahren ersatzlos abzuschaffen. Heute könne sich jeder „bei sieben Hochschulen bewerben“; nach einer Zusage würden sich viele Bewerber bei den anderen Unis nicht mehr abmelden. Die GEW fordert für Fächer mit extremem Studienplatzmangel – wie Psychologie, Jura oder Betriebswirtschaftslehre – ein zentrales modernes Verfahren.

Laut „Spiegel Online“ hatten 62 Hochschulen zum Wintersemester 289 Studienfächer über das Verteilverfahren angeboten. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) räumte ein, dass sich nicht alle 170 staat­lichen Hochschulen Deutschlands an dem Verfahren beteiligen. Es würden aber stetig mehr.