Gesundheits-Apps mit Datenrisiko

Berlin..  Gesundheitsminister Hermann Gröhe hat vor einem sorglosen Umgang mit Gesundheits-Apps gewarnt. Gröhe sagte, solche Programme für Smartphones könnten zwar durchaus ein Fortschritt für den aufgeklärten Patienten sein; jeder müsse aber auch wissen, dass damit persönliche Daten ins Internet gelangen könnten, die nicht ausdrücklich geschützt seien.

Nach Informationen der „Ärzte-Zeitung“ gibt es mittlerweile mehr als 120 000 Gesundheits-Apps in Deutschland. Ihre Beliebtheit steigt ständig: Jeder 5. Bundesbürger nutze das elektronische Informationsangebot. Die Palette ist vielfältig. Ob Blutzucker-Tagebuch, Depressions-Beratung oder Ernährungsberatung bei Schuppenflechte: Pharmafirmen und Krankenkassen sehen hier eine Zukunftsbranche.

„Husteblume“ für Allergiker

So können etwa Allergiker mit der kostenlosen Smartphone-App „Husteblume“ einer Krankenkasse ihre persönliche Pollenbelastung vorhersagen lassen – und es werden zusätzlich Tipps zur medikamentösen Behandlung gegeben.

Minister Gröhe betonte zudem, auch Angebote privater Versicherungsunternehmen unterlägen keinen strengen Datenschutzauflagen, wenn sie etwa elektronisch übermittelte Kundendaten für die Tarifgestaltung nutzten und dafür mit einem Bonus winkten. Geld sparen zu wollen, dürfe nicht dazu führen, bedenkenlos Persönlichkeitsrechte aufzugeben. Bei der elektronischen Gesundheitskarte müsse die Politik für umfassenden Datenschutz sorgen, denn es gebe kaum sensiblere Daten als Gesundheitsdaten, so der Minister.