Gericht stoppt Tötungsverbot männlicher Küken

Minden/Düsseldorf..  Das Verwaltungsgericht Minden hat dem Land untersagt, per Erlass das massenweise Töten männlicher Küken zu verbieten.

Wie das Gericht in seiner Begründung mitteilte, habe der Bund bislang keine entsprechende rechtliche Grundlage im Tierschutzgesetz geschaffen. Diese sei aber für eine Entscheidung notwendig. Dem von NRW erlassenen Verbot stünden im Grundgesetz verankerte Interesse der Betreiber entgegen, etwa die Freiheit der Berufswahl. Ob eine Neubewertung des Tierschutzes im Grundgesetz höher zu sehen sei als die Interessen der Kläger, könne nicht die Verwaltung eines Bundeslandes entscheiden, hieß es (Az.: 2 K 80/14 und 2 K 83/1). Das Gericht gab damit Klagen von elf Brütereien aus Nordrhein-Westfalen statt.

„Wir halten das Urteil für falsch“, erklärte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Er werde deshalb Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster einlegen, um ein Grundsatzurteil für mehr Tierschutz zu erhalten. Als erstes Bundesland hatte NRW die massenhafte Tötung männlicher Küken 2013 verboten. Die „Eintagsküken“ werden bei der Legehennen-Zucht in Großbetrieben als unerwünschtes Nebenprodukt sofort getötet. „Tiere sind keine Abfallprodukte“, so Remmel. „Es darf nicht sein, dass aus reinen wirtschaftlichen Gründen jedes Jahr 50 Millionen Küken vergast und geschreddert werden.“