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Kanzlergehalt

Gerhard Schröder hat am Kanzlergehalt nichts auszusetzen

Peer Steinbrück irritiert auch die eigene Partei
Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der SPD, sorgt mit Äußerungen für Wirbel, die Kanzlerin verdiene zu wenig.Foto: dapd

Gerhard Schröder war wohl ahnungslos, als er nach dem Gehalt eines Kanzlers gefragt wurde. „Ich habe jedenfalls davon immer leben können“, antwortete er. „Wem die Bezahlung als Politiker zu gering ist, der kann sich ja um einen anderen Beruf bemühen“, sagte der Altkanzler der „Bild am Sonntag“. So harmlos wie sie klang, war die Frage indes nicht. Just sein Parteifreund und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück trat am Wochenende eine Debatte über das Gehalt des Regierungschefs los. Steinbrück findet, dass die Kanzlerin zu wenig verdient, sowohl „gemessen an der Leistung“ als auch verglichen mit anderen Tätigkeiten. „Nahezu jeder Sparkassendirektor in NRW verdient mehr“, empörte er sich.

Steinbrück argumentierte nicht in eigener Sache. Er forderte gerade nicht mehr Geld für den Fall, dass er Merkel im Herbst 2013 ablösen sollte. Trotzdem ließ der Widerspruch nicht lange auf sich warten. Er kam gerade von der SPD, die ein feines Sensorium für prekäre Jobs hat. „Mehr muss nicht sein“ – so empfanden es Abgeordnete wie Dieter Wiefelspütz oder etwa der Chef der schleswig-holsteinischen SPD, Ralf Stegner. SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider rief in Erinnerung: „Das ist die bestbezahlte Tätigkeit in der Bundesregierung mit Pensionsansprüchen, die durchaus angemessen sind.“

Die Kanzlerin kommt schätzungsweise auf brutto 290.000 Euro im Jahr, wenn man zum Grundgehalt von 247.200 Euro im Jahr 2013 dann noch die Zulagen und Zuschläge addiert. Auch sie muss Steuern zahlen, aber – wie Beamte – keine Beiträge für die Renten- und Arbeitslosenversicherung leisten. Sie selbst will am Gehaltssystem nichts ändern. Ihr Sprecher Steffen Seibert sagte der „Bild“, es gebe „ein in Jahrzehnten gewachsenes, ausgewogenes und auskömmliches Gehaltssystem“. Dies habe sich „bewährt“.

Ministerien
Teure Beratung für Peer Steinbrück

Erst durch eine Klage des Springer Verlages ist jetzt die Katze aus dem Sack. Demnach hat das zwischen 2005 und 2009 von Peer Steinbrück geleitete Finanzministerium satte 1,8 Millionen Euro für die Beratung an eine Wirtschaftskanzlei gezahlt. Ebendiese Kanzlei hat dann zwei Jahre später den...

Der Kandidat Steinbrück hatte die eigenen Anhänger am meisten verblüfft, als er sich zur Geldfrage äußerte. Man dachte, der Mann sei ein gebranntes Kind – nach der Debatte über seine Beraterhonorare, nach der Kritik daran, dass er als Finanzminister einer Kanzlei Aufträge in Höhe von 1,8 Millionen Euro gab und später – als Abgeordneter – für einen Vortrag 15 000 Euro von derselben Firma kassierte. Schon drängt die Linkspartei auf einen Untersuchungsausschuss zu Steinbrücks Kanzleibeziehungen.

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Kommentare
02.01.2013
08:07
Solche Volks Angestellte sind nicht wählbar!
von GANDALF1959 | #71

Warum orientieren sich hier einige Volkes Angestellte immer an den Top-Verdienern? Dafür haben die Bürger absolut kein Verständnis. Viele Arbeiter&Angestellten des Landes müssen die Arschbacken zusammenreißen, und der Mindestlohn ist meines Erachtens viel zu niedrig, so dass manche Arbeiter kaum davon leben können. Der Unterschied zwischen 1200€ und 17000€ plus Vergünstigungen ist groß genug. Und das reicht noch nicht aus? Lieber die Gehälter der Topverdiener kürzen (aber man orientiert sich lieber nach oben, das ist schon klar. Das hohe, soziale Ansehen eines Bundeskanzlers sollte jedenfalls vollkommen ausreichend sein und kein Sparkassendirektor etc. kommt an diesen Status heran. Raffke Steinbrück ist das egal, er kandidiert nicht für das Deutsche Volk, sondern für sich .... so was ist als Volks Angestellter nicht wählbar!!!

31.12.2012
14:54
@ 65 1. reagiere ich nicht inhaltlich auf rhetorische Fragen, da müssen Sie sich andere Spielkameraden suchen, die Sie dann vor sich hertreiben können und
von PressefreiheitistVerantwortung | #70

2. können Sie sich selbst informieren, in dem Sie Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten von Politikern im Internet recherchieren.

Ob die Politiker diese dann zu Ihrer Zufriedenheit erfüllen, ist erstens eine ganz andere Fragestellung und liegt zudem garantiert nicht in meinem Verantwortungsbereich.

3. Eintrag #44 ist kein Kommentar von mir, sondern die Darstellung / Zitat des Original-Interviews aus der FAZ.

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen einen Lesekurs und Spielkameraden auf Augenhöhe.

31.12.2012
14:35
@ 68 Vielleicht ist das ganze ja auch eine Wahlkampfstrategie der SPD
von PressefreiheitistVerantwortung | #69

Hatten die nicht gesagt, sie wollten den Kandidaten erst 2013 küren?

Gemeinsam in den WahlkampfSPD bestimmt Kanzlerkandidaten erst im Januar 2013
Montag, 05.12.2011, 08:21
...
Gemeinsam in den Wahlkampf: SPD bestimmt Kanzlerkandidaten erst im Januar 2013 - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/gemeinsam-in-den-wahlkampf-spd-bestimmt-kanzlerkandidaten-erst-im-januar-2013_aid_690884.html

Vielleicht kommen die dann plötzlich mit einem neuen Kandidaten /einer Kandidatin und ein auf sie / ihn zugeschnittenes Programm auf die Bühne - und die CDU kann nicht mehr kontern? Das wäre mal etwas Neues, Unterhaltsames im Politzirkus ...
Ich bleibe dennoch bei der Ansicht, dass eine Presse, die fasst nur kaputt redet und selten einmal konstruktive Vorschläge macht, irgendwann obsolet ist. Schauen sie sich an, was nach Meinung der WAZ "die Leute bewegt hat". Und wie die WAZ dann noch eingreift, und Platz 7 nach ganz vorne holt. Damit ist die Kundenausrichtung klar

31.12.2012
14:04
Wie ich schon schrieb
von teetrinker82 | #68

erwarte ich von einem Politprofi mehr. Langsam müsste Steinbrück wissen wo sich die Fettnäpfchen befinden.

Die von mir zitierten "einfachen Fragen" wurden von Mit-Kommentatoren mit Fragen von Blättern der Yellow-Press (Bunte, Goldenes Blatt) verglichen. Aber das Interview stand nicht in der Yellow-Press - es stand in der FAZ.
Steinbrück rühmt sich ein guter Redner zu sein - ein Künstler mit dem Wort - schließlich habe am ihm dafür in den letzten Jahren hohe Honorare gezahlt - aber mit Rhetorik allein regiert man kein Land.
Ich reduziere das Interview auch nicht auf die Gehaltsfrage. Steinbrück ist als Kandidat gekürt und noch immer erkennt man nicht, was die SPD - was Steinbrück konkret anders machen will und was das uns, den Bürgern, abverlangen wird. Dafür wissen wir wie warm sein Wohnung ist, das er demnächst eine in Berlin hat und wieviel sein Wein nicht kostet....
In den USA finden derzeit die erste Vergleich von Steinbrück mit Romney statt. Hurra.

31.12.2012
10:58
Nachtrag zu #66 Rolling Stones "I cant get no satisfaction" (1965)
von PressefreiheitistVerantwortung | #67

getreu dem Motto, dass außer "Sex n Drugs n Rock n Roll" nichts zählt,
lässt sich Jagger in den Strophen über die sinnlosen Aussagen der Nachrichtensprecher und die Weicheier in der Werbung aus, die nicht einmal SEINE Zigarettenmarke rauchen würden - vermutlich meint er Joints -und dass es, wenn die Frauen auch gerade nicht funktionieren (letzte Strophe), ein ziemlich trostloses Unterfangen ist hier bei uns zu leben. Ganz schön weitsichtig, insbesondere, wenn man bedenkt, dass "Nachrichten" heute Infotainment genannt werden.

31.12.2012
10:43
#64 zzzzzz, immer diese Hartz-Fans. 8€ monatlich ab morgen, nicht Jährlich. In Prozent: 8/374 = 2,1% netto
von PressefreiheitistVerantwortung | #66

macht bei seinem steuersatz satt über 4 %. Brutto. Das wären dann 8800€. Brutto. aber nahe dran, die Schätzung, 2 mal 8 statt einmal 8 und die Nullen zählen ohnehin nichts.
Mal im ernst - was soll das, jetzt habe ich unten schon den Originalartikel eingestellt - und immer noch glaubt jeder, Steinbrück habe eine Gerechtigkeitsdebatte in puncto Kanzlergehalt ausgelöst und forciert. "lostreten" heißt nämlich genau das. Wenigstens eine Peinlichkeit für die Journalisten.
Und seine Kritiker, selbst die aus dem eigenen Lager, kommen sich schlau vor und tätigen Äußerungen über Unterschiede in Gehaltsdimensionen zwischen öffentlichen Ämtern einserseits und der freien Wirtschaft andererseits.
Das OBERPEINLICHE: Das sagt Steinbrück doch selbst in eben jenem Interview.!!
Mir ist die Person Steinbrück nicht so wichtig - aber mir wird Angst und Bange, wie wir den Meinungsmachern ausgesetzt sind. DAS führt auch zu Politikverdrossenheit. Und irgendwann ruft doch noch jemand nach dem "starken Mann"

31.12.2012
10:41
Peer Steinbrück irritiert auch die eigene Partei
von zizero | #65

zum Kommentar von PressefreiheitistVerantwortung # 44 :

Erklären Sie mir doch bitte nun einmal, welche VERANTWORTUNG Politiker zu ihren Tätigkeiten persönlich tragen müssen??

Frohes und ein gesundes neues Jahr!

2 Antworten
1. reagiere ich nicht inhaltlich auf rhetorische Fragen, da müssen Sie sich andere Spielkameraden suchen, die Sie dann vor sich hertreiben können und
von PressefreiheitistVerantwortung | #65-1

2. können Sie sich selbst informieren, in dem Sie Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten von Politikern im Internet recherchieren.

1. reagiere ich nicht inhaltlich auf rhetorische Fragen, da müssen Sie sich andere Spielkameraden suchen, die Sie dann vor sich hertreiben können und
von PressefreiheitistVerantwortung | #65-2

2. können Sie sich selbst informieren, in dem Sie Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten von Politikern im Internet recherchieren.

Ob sie diese dann zu Ihrer Zufridenheit erfüllen, ist erstens eine ganz andere Fragestellung und liegt zudem garantiert nicht in meinem Verantwortungsbereich.

3. Eintrag #44 ist kein Kommentar von mir, sondern die Darstellung / Zitat des Original-Interviews aus der FAZ.

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen einen Lesekurs und Spielkameraden auf Augenhöhe.

31.12.2012
09:55
Peer Steinbrück irritiert auch die eigene Partei
von Schwarz-Gelb | #64

Ich finde, wir sollten sein künftiges Gehalt um 8 Euro pro Jahr aufstocken. Dies werden viele Wähler im Lande nachvollziehen können.

31.12.2012
09:48
Peer Steinbrück irritiert auch die eigene Partei
von katerlein | #63

Könnte man für Steinbrück
ein Spendenkonto einrichten???

31.12.2012
09:42
BÖLLER G E Z Ü N D E T
von predoc | #62

...sagt nur was ihm wichtig ist: "Geld". Er hat vor Jahrzehnten den Bezug zum normalen Menschen verloren und hat nun das Problem das er als "künftiger" Bundeskanzler auf gleicher Augenhöhe wie die Manager aus der Wirtschaft stehen möchte. Und mit 20.000 € pro Monat geht das nicht. ...Pfui !

1 Antwort
Lesen Sie doch mal das Interview im Original. Ohne die interpretierende Zusammenfassung (Überschrift)
von PressefreiheitistVerantwortung | #62-1

Den Satz "lesen bildet" verkneife ich mir indessen. Passt nicht so ganz zu meiner momentanen Argumentation.

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