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EU-Kommission

Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik

22.05.2013 | 14:59 Uhr
Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik
Wiederauffüllbare Ölfläschchen oder -kannen sollen in der Gastronomie bald verboten werden. Das hat die EU-Kommission so verfügt.Foto: ThinkStock

Brüssel.  Die EU-Kommission will nachfüllbare Karaffen für Olivenöl auf Restauranttischen aus dem Verkehr ziehen. Im Parlament macht sich Unmut über das geplante Verbot breit: Abgeordnete mehrerer Fraktionen fordern vom Kommissionschef Jose Manuel Barroso, die für 2014 geplante Maßnahme zurückzunehmen.

Gegen das geplante EU-Verbot nachfüllbarer Karaffen für Olivenöl auf Restauranttischen formiert sich Widerstand im EU-Parlament. Abgeordnete mehrerer Fraktionen haben Kommissionschef Jose Manuel Barroso aufgefordert, die unsinnige Maßnahme zu stoppen. Sie sei „eine völlig unnötige Bevormundung der europäischen Bürger“ und beeinträchtige das Vertrauen in die EU, heißt es in einem offenen Brief an Barroso und die zuständigen Kommissare, den fraktionsübergreifend zwei Dutzend Abgeordnete vor allem aus Deutschland und Großbritannien unterschrieben.

Ab 2014 nur noch Einweggebinde erlaubt

Ein Expertenausschuss der Kommission und der Mitgliedstaaten hat beschlossen, vom 1. Januar kommenden Jahres an Wirten zu untersagen, ihren Gästen Olivenöl in den herkömmlichen Glas- oder Metall-Kännchen auf den Tisch zu stellen. Zulässig sollen nur noch Einweggebinde sein, denen Art und Herkunft des Öls zu entnehmen ist. Das diene dem Verbraucherschutz, argumentiert die Brüsseler Kommission.

EU-Kommission
Gaststätten sollen Öl-Fläschchen aus dem Verkehr ziehen

Die EU-Kommission und eine Mehrheit der Mitgliedstaaten will Gaststätten künftig vorschreiben, die normalen Tisch-Karaffen mit Olivenöl aus dem Verkehr zu ziehen und durch etikettierte Einweg-Gebinde zu ersetzen. Angeblich eine Maßnahme zum besseren Schutz des Verbrauchers gegen billige Ersatz-Öle.

Das Verbot sei völlig unangemessen und erfülle den angeblichen Zweck gar nicht, erklären die Abgeordneten. Soweit es Anlass gebe, gegen betrügerische Wirte vorzugehen, die ihren Gästen minderwertiges Öl unterschieben wollten, sei das Sache der nationalen Behörden. Außerdem sei unerfindlich, warum für Olivenöl andere Regeln gelten sollten als für andere Öle oder Essig. Auf Initiative der deutschen Abgeordneten Peter Liese (CDU) und Monika Hohlmeier (CSU) forderten die Parlamentarier den Kommissionschef auf, die Entscheidung zu überdenken und „andere Methoden zu entwickeln, um mit das Problem minderwertigen Olivenöls zu beheben“.

Lehne zweifelt

Die Kommission hat formal die Möglichkeit, das Kännchen-Verbot zu stoppen, müsste allerdings dafür von ihrer bisherigen Position abrücken. Die ist nach Informationen aus der EU-Zentrale auf Arbeitsebene festgelegt worden. Die politische Führung sei gar nicht im Bilde gewesen, hieß es.

Auch der Rechtsausschuss des Parlaments will sich mit dem Verbot befassen, das quer durch die EU Kopfschütteln ausgelöst hatte. Man werde kommende die Rechtmäßigkeit des geplanten Schritts überprüfen, teilte der Ausschuss-Vorsitzende Klaus-Heiner Lehne (CDU) mit: „Ich habe erhebliche Zweifel, ob die Europäische Kommission mit dem geplanten Ölkännchenverbot nicht ihre Kompetenzen überschritten hat."

Knut Pries



Kommentare
23.05.2013
10:35
Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik
von donfernando | #14

Mein Gott, wie ungeheuer wichtig! Dass Politiker mit solchen bahnbrechenden Fragestellungen ihr Geld verdienen können ist schon unglaublich.

23.05.2013
10:28
Ölkriese
von wohlzufrieden | #13

Weg mit gefährlichem Speiseöl, her mit gesundem Fracking...Ironie aus.

23.05.2013
10:04
Neue EU-Regel
von KritischeMeinung | #12

Vorschlag: Ab jetzt müssen alle Nahrungsmittel in Einwegdosierungen gekauft werden. Auch Pommes, Salate, Brötchen, damit auch ja nur neues auf den Tisch kommt.

Wieviele in der EU-Krankheitszentrale in Brüssel haben eigentlich einen völligen Dachschaden. Was da für so einen Unsinn an Geld verbrannt wird, sollte mal lieber dem deutschen Steuerzahler zukommen, anstatt unser Leben zu bevormunden und teurer zu machen.

Wenn ich diese Eurokraten sehe, bekomme ich spontane Bolemie.

23.05.2013
09:55
Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik
von seew1 | #11

Hoffentlich sieht Barroso ein, daß die angestrebte Regelung Schwachsinn in höchster Potenz ist.

23.05.2013
09:41
Hier übertriebene Fürsorge, dort die Privatisierung des Wassers
von vantast | #10

Offenbar haben diese Bürokraten als Zombies keinen Kontakt zum richtigen Leben, vermutlich verbringen sie einen großen Teil ihrer Zeit in einem goldenen Käfig.
Nur sollten sie nicht solche menschenfeindlichen Sachen auf Wunsch von Geldgebern wie die Wasserprivatisierung anstreben.

22.05.2013
23:58
Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik
von scouti | #9

Dürfen dann in Restaurants oder Imbissbuden noch Salate in der Küche oder an der Theke frisch angerichtet werden? Hier könnte ja auch preiswertes Öl etc. als am Tisch verwendet werden.

Tsatziki demnächst nicht mehr möglich wegen dem Öl, genauso Pizzableche auspinseln. Dann kommt demnächst das Bier oder der Ouzo/Raki dran. Woher weiß ich denn ob das Fassbier wirklich von x ist und nicht Billigware von z bzw. ob der Ouzo oder Raki nicht selbstgebrannt wurde.

Liebe Politiker der EU, hoffentlich strahlt das Atomium nicht radioaktiv ab. Lasst die Kirche im Dorf. Ranziges Öl kann der Gast merken, wer schlechtes Essen oder Getränke hat, macht irgendwann Restetrinken mit sich selber - am letzten Öffnungstag/zum Insolvenzverfahren.

22.05.2013
21:18
Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik
von Elric | #8

Was ist mit meinem Benzintank? Wer stellt sicher, dass nur extrateurers Einwegbenzin in den Tank kommt?

22.05.2013
18:34
Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik
von wohlzufrieden | #7

Jetzt wird bestimmt ein "Ölkännchen-Gipfel" einberufen.

22.05.2013
18:26
Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik
von EinOerer | #6

Die werden nicht bezahlt, um sich sowas auszudenken.

Die haben gemerkt, dass sie über sind wie nur was. Und damit das nicht auch wer anders merkt, werden diese Leute aktiv und überziehen uns mit solch schlauen Einfällen!

Und das Politiker dagegen vorgehen wollen:

Die Botschaft hör´ ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube.

22.05.2013
18:06
Geplantes Verbot von Ölkännchen stößt auf Kritik
von wildcat59 | #5

Da werden tatsächlich Leute bezahlt, um sich solchen Unsinn auszudenken. Der Wasserkopf sollte abgespeckt werden.

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