Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Reisekosten

Genehmigte Klassenfahrten müssen nicht abgesagt werden

20.02.2013 | 17:09 Uhr
Genehmigte Klassenfahrten müssen nicht abgesagt werden
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Rot-Grün reagiert auf die große Verunsicherung in den Schulen: NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) sagte zu, dass alle für 2013 bereits genehmigten Reisen auch stattfinden können. Wird das Budget der Schule überschritten, soll zusätzlich Geld vom Land fließen.

Im Konflikt um diesjährige Klassenfahrten an den Schulen in NRW wird es keine schnelle Lösung geben. Allerdings sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) gestern zu, dass alle für 2013 bereits genehmigten Reisen auch stattfinden können. „Sie müssen nicht abgesagt werden“, so die Ministerin. Sollte dabei das Budget einer Schule überschritten werden, weil daraus künftig auch die Reisekosten der Lehrer finanziert werden müssen, will das Ministerium dafür zusätzliches Geld bereitstellen.

Wo der Etat noch nicht vollständig verplant ist, können weitere Fahrten gebucht und von der Schulleitung genehmigt werden. Anders sieht es für Reisen aus, die vom Budget nicht gedeckt sind. Darüber kann erst entschieden werden, wenn der Haushalt 2013 im Landtag verabschiedet ist. Das wird nicht vor Beginn der Osterferien der Fall sein. „Wir sind in einer misslichen Lage“, räumte Löhrmann im Schulausschuss ein.

Sechs Millionen Euro für Fahrten

Im Etatentwurf sind knapp sechs Millionen Euro für Klassenfahrten vorgesehen – so viel wie in den Vorjahren. „Wir werden auf jeden Fall draufsatteln müssen“, sagte SPD-Schulexpertin Renate Hendricks der WAZ. Wie hoch der ungefähre Mehrbedarf an den Schulen ist, soll über die Bezirksregierungen geklärt werden. Dass der Reise-Etat als „erster Schritt“ auf acht Millionen Euro aufgestockt werden soll, wollte Hendricks nicht bestätigen.

Lesen Sie auch:
Schulen in NRW streichen Klassenfahrten

Lehrer haben neuerdings das Recht auf Erstattung von Reisekosten – aber die Schulen haben kein Geld. Überall in NRW bangen Schulen um ihre Reiseprojekte für 2013 und 2014. Sie wollen schnell Unterstützung von Land, doch NRW muss sparen.

Alle Fraktionen wiesen im Ausschuss auf die Bedeutung der Fahrten für die Klassengemeinschaft hin. „Die pädagogische Zielsetzung muss mit der Haushaltslage in Einklang gebracht werden“, betonte Löhrmann. Dazu erarbeitet ihr Haus bis Ostern neue Richtlinien.

Hintergrund der Debatte ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster, wonach Lehrer ihre Kosten für Klassenfahrten voll geltend machen können. Bisher haben sie diese zum Teil oder ganz selbst getragen. Nun müsste das Land einspringen - hat aber dafür aber bisher keine Mittel eingeplant. Die mögliche Folge: Klassenfahrten müssten gestrichen werden.

Theo Schumacher

Facebook
 
Kommentare
21.02.2013
12:52
Genehmigte Klassenfahrten müssen nicht abgesagt werden
von Klug99 | #4

Welch ein bekloppte Diskussion!
Beim derzeitigen Reisekostenbudget steht einer Klasse nur ein Geldbetrag zur Verfügung, welcher gerade mal für fünf Lehrer-Fahrten im Jahr mit dem ÖPNV von Bochum nach Gelsenkirchen und zurück ausreicht! Auch die weiteren Budgetansätze für Material (wie Computer und Programme), Toilettenreinigung, Telefon, Kopieren usw. sind ein absoluter Witz. Mit diesen Grundlagen können Schulen keinen zeitgemäßen Unterricht gestalten.
Hier ist auch den engagierten Lehrern zu danken, die bisher unter Verzicht auf Reisekosten usw. mit den Kindern Ausflüge unternommen haben.

Ebenso darf man darauf Hinweisen, dass im Bildungsbudget Gelder enthalten sind die weit über die Kosten hinaus den ländlichen ÖPNV stützen!

21.02.2013
10:02
Entfernungs-Begrenzung
von ruhrgebieti | #3

Ich bin der Meinung, man sollte eine Entfernungsgrenze für Klassenfahrten einführen. Den Klassenverbund stärken erreicht man auch ohne Weltreise. Da ist echt zuviel Anspruchsdenken entstanden.

200 oder 300 Kilometer reichen. Wenn ein Nachbarland damit erreichbar ist, ist es mir auch recht.

Aber Tirol wie neulich im Artikel muß es von NRW aus nicht sein.

21.02.2013
07:51
Land gibt grünes Licht für genehmigte Klassenfahrten
von EhemaligerMendener | #2

Grundsätzlich bin ich ja für Klassenfahrten. Gemeinschaftsgefühl ist sicherlich etwas, was man Kindern auch beibringen muss.
Gleichzeitig sollte man Kindern aber auch beibringen, dass Geld nicht im Überfluss vorhanden ist. Aus meinen Bereich kenne ich zB ein Gymnasium, welches eine Abschlussfahrt nach Neuseeland ausgetragen hat. Dieses wurde bereits in der 6. Klasse beschlossen und alle konnten drauf sparen. Das die Entscheidun für Neuseeland nicht von den Schülern kam, düefte schon alleine deswen klar sein, weil es sich hier um eine 6. Klasse gehandelt hat.
Auch Abschlussfahrten in der Grundschule finde ich doch seltsam. Tagestouren ok, aber gleich 300km fahren? Und dann noch im Frühling vor der Beendigung der 4.Klasse? Wo könnte man da noch synergieeffekte bekommen?
Fazit: Wir müssen wieder Bescheidener werden. Fahrten innerhalb Deutschlands finde ich gut. Auch fahrten außerhalb sind ok,wenn das Budget beider möglichkeiten nicht 200 € überschreitet. Da sollte es Grenzen geben

21.02.2013
07:26
Land gibt grünes Licht für genehmigte Klassenfahrten
von Otto99 | #1

Das ist ja großzügig, dass genehmigte Klassenfahrten genehmigt werden.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7641071/create

  • (am 23.04.2013 um 05:51)
Umfrage
Die Innenminister fordern eine strengere Promillegrenze für Radfahrer. Derzeit liegt der Grenzwert bei 1,6 Promille. Wie finden Sie die Forderung der Innenminister?

Die Innenminister fordern eine strengere Promillegrenze für Radfahrer. Derzeit liegt der Grenzwert bei 1,6 Promille. Wie finden Sie die Forderung der Innenminister?

 
Fotos und Videos
Prinz Harry in den USA
Bildgalerie
Prinz-Besuch
Trauer um Margaret Thatcher
Bildgalerie
Begräbnis
Japan bringt Raketen in Stellung
Bildgalerie
Korea-Konflikt
Nackt-Protest bei Putin-Besuch
Bildgalerie
Femen
Aus dem Ressort
Uni-Rektoren befürchten Spaltung der Hochschullandschaft
Hochschule
Elitäre Forschungsunis auf der einen, Massenunis für die Ausbildung auf der anderen Seite: Dieses Szenario befürchten einige Rektoren. Damit der elitäre Zirkel bei der Hochschulrektorenkonferenz nicht noch mehr Einfluss bekommt, ist offenbar eine Kandidatin "abgestraft" worden.
Willy Brandt ist auch nach 150 Jahren SPD immer noch dabei
SPD-Jubiläum
Die SPD feiert ihr 150-jähriges Bestehen. In die Festlaune mischt sich im Revier auch Unbehagen: Die Partei vergreist, die „Kümmerer“ werden weniger. Zu Feiern bleibt da vielleicht die zeitlose Grundidee: Solidarität und Gerechtigkeit. Ein Stimmungsbild aus Dortmund-Wickede.