Gemeinsam erinnern

Am Niederrhein..  Rund um die Schwanenburg blieb kaum ein Haus stehen. Am 7. Oktober 1944 warfen britische Lancaster und Halifax-Bomber ihre tödliche Last ab – der erste massive Bombenangriff während des Zweiten Weltkriegs auf Kleve. 562 Menschen starben; auch Emmerich war Ziel des Angriffs – dort gab es 600 Tote.

Sirenen heulen, Bomben explodieren, eine Frau schreit: An der Heideburger Mauer in Kleve erinnert ein „Hörstein“ an den Angriff. Es ist ein Naturstein mit einer Tafel nebst QR-Code, den man per Smartphone scannen kann, um ein informatives Hörspiel abzurufen. Eine deutsch-niederländische Delegation weihte den Stein gestern ein. Eine weitere Hörstelle steht in der Donsbrügger Heide. Sie erzählt die Geschichte von 100 ukrainischen Zwangsarbeitern.

Beitrag für eine europäischeErinnerungskultur

Das niederländische Befreiungsmuseum Groesbeek (gut 20 Kilometer hinter Kleve) hat das Gedenken in der Region zusammen mit deutschen Partnern organisiert, Motto: „Der Weg in die Freiheit“. Die Steine gehören zur „Liberation Route Europe“, die historische Schauplätze miteinander verknüpft – von Südengland aus, über die Normandie, bis nach Berlin und Danzig. „Das Projekt trägt dazu bei, eine europäische Erinnerungskultur zu schaffen“, sagt Wiel Lenders, der Direktor des Groesbeeker Museums. Um Erinnerung geht es auch bei der Ausstellung „Soldiers – Market Garden und Rheinland Offensive“, die in Kürze an den Niederrhein wandert (siehe Box). Die Schau hat das Kriegsende vor 70 Jahren im Blick. In der Region hatte die größte Luftlandeoperation des Zweiten Weltkriegs und die größte alliierte Offensive in Nordwesteuropa stattgefunden.

Die deutsch-niederländische Delegation reiste gestern weiter nach Kranenburg und Weeze, wo weitere Hörstellen eingeweiht wurden. In Weeze wurde auch eine Schau zum temporären Flugfeld B100 der Royal Air Force besucht. Eine weitere Reisestation war Wesel, wo an den Rheinübergang vor 70 Jahren erinnert wurde.