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Algerien

Geisel-Befreiung endet mit Blutbad

17.01.2013 | 19:18 Uhr
Geisel-Befreiung endet mit Blutbad
In dieser Gasförderanlage der britischen BP und der norwegischen Statoil in der Nähe der libyschen Grenze spielte sich die Befreiungsaktion ab.Foto: dpa

Algier.   Blutbad beim Befreiungsversuch von Geiseln in der algerischen Wüste: Bei einem Luftangriff der algerischen Armee auf islamistische Terroristen, die Dutzende westliche und algerische Geiseln festhielten, soll es viele Tote gegeben haben. Unbestätigten Berichten zufolge sollen 34 Geiseln und 15 Kidnapper getötet worden sein.

Blutbad beim Befreiungsversuch von Geiseln in der algerischen Wüste: Bei einem Luftangriff der algerischen Armee auf islamistische Terroristen, die Dutzende westliche und algerische Geiseln festhielten, soll es viele Tote gegeben haben. Unbestätigten Berichten zufolge sollen 34 Geiseln und 15 Kidnapper getötet worden sein. Vier ausländische Geiseln seien befreit worden, meldete die algerische Presseagentur Aps, anderen sei die Flucht gelungen.

Am Donnerstagabend waren die Umstände der Aktion noch unklar. Am Vortag hatten schwer bewaffnete Terroristen eine Gasförderanlage der britischen BP und der norwegischen Statoil in der Nähe der libyschen Grenze gestürmt und eine große Gruppe von Arbeitern gefangen genommen. Einigen seien Sprengstoffpakete umgebunden worden, hieß es. Laut der mauretanischen Presseagentur Ani, die von den Extremisten als Informationskanal benutzt wurde, sollen sieben westliche Geiseln weiterhin in der Gewalt der Islamisten sein. Ursprünglich sollen sich mehr als 40 internationale Arbeiter in der Hand der Terroristen befunden haben. Darunter Franzosen, Amerikaner, Briten, Norweger, Japaner und ein Österreicher.

Zeugen berichteten von Explosionen

Ersten Berichten zufolge hatte die algerische Armee den Komplex auf dem Gasfeld offenbar mit Hubschraubern angegriffen. Zeugen berichteten, es habe mehrere Explosionen gegeben. Einige Fahrzeuge der Geiselnehmer seien zerstört worden.

Die Regierungen in Paris, London und Washington sind offenbar nicht zuvor über den Militärangriff informiert worden. Von den algerischen Sicherheitsbehörden hieß es, man habe „sofort“ handeln müssen. Nach dem Luftangriff stürmten Bodentruppen das Gelände.

Kommentar
Kurzsichtige Strategie im Antiterror-Kampf

Der Krieg, den Paris gegen die diversen militanten Gruppen begonnen hat, die sich im Norden Malis breit gemacht haben, dient eben auch und vor allem der Sicherheit Europas. Doch zeigt die Entwicklung in Nordafrika einmal mehr, wie fatal es ist, allein auf die militärische Karte zu setzen.

Geiselnehmer fordern französischen Abzug aus Mali

Die islamistischen Fanatiker gehören zur einer Gruppe, die dem nordafrikanischen Terrorarm „El Kaida im islamischen Maghreb“ zugeordnet wird. Sie forderten, dass die von Frankreich angeführte internationale Militäroperation in Nord-Mali gegen islamistische Rebellen gestoppt werde.

Das El Kaida-Kommando, das aus 20 Männer bestanden haben soll, gehörte zu einem Terrorflügel mit dem Namen „Bataillon des Blutes“. Ihr Anführer soll der berüchtigte Mokhtar Belmokhtar sein, der seit 20 Jahren sein Unwesen in der algerischen und malischen Wüste treibt und eine Terroristenarmee von etwa 300 Männern kommandiert.

Ralph Schulze



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