Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Terror

Gefährlicher Taliban in Afghanistan gefasst

23.10.2012 | 17:59 Uhr
Gefährlicher Taliban in Afghanistan gefasst
Ein afghanischer Polizist beim Training. Foto: dapd

Berlin.   Mullah Abdul Rahman war der mutmaßliche Drahtzieher des Angriffs auf zwei Tanklastzüge in der Provinz Kundus. Seine Festnahme ist ein Erfolg von deutschen und afghanischen Spezialkräften. Ob die Eliteeinheit KSK am Einsatz beteiligt war, ist nicht bestätigt worden.

Der mutmaßliche Drahtzieher des bisher schwersten Anschlags auf deutsche Soldaten in Afghanistan ist gefasst. Wie gestern die örtliche Polizei bestätigte, haben Spezialkräfte am 19. Oktober Mullah Abdul Rahman in der Nähe von Kabul verhaftet. Der Taliban gilt als der „Schatten-Gouverneur“ in der Provinz Kundus. Ihm wird ein Angriff am Karfreitag 2010 angelastet, bei dem drei Soldaten starben, sowie die Entführung von zwei Tanklastzügen. Die Bundeswehr bombardierte die entführten Fahrzeuge. Dabei kamen mehr als 100 Menschen ums Leben, auch Zivilisten.

Dem Vernehmen nach haben deutsche und afghanische Spezialkräfte – von US-Kampfhubschraubern unterstützt – ein Dorf in der Provinz Kundus angesteuert, um den Taliban festzunehmen. Rahman und ein weiterer Kommandeur seien überrascht worden. Beide wurden nach Kabul geflogen und den Behörden übergeben.

KSK ist Geheimsache

Geführt wurde die Operation von afghanischen Sicherheitskräften. Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte weder die Identität der Gefangenen noch die Beteiligung des Kommandos Spezialkräfte (KSK). Das KSK ist eine 1000 Mann starke Eliteeinheit, die Aufklärung betreibt, verdeckte Operationen ausführt und Geiseln befreit.

Über Erfolge und Verluste macht das Verteidigungsministerium keine Angaben – das KSK ist Geheimsache. Aufgebaut wurde es Mitte der 90er Jahre: Noch 1994 war die Bundesregierung für die Befreiung von Deutschen in Ruanda auf die Hilfe Belgiens angewiesen. Im selben Jahr erlaubte das Verfassungsgericht dann Militäreinsätze außerhalb der Nato. Nach 1995 war das KSK im Balkan-Krieg und in Afghanistan im Einsatz. Am Hindukusch kämpfen derzeit schätzungsweise 100 KSK-Soldaten.

Miguel Sanches



Kommentare
24.10.2012
09:18
Gefährlicher Taliban in Afghanistan gefasst
von drberger | #2

"Tolle Leistung" - aber vollkommen nutzlos! Da der Talibanführer in afghanische Hände kommt, wird er entweder von Herrn Karsei wieder, wie schon anderweitig geschehen auf unsere Soldaten wieder losgelassen, oder von seiner Moslembande befreit!
Die hätten mit dem kurzen Prozess machen sollen, dann wäre wirklich Ruhe. Wir sollten von Amerika mal etwas positives lernen.

23.10.2012
18:34
feuer frei!
von wohlzufrieden | #1

Man wird das Gefühl nicht los, den deutschen soll das Krieg spielen schmackhaft gemacht werden....

2 Antworten
Gefährlicher Taliban in Afghanistan gefasst
von Plem | #1-1

wohlzufrieden, wie Sie richtig erkannt haben, laufen die im Sinne des "Common Sense" medial begleiteten Vorbereitungen für den nächsten Einsatz der Bundeswehr im Ausland, konkret Mali.

Bundeswehreinsatz in Mali wird wahrscheinlich
23.10.2012 | 17:35 Uhr
http://www.derwesten.de/politik/bundeswehreinsatz-in-mali-wird-wahrscheinlich-id7222934.html

Plem | #1-1
von wohlzufrieden | #1-2

Danke für die Information! Schönen Tag noch!

Aus dem Ressort
Islamisten enthaupten US-Journalisten - Drohung an Obama
Irak
Islamistische Terroristen haben im Irak den US-Reporter James Foley enthauptet. Mit einem Video der brutalen Hinrichtung des 40-Jährigen warnen die IS-Milizen die USA, sich nicht in die Kämpfe in Syrien und im Irak einzumischen. 20 weitere internationale Journalisten gelten als vermisst.
Weitere rostige Fässer im Akw Brunsbüttel entdeckt
Atomkraft
In den unterirdischen Depots des Atomkraftwerks Brunsbüttel sind bei Untersuchungen zehn weitere Rostfässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll entdeckt worden.
Türkei mindestens seit Kanzler Schröder im Visier des BND
BND
Der BND hat die Türkei schon lange im Visier: Mindestens seit der Regierung von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) ist das Land offizielles Aufklärungsziel des Bundesnachrichtendienstes. Laut Medieninformationen ist die Türkei in die höchste Beobachtungsstufe einsortiert.
Iranisches Parlament setzt Reformer Dana als Minister ab
Machtkampf
Die Hardliner in Irans Parlament haben einen wichtigen Reformer und Gefolgsmann von Präsident Hassan Ruhani als Minister abgesetzt. Beobachter werten den Schritt als Reaktion des konservativen Lagers auf den Ausruf "Zur Hölle mit Ihnen", mit dem der Staatschef seine Kritiker angegangen hatte.
Bafög-Reform beschlossen - ab 2016 sieben Prozent mehr
Bafög
Das Bundeskabinett hat die erste Bafög-Erhöhung seit 2010 beschlossen. Ab Herbst 2016 bekommen bedürftige Studenten und Schüler sieben Prozent mehr. Der Bund übernimmt außerdem den bisherigen Länderanteil am Bafög. Die eingesparten 1,2 Milliarden Euro sollen die Bundesländer in Bildung investieren.
Umfrage
In Hagen und Berlin gab es am Dienstag Ebola-Verdachtsfälle. Beide bestätigten sich nicht. Fürchten Sie sich trotzdem vor der Krankheit?

In Hagen und Berlin gab es am Dienstag Ebola-Verdachtsfälle. Beide bestätigten sich nicht. Fürchten Sie sich trotzdem vor der Krankheit?