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Gefährliche Eskalation an der türkisch-syrischen Grenze

03.10.2012 | 21:43 Uhr
Foto: /AP/Amel Emric

Gefährliche Eskalation an der syrisch-türkischen Grenze: Eine aus Syrien abgefeuerte Granate schlug in einem Haus des türkischen Grenzortes Akcakale ein und tötete nach Angaben der türkischen Regierungspartei AKP fünf Menschen, darunter einen sechsjährigen Jungen.

Beirut/Istanbul (dapd). Gefährliche Eskalation an der syrisch-türkischen Grenze: Eine aus Syrien abgefeuerte Granate schlug in einem Haus des türkischen Grenzortes Akcakale ein und tötete nach Angaben der türkischen Regierungspartei AKP fünf Menschen, darunter einen sechsjährigen Jungen.

Das Büro des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan teilte am Abend mit, die Artillerie habe daraufhin Ziele in Syrien beschossen, die mit Radar erfasst worden seien. Türkische Sicherheitskreise vermuteten, dass die in Akcakale eingeschlagene Granate von syrischen Regierungstruppen abgefeuert wurde.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte in Washington, es sei eine "sehr gefährliche Lage" entstanden, über die sie mit den NATO-Verbündeten beraten werde. Die syrische Regierung füge ihrem eigenen Volk beispielloses Leid einzig aus dem Grund zu, sich an der Macht zu halten, sagte Clinton. Verantwortliche Nationen müssten zusammen Druck auf Präsident Baschar Assad ausüben, um einen Waffenstillstand und eine politische Veränderung herbeizuführen.

Unklare Lage auf den Golanhöhen

Auch an den südlichen Nachbarn Israel rückte der syrische Bürgerkrieg näher heran: An der Waffenstillstandslinie auf den von Israel kontrollierten Golanhöhen versammelten sich Dutzende bewaffneter Männer. Die israelischen Behörden versetzten daraufhin die Streitkräfte in der Region in Alarmbereitschaft und schlossen einen Ausflugspunkt.

Israelische Sicherheitskräfte bezeichneten die Lage als unklar. So sei nicht bekannt, ob es sich bei den Männern in ziviler Kleidung um syrische Soldaten oder Rebellen handelte. Es habe keine Versuche gegeben, die Waffenstillstandslinie mit Gewalt zu überschreiten.

In Syrien selbst wurde die umkämpfte Handelsmetropole Aleppo von drei Selbstmordanschlägen erschüttert, die mindestens 33 Menschen in den Tod riss. Es habe viele zum Teil schwer verletzte Menschen gegeben, meldeten syrische Medien und Rebellen. Mehrere Gebäude stürzten ein und begruben vermutlich weitere Menschen in den Trümmern.

Drei Attentäter zündeten getrennt voneinander auf dem Platz Saadallah al Dschari im Zentrum der Stadt ihre Autobomben in der Nähe eines Offiziersclubs. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Die Regierung in Damaskus machte die von ihr als "Terroristen" bezeichneten Rebellen verantwortlich. Es gibt aber auch zunehmend Befürchtungen, dass die Terrorgruppe Al-Kaida in Syrien tätig wird.

"Wie eine Serie von Erdbeben"

Staatliche syrische Medien berichteten, der Offiziersclub und ein Hotel seien fast vollständig zerstört worden. Eine weitere Bombe explodierte einige hundert Meter entfernt in der Nähe der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Altstadt. "Es war wie eine Serie von Erdbeben", sagte ein Bewohner des Viertels, der seinen Namen nicht nennen wollte.

Das Gebiet wird von Regierungssoldaten kontrolliert. Die Rebellen starteten in der vergangenen Woche eine neue Offensive in Aleppo. Die Eroberung der Stadt wäre ein strategisch wichtiger Erfolg. Die Rebellen hätten dann eine nördliche Basis, in der sie aus der Türkei versorgt werden und dann den Kampf gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad weiter ins Land tragen könnten.

Seit Beginn des Aufstands gegen die Regierung von Assad im März des vergangenen Jahres sind nach Schätzungen von Aktivisten mehr als 30.000 Menschen getötet worden.

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dapd

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