Gedenkminute zum Absturz bewegte Hunderttausende

Auch die 8. Klasse an der Erich-Fried-Gesamtschule in Herne nahm teil an der landesweiten Gedenkminute anlässlich des Flugzeug-Unglücks.
Auch die 8. Klasse an der Erich-Fried-Gesamtschule in Herne nahm teil an der landesweiten Gedenkminute anlässlich des Flugzeug-Unglücks.
Foto: Stephan Glagla/ Funke Foto Service
Was wir bereits wissen
Um 10.53 Uhr bleibt NRW stehen. Erzieherinnen zünden in Kitas mit den Kindern Kerzen an. Busse und Straßenbahnen verharren an den nächsten Haltestellen. Abiturienten hören auf zu feiern, um der Opfer zu gedenken.

Essen.. Zwei Tage nach dem Absturz von Germanwings-Flug 4U 9525 haben die Menschen im ganzen Land um 10.53 Uhr mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht. Zu diesem Zeitpunkt war am Dienstag die Funkverbindung abgebrochen. Auch in vielen Behörden und Schulen, Unternehmen und Gemeinden herrschte Stille. Totenglocken läuteten. In den Kitas zündeten die Kinder gemeinsam mit den Erzieherinnen Kerzen an.

In zahlreichen Städten blieben Busse und Straßenbahnen an den nächsten Haltestellen stehen, so etwa in Essen und Mülheim. Die Fahrgäste waren zuvor mit Durchsagen informiert worden.

Gedenken Am Hauptbahnhof Bochum wurde mit einer Lautsprecherdurchsage zum Gedenken aufgerufen. Hier versammelten sich auch mehr als 1000 Beschäftigte der Stadt auf dem zentralen Willy-Brandt-Platz zum stillen Gedenken. Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz hatte dazu per Mail aufgerufen. Zwei, drei Minuten verharren die Mitarbeiter, mitunter im Gebet, während der Einkaufstrubel um sie herum kaum abebbt. Dann kehren sie an ihre Arbeitsplätze zurück, viele mit Tränen in den Augen. Im Wattenscheider Rathaus schlossen sich auch Bürger der trauernden Gemeinschaft an.

Freud und Leid beieinander

In Dortmund gab es eine Gedenk-Durchsage in den U-Bahnstationen, im Anschluss an die Schweigeminute läuteten in der Innenstadt die Glocken. In der Fußgängerzone hielten einige Menschen inne.

In Witten läuteten Glocken die Schweigeminute ein. Abiturienten zweier Gymnasien feiern gerade auf dem Rathausplatz, zum Teil verkleidet als Hippies, doch um 10.53 Uhr hört das Lachen auf. Die Ruhe ist fast fühlbar, beklemmend, vielleicht aber auch tröstlich – Freud und Leid, so nah beieinander.