Gedenken am Ort des Grauens

Die Welt schaute auf das größte Zelt, das jemals in Polen errichtet wurde. Es umschloss das Portal des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und machte es zur beklemmend ausgeleuchteten Kulisse einer bewegenden Gedenkfeier. 2500 Ehrengäste nahmen davor Platz, um an den 70. Jahrestag der Befreiung zu erinnern. 40 Staatsoberhäupter waren gekommen, darunter Bundespräsident Joachim Gauck. Die englisch- und polnischsprachigen Redner riefen in Erinnerung, dass es für „Vernichtungslager“ oder „Sonderkommando“ bis heute keine anderssprachigen Begriffe gibt.

„Die Nazis haben meine polnische Heimat zu einem ewigen jüdischen Friedhof gemacht“, sagte Polens Präsident Komorowski. 1,1 Millionen Menschen fielen allein in Auschwitz-Birkenau dem Massenmord zum Opfer. 300 Überlebende waren zur Gedenkfeier an den Ort der Barbarei zurückgekehrt. Einige trugen die gestreifte Häftlingskleidung von damals. Sie erzählten unter Tränen, wie sie die Gräuel, die rauchenden Schlote der Krematorien auch nach 70 Jahren gefangen halten. Ihr Ruf an die heutigen Staatenlenker: „Hass ist niemals richtig. Jeder hat eine Wahl.“