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GdP kritisiert Spielplangestaltung der DFL

12.01.2011 | 09:18 Uhr
GdP kritisiert Spielplangestaltung der DFL

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei verlangt von der Deutschen Fußball Liga mehr Fingerspitzengefühl bei der Spielplangestaltung. Die Koordinationsstelle Fanprojekte verlangt hingegen von der Polizei mehr Professionalität im Umgang mit den Fans.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangt angesichts des Gewaltpotenzials bei Fußballspielen von der Deutschen Fußball Liga (DFL) mehr Fingerspitzengefühl bei der Spielplangestaltung. Es sei vor dem Hintergrund der Sicherheitsanforderungen nicht nachvollziehbar, dass wie im Februar geplant an einem Wochenende gleich mehrere sogenannte Risikobegegnungen in mehreren Bundesländern angesetzt werden, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd vor einem Expertengipfel am Mittwoch (12. Januar) in Frankfurt am Main. Dabei sitzen der Deutsche Fußballbund (DFB), die Deutsche Fußball Liga (DFL), die Polizei und Fanvertreter erstmals an einem Tisch, um über die Eindämmung der Randale rund um die Stadien zu diskutieren.

Radek beklagte, die Belastungen für die Beamten und das Gewaltpotenzial bei Fußballpartien sei seit Jahren unverändert hoch. Zwar registriere die Polizei nach Ausschreitungen inzwischen „ein schnelles Reagieren der DFB-Sportgerichtsbarkeit, die dabei auch nicht davor zurückschreckt, Fankurven zu sperren und hohe Geldstrafen auszusprechen“. Jedoch reiche es zur Entlastung der Polizisten nicht aus, wenn die DFL wegen vieler Demonstrationen beispielsweise nur am 1. Mai keine Spiele ansetze, dafür aber am Tag davor und danach. „Das ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung“, so Radek, aber die Gewerkschaft appelliert an die DFL, künftig so ein Wochenende komplett spielfrei zu lassen.

Termine nicht nach „kommerziellen Verwertungsinteressen“

Der GdP-Vize betonte, die Spiele dürften „nicht ausschließlich nach kommerziellen Verwertungsinteressen“ terminiert werden. Auch der DFB müsse „sicherstellen, dass brisante Spiele mit einem hohen Gewaltpotenzial nicht ausgerechnet an einem Freitagabend stattfinden“, betonte Radek. Das gelte insbesondere für Spiele, bei denen es in der Vergangenheit zu schweren Auseinandersetzungen gekommen sei.

Die bundesweite Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) verlangt hingegen eine zunehmende Professionalisierung und eine verbesserte Kommunikation der Polizei im Umgang mit Fußballfans. „Viel zu oft noch werden Fangruppen von den Sicherheitskräften pauschal als gefährlich angesehen, ohne dass zwischen normalen Anhängern und tatsächlichen Übeltätern unterschieden wird“, sagte KOS-Leiter Michael Gabriel. Das vorrangige Ziel sei deshalb, bei der Polizei für mehr Verständnis für die Fankultur zu werben.

Die Sicherheitskräfte müssten verstehen, dass „es für die Fans dazugehört, zu Auswärtsspielen fahren, um gemeinsam das Spiel zu erleben, dabei zu trinken und auch lautstark den Gegner zu beschimpfen“, betonte Gabriel. Dabei finde die Gewalt lediglich auf „verbaler Ebene statt“. Gleichzeitig seien auch die Fans gefordert, sich in die Lage von Polizisten an den Spieltagen hineinzuversetzen. „Die Fans müssen begreifen, dass Taten, die für sie nur Lappalien darstellen, Polizisten indes völlig anders wahrnehmen und schon wegen ihres Berufs entsprechend handeln müssen.“

Bengalischer Feuer als Streitpunkt

Ein Streitpunkt sei beispielsweise das Zünden bengalischer Feuer. „Das komplette Verbot der Bengalos führt nur dazu, dass diese in die Stadien geschmuggelt werden und nach dem Zünden von den Fans gleich weggeworfen werden, weil es für denjenigen, der damit erwischt wird, ein mehrjähriges Stadionverbot gibt“, fügte Gabriel hinzu. Das Wegwerfen des Feuers gefährde die Zuschauer. Als Bengalos noch legal waren, seien diese - von den Fans in der Händen gehalten - kontrolliert abgebrannt worden. „Mittlerweile haben Ultra-Gruppen aus fast 50 Städten einen konstruktiven Vorschlag zum sicheren Abbrennen von Bengalos vorgelegt.“ Im Gegenzug wollen die Fans auch das Zünden von Böllern und Magnesiumfackeln verzichten.

Die KOS fordert einen „kontinuierlichen, authentischen und ehrlichen Dialog“ zwischen Fußballfans, Polizei und Vereinen. Dafür könnten die Fangruppen und die sogenannten Ultras nach Ansicht Gabriels „die wichtigste Vermittlungsinstanz“ zwischen diesen Akteuren sein. Auch innerhalb der Fanszene habe man positive Erfahrungen etwa mit Begegnungsangeboten für die Fangruppen verschiedener Vereine gemacht. Um Heranwachsende an eine Fankultur heranzuführen, gebe es etwa ein Programm für unter 16-Jährige, die zu Auswärtspartien begleitet werden und dort darauf geachtet wird, dass kein Alkohol, keine Zigaretten oder andere Drogen konsumiert werden. (dapd)

DerWesten

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Kommentare
12.01.2011
18:01
GdP kritisiert Spielplangestaltung der DFL
von Satzball56 | #3

Also das schlägt doch dem Fass den Boden aus !!
Die Forderungen dieses KOS-Leiters Michael Gabriel sind sowohl an Dummheit, als auch an Dreistigkeit nicht zu toppen !!
Die Sicherheitskräfte “ müssen verstehen “ ??? In welcher Welt lebt dieser Mensch ??
Seit wann gehört es zum Besuch eines Fußballspieles, sich bis zur Bewusstlosigkeit zu betrinken ??
Und seit wann gehört es zum Besuch eines Fußballspieles, den Gegner aufs übelste zu beschimpfen und zu beleidigen ???
Weder vor, noch in einem Fußballstadion findet sich die Anordnung:
“ Respekt und Achtung der Menschenwürde sind im Stadion verboten “ !!!!
Auch seiner Argumentation, Gewalt fände nur auf “ verbaler Ebene “ statt, kann ich nicht folgen!
Denn wenn ich nur meine Stimme gebrauche, woher stammen dann solche Begriffe wie:
AUSSCHREITUNGEN oder “ DRITTE HALBZEIT “ ????
Ich gehöre zu den Fußballfans, die ihre Kindheit auf der Aschenbahn an der Seitenlinie verbringen durften. Weder ein Ordner, noch ein Polizist hat uns dort je weggeschickt !!
Wir waren nicht eingepfercht in sogenannte Fanblöcke und es gab auch keine Ausschreitungen!!
Die Polizei war nur für den geordneten Ablauf der An- und Abreise der Zuschauerströme verantwortlich.
Es kam uns auch niemals in den Sinn, die Anhänger der Gegenmannschaften anzugreifen, geschweige denn zu verletzen !!
Herr Gabriel wäre gut beraten, sich eine Aufzeichnung des Europacupfinales von 1985 zwischen
Juventus Turin und dem FC Liverpool anzuschauen.
An diesem schrecklichen Abend kam es zu “ Ausschreitungen “ sowohl zwischen den Fans beider Clubs, als auch mit den Sicherheitskräften.
Diese Katastrophe endete bekanntlich mit 39 Toten !!!!!!
Vielleicht überdenkt er dann, was seinem Empfinden nach “ zu einem Fußballspiel gehört “ !!
Darüber hinaus wäre es sinnvoll, wenn die Kosten für die Einsätze der Sicherheitskräfte in vollem Umfang den Vereinen angelastet würden.
Vielleicht würden diese dann sehr rasch feststellen, dass solche merkwürdigen Gruppierungen wie
“ Ultras “ einen großen Anteil an der Kostenexplosion für die Polizeikräfte haben!!
Denn es ist mit keinem Argument zu erklären, dass friedliche Fußballfans horrende Eintrittsgelder dafür bezahlen, dass ihnen dort Gefahr an Leib und Leben droht !!!

12.01.2011
16:02
GdP kritisiert Spielplangestaltung der DFL
von gdpler | #2

Da sicherlich bei der WM in Katarrh auch Einsätze im Rahmen von Entwicklungshilfe bei 50 Grad kommen werden, bin ich jetzt schon auf diese Diskussionen gespannt.

12.01.2011
15:00
GdP kritisiert Spielplangestaltung der DFL
von teowitten | #1

Viel zu oft noch werden Fangruppen von den Sicherheitskräften pauschal als gefährlich angesehen, ohne dass zwischen normalen Anhängern und tatsächlichen Übeltätern unterschieden wird“

Wie bitte soll ein Polizeibeamter hier eine Unterscheidung vornehmen, wenn eine ganze Gruppe auf ihn zurollt, bei der sicherlich nur wenige Gewalttäter dazwischen stecken.
Ich möchte den Job nicht machen und für die Millioneneinkünfte Einiger Weniger meine Haut zu Markte tragen.
Glück auf

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