Garzon: IGH-Anrufung im Fall Assange möglich

Im Tauziehen um Wikileaks-Gründer Julien Assange zwischen Großbritannien und Ecuador hat Anwalt Baltasar Garzon der Regierung in Quito eine Anrufung des Internationalen Gerichtshofs nahe gelegt.

London (dapd). Im Tauziehen um Wikileaks-Gründer Julien Assange zwischen Großbritannien und Ecuador hat Anwalt Baltasar Garzon der Regierung in Quito eine Anrufung des Internationalen Gerichtshofs nahe gelegt. Ecuador könne in Erwägung ziehen, ob es sich an den IGH in Den Haag wende, um freies Geleit für Assange zu erstreiten, wiederholte der ehemalige spanische Ermittlungsrichter Garzon am Sonntag frühere Äußerungen. Das südamerikanische Land hat dem in seiner Londoner Botschaft verschanzten Assange Asyl gewährt, Großbritannien lehnt eine Ausreise jedoch ab.

Assange selbst wagte sich am Sonntag mit einem Appell an US-Präsident Barack Obama erstmals seit seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft vor zwei Monaten wieder aus seinem Versteck. Er rief die USA auf, "ihre Hexenjagd" gegen seine Organisation zu beenden. Angesichts der britischen Drohung, ihn beim Verlassen der Botschaft zu verhaften, wandte sich der 41-Jährige jedoch lediglich von einem Balkon aus an rund 200 Anhänger und Journalisten. Dutzende britische Polizisten beobachteten den Auftritt.

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