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Garantien müssen her – von Thomas Wels

27.01.2012 | 16:21 Uhr

Bei aller ökonomischen Rationalität, die dem Verkauf der Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp an die finnischen Outokumpu-Gruppe innewohnt: Ein solcher Schritt mag in einem Markt mit enormer Überproduktion sinnvoll sein, für den Industriestandort NRW ist er ein schwerer Schlag.

Der Markenname Nirosta genießt Weltruhm, die technischen Verfahren sind Weltspitze. Schließt Outokumpu aber die Schmelzöfen, degradiert man die Werke in Bochum und Krefeld zu reinen Weiterverarbeitern.

Geht die Konjunktur in den Keller, werden hier zuerst die Anlagen runtergefahren. Für die 6000 Beschäftigten in Deutschland sind das keine guten Aussichten. Die Betriebsräte haben bei dem gigantischen Verkaufsprogramm von Unternehmen mit 35 000 Mitarbeitern mitgezogen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen. Hier steht Vorstandschef Hiesinger im Wort.

Bisher ist auf dessen Glaubwürdigkeit kein Schatten gefallen. Die Geschwindigkeit, mit der Thyssen-Krupp den Verkaufsprozess durchpeitscht, lässt Zweifel aufkommen. Das Misstrauen gegenüber den Finnen ist groß, da wollen Garantien gut ausgehandelt sein. So viel Zeit muss sein.

Thomas Wels

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