Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Kreditaffäre

Gabriel will Bundespräsident Wulff im Amt halten

26.12.2011 | 08:26 Uhr
Gabriel will Bundespräsident Wulff im Amt halten

Berlin.  Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich dafür ausgesprochen, den wegen eines umstrittenen Privatkredits unter Druck geratenen Bundespräsidenten Christian Wulff im Amt zu halten. Damit verteidigt er allerdings weniger Wulff als das Amt der Bundespräsidenten.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich dafür ausgesprochen, den wegen eines umstrittenen Privatkredits unter Druck geratenen Bundespräsidenten Christian Wulff im Amt zu halten. "Es wäre verheerend und nahe an einer echten Staatskrise, wenn innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Mal ein Bundespräsident zurückträte", sagte Gabriel der Zeitung "Die Welt". "Rückhaltlose Aufklärung soll nicht zum Rücktritt, sondern zu einer Rückkehr in eine angemessene und glaubwürdige Amtsführung führen."

Zugleich kritisierte Gabriel das Verhalten Wulffs. Träger öffentlicher Ämter dürften auch Fehler machen, müssten aber "besonders klar, eindeutig und glaubwürdig" damit umgehen, sagte er. "Taktisches Verhalten und Bauernopfer wie die Entlassung seines Pressesprechers sind fehl am Platz."

"Seinen moralischen Anspruch sehr klar formuliert"

Es gehe weiter um die Frage, ob Wulff sich als Ministerpräsident an Recht und Gesetz gehalten habe, machte Gabriel deutlich. Dies müsse vor allem im niedersächsischen Landtag geklärt werden. Außerdem gehe es darum, ob Wulff der Öffentlichkeit die Wahrheit gesagt habe. Würden die offenen Fragen nicht beantwortet, wäre "der Schaden für das Amt des Bundespräsidenten und für das Vertrauen in die Politik enorm", sagte Gabriel. Unklarheiten und Halbwahrheiten seien der Nährboden für Misstrauen und Verdächtigungen.

Der SPD-Chef erinnerte daran, dass Wulff "seinen moralischen Anspruch sehr klar formuliert" habe. Sein Buch "Besser die Wahrheit" sei ein schönes Beispiel dafür. "Daran muss er sich jetzt messen lassen", sagte Gabriel.

(afp/dapd)

Facebook
 
Kommentare
13.01.2012
17:50
Blockierter Kommentar.
von Rally8 | #64

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.12.2011
09:06
Gabriel will Bundespräsident Wulff im Amt halten
von bauhans | #63

Warum regen wir uns denn auf? Wir durften den Präsidenten nicht wählen, also existiert er für uns auch nicht. Egal was wir sagen, die Politiker halten zusammen und machen was SIE wollen.

27.12.2011
14:54
Gabriel will Bundespräsident Wulff im Amt halten
von Lustig1952 | #62

Welche Konditionen hat denn Gabriel von der BW erhalten?

27.12.2011
10:59
Blockierter Kommentar.
von nie88 | #61

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.12.2011
10:55
Gabriel will Bundespräsident Wulff im Amt halten
von nie88 | #60

Oh das nenne ich mal Meinungsfreiheit!#

27.12.2011
07:29
Blockierter Kommentar.
von nie88 | #59

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.12.2011
01:43
Blockierter Kommentar.
von wahlpottler | #58

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

1 Antwort
Gabriel will Bundespräsident Wulff im Amt halten
von AntonC | #58-1

Auch nach einem Jahrhundert haben die Braunen, wie uns wahlpottler zeigt nichts gelernt.

27.12.2011
01:09
Blockierter Kommentar.
von fraka | #57

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.12.2011
00:22
Stellenbeschreibung vs. Vorbildfunktion
von TreuerLeser | #56

Über den starken Akzent, der neuerdings immer wieder auf die Vorbildfunktion gelegt wird, wundere ich mich allerdings auch. Die von Stefan2 unter #52 eingestellte Bundespräsidenten-Stellenbeschreibung halte ich insofern für ganz nützlich.

Wenn ich mich nicht irre, haben z. B. Johannes Rau und Gustav Heinemann geraucht. Soll man sich das auch zum Vorbild nehmen?

Heinrich Lübke hat bekanntlich in manchen seiner Äußerungen unglückliche Formulierungen gewählt. Wie ist es damit?

Karl Carstens ist als wandernder Bundespräsident in Erinnerung geblieben. Müßten sich da nicht jetzt 80 Millionen Einwohner auf den Weg quer durch Deutschland machen?

Und Theodor Heuss hat die schwäbische Aussprache auch als Präsident beibehalten. Hätten die damaligen Zeitgenossen - also etwa unsere Elterngeneration - das in ganz Deutschland zusätzlich lernen sollen?

Ich habe das Gefühl, dass die weit verbreitete Suche nach Vorbildern teils darauf beruht, dass die Menschen heute nicht nur „fremdschämen“ lassen, sondern gerne auch „fremddenken“ von Anderen, denen sie sich dann gedanklich anschließen.

Deshalb brauchen wir auch so viele Kommissionen, Experten und Berater für alles Mögliche.

26.12.2011
23:09
Gabriel will Bundespräsident Wulff im Amt halten
von PESATO | #55

Gabriels Rede unterstreicht das Machtgeklüngel und die Sicherung von Versorgungsbezügen in der Politik. Welche "Leichen" Gabriel und Wulff gemeinsam im Keller liegen haben werden wir wohl nie erfahren oder???.
Falsche Angaben beim Bezug von ALG II führen meist zum Entzug der finanziellen Leistungen und da vor dem Gesetz angeblich alle gleich sein sollen, sollte dies auch für Wulff und andere - nicht gradlinige (?) - PolitikerInnen auch gelten. Tut es aber nicht in dieser Republik nicht.
Erfolg hat wer Lügt und betrügt - der Redliche zahlt und zahlt!!! In diesem Fall zahlen die Deutschen Steuerzahler für Politiker.
Die "Staatskrise" ist längst da, verursacht von unredlichen PolitikerInnen, die sich gewissenlos an dem von den Deutschen Steuerzahlern aufgebrachten Mitteln bedienen. Man wartet immer noch darauf, dass mal die "Diäten" oder anderen Bezüge der PolitikerInnen nicht nur gekürzt werden, sondern auch gestrichen!!!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6192046/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker in Hula
Syrien
Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben.
Video 4 Kommentare 4
Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen aufgetaucht
Menschenrechte
Der Bruder des blinden chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Menschenrechtsanwalts in sein Dorf im Osten Chinas zurückgekehrt. Chen war in der vergangenen Woche nach Peking gereist. Kurz darauf verschwand er.