Gabriel fordert eine Extra-Steuer für die Bildung
13.01.2011 | 16:50 Uhr 2011-01-13T16:50:00+0100
Essen.SPD-Chef spricht bei einem Vortrag an der Uni-Essen sich für einen Beitrag der Wohlhabenden an der Bildungsfinanzierung aus. Schüler müssten besser gefördert werden: „Ich kriege einen dicken Hals, wenn ich das Wort Fachkräftemangel höre“.
Eher zufällig landete SPD-Chef Sigmar Gabriel in dem Hörsaal S07 der Uni Essen. Der Erziehungswissenschaftler Prof. Rolf Dobischat hatte ihn im Zug kennengelernt, man kam ins Gespräch und wie das so ist: „Wenn Sie mal nach Essen kommen...“ Gestern also war es soweit.
„Ich war mal in der Erwachsenenbildung“, begann Gabriel. „Und das mache ich heute ja irgendwie immer noch.“ Dann wurde er ernster und zeigte in den vollen Hörsaal: „50 Prozent von Ihnen wird nach dem Abschluss vermutlich keine feste Stelle bekommen.“ Viele müssten jahrelange Praktikumsschleifen drehen.
Doch es ging ihm nicht darum, die Studenten zu erschrecken. Er wollte seine These untermauern: Wirtschaftswachstum und technologischer Fortschritt seien in früheren Zeiten automatisch mit allgemeinem Wohlstand verknüpft gewesen. Das habe sich geändert. „Viele Menschen werden abgekoppelt.“
„Wir lassen zu viele Menschen gehen“
Bildung sei die Basis unseres Wohlstands, so Gabriel. Doch während der Bedarf an Qualifizierten wachse, sinken die Geburtenraten. Zugleich verschleudere Deutschland seine Talente: 70 000 Schüler verließen jedes Jahr die Schule ohne ausreichende Qualifikation. „Ich kriege einen dicken Hals, wenn ich dann das Wort Fachkräftemangel höre“, so Gabriel. „Der kann nicht so groß sein, wenn wir uns erlauben, auf diese Menschen zu verzichten.“
Auch viele gut ausgebildete Frauen würden durch die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf ausgebremst. „Wir lassen zu viele Menschen gehen“, sagte Gabriel. Eine erste Maßnahme gegen den Fachkräftemangel wäre es, ausländischen Studenten nach dem Studium eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu geben, schlug er vor. Bisher müssen Absolventen aus Nicht-EU-Staaten nach einem Jahr das Land verlassen. „Das ist nicht nachvollziehbar.“
Mehr Bafög statt Elite
Gabriel forderte konkrete Reformen: „Wir brauchen weniger Eliteprogramme und mehr Bafög.“ Die Hochschulen müssten sich für Menschen mit beruflicher Qualifizierung öffnen. 20 Milliarden Euro seien nötig, um den Bildungsetat auf das Niveau vergleichbarer Industrienationen zu heben. Wo er das Geld denn hernehmen wolle, wollte ein Student wissen. Gegen eine Bildungssteuer für Wohlhabende hätte er nichts, entgegnete Gabriel. Drei Milliarden würde er bei den Hoteliers wieder einsammeln, die Mehrwertsteuer umkrempeln („wieso gilt für Schnittblumen der halbe Steuersatz?“), und die 700 Millionen für das Hartz-Bildungspaket seien „verdaddelte Steuergelder“.
Der Zugang zur Bildung aber müsse kostenfrei sein. „Weil uns daran gelegen sein muss, dass möglichst viele diesen Weg einschlagen.“ Das bedeute aber nicht ein kostenloses Dauerstudium. „Es gibt kein Recht auf Faulheit.“

13:47
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19:15
#38 von xyz ,
Es ist erstaunlich, dass dieser Mann Vorsitzender der Volkspartei SPD geworden ist.
er ist der traurige rest.die guten haben sich davon gemacht.
19:12
ach Gabriel, so lange Steinmeyer noch sein Mund aufmachen kann für die SPD....hast du eh verloren!
Steinmeyer weg....dann kann man gerne weiterreden!
Ansonsten keine schlechte Idee um mal wieder etwas soziales Gleichgewicht wieder herzustellen...
19:03
#38 von xyz
Und der Grossteil der hier kommentierenden, vor Politik-Kompetenz nur so strotzend, hat noch nicht einmal das geschafft. Warum versucht Ihr eigentlich nicht, an Stellen zu kommen an denen man mitentscheiden kann?
18:47
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18:40
Das ist wieder typisch!
Allen Leuten einreden, wie schlecht alles ist und dass sie nur mit Hilfe und Unterstützung von der SPD überleben können. Eigeninitiative und Selbstbestimmung sind unbekannt.
Dann gibt es natürlich viele staatliche finanzierte Unterstützer, die auch von den Parteien abhängen (DDR 3.0?)
Die Ideen der Grünen und Linken sind ähnlich.
Es ist erstaunlich, dass dieser Mann Vorsitzender der Volkspartei SPD geworden ist. Wie schlecht ist nur der Rest der Partei?
18:33
Joooooo wenn watt nicht Klappt und man Watt nicht Kann besonders inne Politik:
Wird sofort nach Steuererhöhungen geschrien.
Das Allheilmittel aller Politiker.
Kann man nicht uns Bürger auch einen Rettungsschirm geben, der Uns vor solchen Politik Granaten schützt ????
18:24
Wann begreift der Wähler endlich, dass man keine der etablierten Parteien mehr wählen kann? Früher presste der Adel das Volk aus und lebte selbst in Saus und Braus. Heute tun das a l l e Politiker! Irgend jemand muss ja schließlich die sozialen Wohltaten dieser weltfremden Heilsversprecher bezahlen. Und wer kann das anderes sein, als der fleißig arbeitende Bürger??? Deutschland braucht schnellstens andere Parteien und Politiker, die aus der Mitte der Gesellschaft kommen und wissen wovon sie reden !!!!!
17:41
Herr Gabriel kriegt nicht nur einen dicken Hals, auch der Bauch erinnert eher an (den leider zu früh verstorbenen) Günter Strack.
Da möchte wohl jemand seine nächste Diätenerhöhung finanziert wissen. Schmarotzer!
17:16
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