Fußball darf nicht mehr nur Mittel zum eigenen Zweck sein

Die erste Reaktion ist Achselzucken. Die Worte Festnahmen, Manipulation, Korruption und Fifa in einem Atemzug zu hören, löst doch seit Jahren bei niemandem mehr ernsthaftes Erstaunen aus. Was traurig ist, aber die brutale Realität.

Daraus resultiert der zweite Gedanke: Warum nur sieben? Warum zählen zu den Festgenommenen, des organisierten Verbrechens und der Korruption beschuldigt, nur sieben Funktionäre des Fußball-Weltverbandes?

Bislang saß die Fifa – vor allem ihr Präsident Joseph Blatter – alle Vorwürfe und Untersuchungen aus. Es gab einen so genannten Reformprozess mit Ethik-Richtern und allem, was benötigt wird, um Augenwischerei zu betreiben. Der Aufklärungsdruck der Bosse hingegen fehlte. Blatter und Co. leben schließlich prima mit den Milliarden, die ihre, welch’ Hohn, als gemeinnütziger Verein anerkannte Gelddruckmaschine erwirtschaftet.

Einhalt gebot dieser Gesellschaft bis dato ebenfalls niemand ernsthaft. Gastgeber-Länder einer Weltmeisterschaft etwa kritisieren zwar oft die meist einseitigen Bedingungen, fügen sich aus eigener Profitsucht aber. Vor der WM in Deutschland 2006 zum Beispiel setzte die Fifa durch, dass sie ihre gewaltigen Einnahmen nicht versteuern muss.

Nun befindet sich ihr Ansehen aber am tiefsten Tiefpunkt. Blatter, der morgen wiedergewählt werden möchte, geht wie immer in Deckung. Falls die übrigen Funktionäre aber nur noch etwas Verstand und ein letztes Fünkchen Ehre besitzen, beenden sie sein Treiben endlich und legen den Fifa-Sumpf trocken. Der Fußball darf nicht mehr nur Mittel zum eigenen Zweck sein.