Für israelischen Diplomaten ist Deutschland "fröhlicher geworden"
10.07.2009 | 18:26 Uhr 2009-07-10T18:26:00+0200
Essen. Nach neun Jahren geht der israelische Diplomat Ilan Mor (53) zurück nach Israel. Zunächst arbeitete er als Pressesprecher der israelischen Botschaft in Bonn, seit 2004 ist er Israels Gesandter in Berlin. Im Interview zieht er eine Bilanz seiner Jahre in der Bundesrepublik.
Wie hat sich Deutschland während Ihrer Amtszeit verändert?
Mor: Deutschland ist selbstbewusster geworden. Aber auch lockerer, fröhlicher und sehr europäisch ausgerichtet. Das ist eine gute Kombination. Zumal das für uns Israelis sehr wichtige Thema, die Erinnerung an den Holocaust, darunter nicht leidet. Deutschland pflegt eine konsequente großartige Erinnerungskultur. Davor habe ich Hochachtung.
Andererseits gibt es immer mehr Straftaten von Rechtsradikalen.
Das ist schlimm, aber die deutsche Demokratie sitzt fest im Sattel. Das, was sich zwischen 1933 und 1945 in Deutschland ereignet hat, kann sich nicht wiederholen.
Das ist angesichts der rechtsradikalen Übergriffe nur ein schwacher Trost.
Natürlich muss sich die Demokratie gegen diese undemokratischen Fanatiker zur Wehr setzen. Notfalls auch mit undemokratischen Mitteln.
Sie, ein Demokrat, halten Folter für akzeptabel?
Es kommt auf den Einzelfall an, aber notfalls ja. Man kann nicht Terroristen bekämpfen und gleichzeitig alle Menschenrechte zu 100 Prozent einhalten. In meinem Heimatland gibt es jeden Tag eine Abwägung zwischen dem Recht auf Sicherheit und den Menschenrechten. Das ist für uns oft eine existenzielle Frage. Doch die Anwendung von undemokratischen Mitteln muss die Ausnahme bleiben.
Sollte Deutschland die NPD verbieten?
Das ist eine innere Angelegenheit Deutschlands. Aber ich will Ihnen folgenden Hinweis geben: Auch in Israel gab es eine rechtsradikale Partei, die wir verboten haben. Das war eine gute Entscheidung, weil die Demokratie damit zeigt, dass sie sich wehrt.
Die Gesinnung von deren Anhängern ändert sich damit aber nicht.
Das stimmt, aber das eine schließt das andere nicht aus: Wir brauchen noch mehr Aufklärung, mehr Begegnungen und Schüleraustausch-Programme. Davon kann es nicht genug geben. Und wir müssen auch über das moderne Israel sprechen, das nicht nur aus Religion und Militärmaßnahmen besteht – also über unsere Kultur, unsere Literatur, unsere High-Tech-Industrie und unseren Sport. Das ist wichtiger denn je. Etwa für die vielen jungen Leute und die Millionen Migranten: Sie alle müssen wissen, dass es nicht allein um Schuld, sondern vor allem um Verantwortung geht, und dass sie als Staatsbürger Deutschlands diese Verantwortung mittragen.

09:09
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10:57
Wie kann die Bundesrepublik ein solch inniges Verhältnis zu einem Staat pflegen, dessen hochrangiger Vertreter sich eindeutig für die Folter ausprechen. Es wird in Israel wohl das Recht ausgeübt, welches gerade besser in den Kram passt. (Demokartie oder Folter) Da hat Israel es gerade nötig immer uns, mit dem Hinweis auf die weit hinter uns liegenden abscheulichen Nazi-Taten, das Geld aus der Tasche zu ziehen, und selber die rechtsstaatlichen Prinzipien außer Acht zu lassen. Ich dachte gerade die Folter ist Völkerrechtlich absolut geächtet. Aber Israel brauch das ja nicht zu interressieren.
09:02
Konnte der Reporter nichts anderes fragen? Als wenn es in D nichts anderes gäbe als rechte Straftaten, NPD und deren Anhänger.