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Inklusion

Für Guntram Schneider ist Inklusion "eine soziale Frage“

09.08.2012 | 20:13 Uhr
Für Guntram Schneider ist Inklusion "eine soziale Frage“
NRW-Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider (SPD) ist auch zuständig für das Thema Inklusion.Foto: Matthias Graben

Duisburg.  Die NRW-Landesregierung will die Zahl der Förderschüler senken und mehr Behinderten Arbeit in regulären Unternehmen verschaffen. Um dies zu erreichen, fordert Minister Guntram Schneider eine Erhöhung der Schwerbehindertenabgabe, die Firmen zahlen müssen, die zu wenig Behinderte einstellen.

Als erstes Bundesland hat NRW einen umfassenden Plan vorgelegt, um Behinderten in Schule, Freizeit und Arbeitsleben die gleichen Chancen zu bieten wie Menschen ohne Einschränkungen. Damit setzt die Landesregierung eine UN-Konvention um, die 2009 von der Bundesregierung ratifiziert wurde. Thomas Rünker sprach mit NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) über den neuen Inklusionsplan.

Herr Minister Schneider, die Landesregierung hat jetzt ihren Inklusionsplan vorgelegt, um das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu stärken. Was ist für Sie eigentlich Inklusion?

Guntram Schneider: Meine Lieblingsübersetzung ist „mittendrin statt nur dabei“. Es geht darum, Menschen mit Behinderungen nicht erst sozusagen nachträglich in die Gesellschaft zu integrieren, sondern ihnen von vornherein eine gleichberechtigte Teilhabe an allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Das ist eine Mammutaufgabe. Aber mit unserem Aktionsplan ‚Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv’ haben wir uns jetzt auf den Weg gemacht.

Minister Guntram Schneider am Rande des Interviews zum Thema Inklusion in der Duisburger Zentrale des Behindertensportverbands NRW.

Nach einigen Irritationen im Vorfeld – etwa beim Thema Schulen...

Schneider: Irritationen wäre zuviel gesagt. Klar ist aber, dass der Schul- und Bildungsbereich ein Schwerpunkt der Inklusionsarbeit ist. Und da gibt es natürlich auch Ängste. Auf der einen Seite bei Eltern, die fürchten, dass ihr behindertes Kind in einer allgemeinbildenden Schule zu kurz kommt. Und auf der anderen Seite bei Lehrern, die sich zum Teil mit etwas völlig Neuem konfrontiert sehen. Deshalb hat die Arbeit hier ein bisschen länger gedauert.

Was planen Sie konkret?

Schneider: Im Schulbereich wollen wir die Zahl der Förderschüler minimieren. Es ist nicht akzeptabel, dass fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen Förderschulen besuchen. Wir werden diese Einrichtungen nicht abschaffen können, weil es für Kinder mit bestimmten, besonders schweren Behinderungen auch weiterhin besondere Schulen geben muss. Aber so wie es bisher läuft - Kinder mit Handicaps in einer Art Automatismus gleich auf die Förderschule zu schicken - ist es nicht akzeptabel.

Kommentare
10.08.2012
15:06
Für Guntram Schneider ist Inklusion
von b.scheuert | #6

Die Idee ist sehr liebenswürdig, aber in der Praxis wird ein Lehrer einer 30-Kinder-Horde ausgesetzt, inklusive behinderter Kids.Und wie soll das...
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2012-08-09 20:13
Inklusion,Schule,Behinderte,Guntram Schneider
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