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Für die Entwicklungsländer ist alles vage geblieben

16.12.2007 | 19:57 Uhr

DOKUMENTATION. Der Bali-Gipfel löst weitere Verhandlungen bis 2009 aus. Chef des UN-Klimasekretariats brach zusammen.

BALI. Der Sitzungsmarathon der Klimakonferenz auf Bali macht den Chef des UN-Klimasekretariats, Ivo de Beur, am Ende noch zum Opfer: Er brach am letzten Tag mit Tränen zusammen und musste von der Bühne begleitet werden. Samstag schließlich gaben dann die 187 Teilnehmerstaaten den Startschuss für einen neuen Klimavertrag, der das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ablösen soll. Die wichtigsten Beschlüsse:

Zweijährige Verhandlungen: Die Delegierten einigten sich darauf, den neuen Vertrag in den kommenden beiden Jahren auszuhandeln. Erste Gespräche sollen bis April 2008 geführt werden, Ende 2009 soll das Abkommen in Kopenhagen unterzeichnet werden. Ziel ist es, auch Staaten wie die USA, China und Indien einzubeziehen, die im Kyoto-Protokoll bislang nicht in die Pflicht genommen wurden.

Kampf gegen den Kliwandel: Die Länder einigten sich nicht auf feste Grenzwerte beim Ausstoß von klimaschädlichen Gasen. In der Abschlusserklärung ist von "tiefen Einschnitten bei den weltweiten Emissionen" die Rede. In der Erklärung wurde zwischen reichen und armen Ländern unterschieden. Die Industriestaaten werden dazu aufgerufen, Ziele zur Treibhausgas-Reduzierung zu überlegen. Was die Entwicklungsländer angeht, bleiben die Forderungen dagegen noch unbestimmter - sie sollen über "mildere Maßnahmen" nachdenken.

Klimaschutzfonds: Die Delegierten der Klimakonferenz einigten sich auf die Einrichtung eines Fonds der Vereinten Natiopnen, der die Folgen des Klimawandels wie etwa Dürreperioden oder Überschwemmungen für arme Länder lindern soll.

Derzeit umfasst der Fonds nur etwa 36 Millionen Dollar, möglicherweise werden bis 2030 jährlich zwischen ein bis fünf Milliarden Dollar hinzukommen, sollten in den Entwicklungsländern die Investitionen in umweltfreundliche Technologien zunehmen.

Erhaltung des Regenwaldes: Ab 2013 sollen ärmere Länder die Möglichkeit erhalten, Emissionszertifikate an reiche Länder zu verkaufen, wenn sie dafür ihre Regenwälder nicht abbrennen. Der Bali-Entwurf fördert zudem Pilotprojekte, welche die Ursachen der Regenwaldabholzung angehen.

Technologie-Transfer: Die Abschlusserklärung fordert mehr finanzielle Unterstützung und Investitionen für Entwicklungsländer, unter anderem bei der technologischen Zusammenarbeit. Die Weitergabe von Wissen ist eine Schlüsselforderung der Entwicklungsländer. Sie argumentieren, dass sie sich die umweltfreundlichen Technologien nicht leisten können, die ihnen Wirtschaftswachstum ermöglichen und gleichzeitig Emissionen reduzieren würden. (rtr/NRZ)

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