Frühjahrshoch auf Arbeitsmarkt

Düsseldorf..  Die Zahl der Arbeitslosen ist im Frühlingsmonat März zurückgegangen. In Nordrhein-Westfalen waren 759 200 Menschen ohne Arbeit. Das waren gut 8400 weniger als im Februar und 27 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkt auf 8,2 Prozent, wie die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit gestern in Düsseldorf mitteilte. Damit liegt NRW deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 6,8 Prozent.

Christiane Schönefeld, die Chefin der NRW-Regionaldirektion, sagte über die Entwicklung: „Der typische Verlauf im Frühling wird noch bis zum Juni rückläufige Arbeitslosigkeit bringen.“ Jetzt würden junge Fachkräfte eingestellt und die wetterabhängigen Außenberufe die Kapazitäten hochfahren.

38 600 freie Stellen im März

Motor der Nachfrage waren der zunehmende Bedarf an Fachkräften und der günstige Konjunkturverlauf. So wurden im März landesweit fast 38 600 freie Stellen gemeldet, das waren 1170 mehr als im Februar und über 2500 mehr als im März 2014.

Überdurchschnittlich viele Jüngere fanden eine Arbeit. Bei den 15- bis unter 25-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit um gut 2400 oder um 3,4 Prozent. Gegenüber dem März 2014 verringerte sich in der Altersgruppe die Arbeitslosigkeit sogar um etwa 7100 oder 9,4 Prozent. Dagegen gab es für die über 50-jährigen Arbeitslosen nur einen leichten Rückgang.

Viele ohne Ausbildung

Fast jeder Zweite ohne Job hat keine Ausbildung. Für diese große Gruppe gab es nur wenige passende Angebote: Landesweit kommt auf 20 arbeitslose Ungelernte nur eine gemeldete, passende Stelle. „Dieses Missverhältnis weist auf das Kernproblem des nordrhein-westfälischen Arbeitsmarktes hin“, erläuterten die Arbeitsmarktexperten der Zentrale der Arbeitsverwaltung in NRW. Bei den Un- und Angelernten liege auch ein zu entwickelndes Fachkräftepotenzial. Und es müsse mehr Jobs für sie geben.

Im März war in allen Regionen des Landes die Arbeitslosigkeit rückläufig. Schlusslicht blieb das Ruhrgebiet mit einer Arbeitslosenquote von 11,1 Prozent: Trotz einer Teilhabe an der allgemeinen Frühjahrsbelebung bleibe dort der Arbeitsmarkt „insgesamt unverändert kritisch“, befanden die Experten. Den vergleichsweise stärksten Rückgang hatte das Münsterland, das mit einer Quote von 4,9 Prozent auch den günstigsten Wert von NRW hatte.