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Verfassungsschutz

Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren

18.07.2012 | 14:46 Uhr
Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren
Bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts wiederholte Heinz Fromm seine Kritik an seinen Kollegen beim Verfassungsschutz.Foto: dapd

Berlin.  Die Mordserie der rechtsradikalen Terrorbande NSU bestimmt den Verfassungsschutzbericht 2011. Bis zum Herbst will Minister Friedrich Eckpunkte für eine Reform des Verfassungsschutzes vorlegen. Der scheidende Behördenpräsident Fromm geht mit seinen Kollegen hart ins Gericht.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich will bis zum Herbst Eckpunkte für eine umfassende Reform des Verfassungsschutzes vorlegen. Dies kündigte der CSU-Politiker am Mittwoch bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2011 in Berlin an. Zugleich wies Friedrich Forderungen nach einer Abschaffung der krisengeschüttelten Behörde zurück. "Der Verfassungsschutz ist ein unverzichtbares Frühwarnsystem." Die Bedrohung Deutschlands durch Extremismus, Terrorismus und Cyber-Angriffe nehme zu.

Nach der Pannenserie im Fall des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) sei das Ansehen des Verfassungsschutzes beschädigt, räumte Friedrich ein. Nunmehr gelte es, das Vertrauen in die Behörde wieder herzustellen. Daher solle nach der Erarbeitung der Eckpunkte eine Reform "zügig" vorangetrieben werden. Insbesondere will der Minister die "Zentralfunktion" des Bundesamtes gegenüber den Landesämtern stärken. Friedrich zeigte sich auch offen für Vorschläge, die Organisation zu straffen und kleine, ineffiziente Ämter zusammenzulegen. Dazu müsse es aber noch Gespräche mit den Ländern geben. Der Minister erwartet, dass der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, die Veränderungen "konsequent" durchsetzt.

Fromm geht mit Behörde hart ins Gericht

Der 49-jährige Maaßen, der bisher Stabschef für Terrorismusbekämpfung im Innenministerium war, folgt am 1. August dem langjährigen Präsidenten des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, im Amt. Das beschloss am Mittwoch das Bundeskabinett. Fromm hatte seinen vorzeitigen Rückzug angekündigt, als bekannt wurde, dass ein Beamter seines Amtes wichtige Akten zur Zwickauer Terrorzelle geschreddert hatte, noch nachdem die Terrororganisation im November 2011 aufgeflogen war.

Dies sei kein gewöhnlicher Fehler gewesen, sagte Fromm am Mittwoch zu dem brisanten Vorgang und ging mit seiner Behörde erneut hart ins Gericht: "Die Besonderheit war, dass der Fehler über ein halbes Jahr vertuscht worden ist." Laut dem scheidenden Geheimdienstler ist das Disziplinarverfahren gegen jenen Referatsleiter noch nicht abgeschlossen. Verfahren seien auch gegen zwei ihm Vorgesetzte eingeleitet worden.

Fromm stand zwölf Jahre an der Spitze des Amts. Friedrich dankte ihm für seine Arbeit und Loyalität. Er betonte, der Verfassungsschutz habe maßgeblichen Anteil daran, dass seit 2001 sieben Anschlagsvorbereitungen mit islamistischem Hintergrund vereitelt werden konnten. Zudem habe man durch Erkenntnisse der Geheimdienstler vermocht, Vereine von gewaltbereiten Muslimen, aber auch rechtsextremistische Organisationen zu verbieten.

Warnung vor Salafisten

"Es gab aber auch Misserfolge", räumte der Innenminister ein. Der "größte" sei das "Nichtentdecken des NSU" gewesen. Tatsächlich enthält der Verfassungsschutzbericht 2010 noch keinen Hinweis auf die Gefahr des Rechtsterrorismus. In dem neuen Bericht warnt die Sicherheitsbehörde nun vor möglichen Nachahmern des NSU. Es sei nicht auszuschließen, "dass Einzelne diese Taten sich zum Vorbild nehmen könnten und ähnlich agieren könnten", sagte Fromm. "Hier ist hohe Aufmerksamkeit gefordert." Laut dem Bericht nimmt die Zahl von Neonazis und gewaltbereiten Rechtsextremisten zu. Die Mitgliederzahl rechtsextremistischer Parteien gehe hingegen zurück.

Auch in der linksautonomen Szene gebe es eine zunehmende Gewaltbereitschaft, sagte Fromm. Die Bedrohung durch islamistische Extremisten bestehe zudem unverändert fort - "von ihr geht die größte Gefahr aus". Insbesondere sei ein starker Zulauf bei den radikalen Salafisten zu verzeichnen, die in Deutschland inzwischen 3.800 teils gewaltbereite Anhänger hätten. (dapd)

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Kommentare
19.07.2012
19:02
Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren
von silera | #7

Er sollte bei sich anfangen. Aber wo nichts ist kann man auch nicht reformieren.
Der bringt ja ein Geck nach dem anderen.Super der Mann, Super.

19.07.2012
12:36
Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren
von Murphy07 | #6

Der gute CSU Mann Friedrich sollte in seinem ministerium als erstes anfangen.....Da ihm die Verfgassungsämter untergeordneten sind , trägt er auch die Verantwortung. Warum gibt sein Ministerium die Anordnung zum schredern derv Akten raus ohne zu kontrollieren ob relevante Akten zu den aktuellen Verfahren darunter sind? Er selbst sitzt im Glaushaus...beide Behörden müßten auf den Kopf gestellt werden

18.07.2012
17:24
Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren
von MichaP | #5

Den ganzen Laden schließen aber ohne Penisionansprüche, was da geleistet wurde hätte eine Kindergartengruppe besser gemacht.Da lagen viele wohl in der sozialen Hängematte anstatt das zu tun wozu sie da sind. Da hilft es nicht nur den Präsident in den Ruhestand schicken. Mich bescheicht das Gefühl das einige Mitarbeiter da tief mit in der Nazi Szene drin stecken die dann noch mit Geld und Wissen versorgt habn. Denn so blind konnten die wohl alle nicht sein.

18.07.2012
16:48
Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren
von wohlzufrieden | #4

Der größte Erfolg des Verfassungsschutzes war es heraus zu bekommen, welche Marmeladen-Sorte Herr Gysi bevorzugt.

18.07.2012
16:32
Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren
von fogfog | #3

diese schlapphüte tragenden matschbirnen bekämpfen eine gefahr die sie vorher selbst geschaffen haben. so sichert man arbeitsplätze. und herrman verliert an bedeutung wenn zu wenige bemate auf sein kommando hören.
so sieht dann sparen aus.

18.07.2012
16:25
Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren
von meinemeinungdazu | #2

90 % dieses Wasserkopfes sind sicher rausgeworfenes Geld. Geleistet wurde wohl nichts, sonst gäbe es nicht nur Pleiten. So einer überflüssigen Organisation muss der Garaus gemacht werden. Eine kleine und straff geführte Neu-Organisation sollte genügen. Die Innenminister haben auf ganzer Linie enttäuscht.

18.07.2012
15:13
Friedrich will Verfassungsschutz umfassend reformieren
von akaz | #1

So ähnlich wie Blatter die FIFA?

Alle Landesbehörden bleiben. Die Gefahr ist ja immens hoch, Gefahr von rechts, links, oben und unten.
Vereinfacht kann man sagen, der Verfassungsschutz betreibt Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
Wenn dieser Laden mit seinen Ablegern in den Ländern mal von BWL-Heinis untersucht würde, kämen die ganz schnell zu dem Ergebnis, außer Spesen nichts gewesen.
Ach ich vergaß, der Verfassungsschutz hat ja die Sauerlandgruppe aufgedeckt. Aber diese Stümpergruppe wurde solange gepflegt, bis es endlich einen guten Augenblik gab, dass der Verfassungsschutz Lorbeeren einheimsen konnte.

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