Das aktuelle Wetter NRW 2°C

Ehrung

Friedensnobelpreis ist eine Last für Obama

12.10.2009 | 07:07 Uhr
Friedensnobelpreis ist eine Last für Obama

Washington. Die Verleihung des Friedensnobelpreises ist für Barack Obama nicht nur positiv. Ihm hängt die Ehre nun wie ein Mühlstein am Hals. Denn der Spielraum des US-Präsidenten wird durch die Auszeichnung kleiner.

Barack Obama den Friedensnobelpreis in bester Absicht zu verleihen, bringt den Präsidenten daheim in die Bredouille. Wie ein Mühlstein hängt ihm die Ehre nun am Hals. „Das ist das Letzte, was Obama gebraucht hat”, ließ sich ein Vertrauter des Präsidenten anonym zitieren. Die Gehässigkeiten der Republikaner, der beißende Spott in den Internet-Blogs, die eher lauwarme Freude im eigenen Lager ließen die „New York Times” immerhin daran erinnern, dass sich Obama um die Auszeichnung schließlich nicht beworben habe.

Der Präsident tat so, als sei nichts gewesen, spulte, nachdem sich der erste Schock gelegt hatte, sein Programm wie geplant ab. Schnell ließ Obama überdies verbreiten, dass er das gesamte Preisgeld von einer Million Euro für wohltätige Zwecke spenden wolle.

Preisgeld soll gespendet werden

Helfen wird ihm das wenig. Der Nobelpreis wird auf Dauer eine Steilvorlage für Obamas Gegner bleiben. „Eins ist sicher: Von den Amerikanern wird Obama keine Preise für die Schaffung von Arbeitsplätzen bekommen, für Steuersenkungen oder für das Umsetzen von Worten in Taten”, ätzte der Parteichef der Republikaner, Steele. Nichts spreche dagegen, dass der Vatikan Obama jetzt selig spreche in Erwartung künftiger Wunder, mokierten sich Spötter in konservativen Weblogs.

Viele Konservative sahen sich überdies in ihren anti-europäischen Vorbehalten, die bei den Rechten seit jeher stark ausgeprägt sind, ein weiteres Mal bestätigt. „In Europa lieben sie ein schwaches kastriertes Amerika”, polemisierte der rechtslastige König der Radio-Talkshows, Rush Limbaugh. Der Spielraum des Präsidenten wird durch die Auszeichnung kleiner. Und die Spaltung des Landes hat sich seit Freitag ein Stück weit weiter vertieft. Selten stand ein Preisträger im eigenen Land derart am Pranger.

Joachim Rogge

Facebook
 
Kommentare
12.10.2009
11:06
Friedensnobelpreis ist eine Last für Obama
von mattmax | #2

Da kann sich Obbi bei Bush bedanken. Denn neben diesem leuchtet ein jeder Demokrat wie M. Gandhi. Wenn die Welt schon keinen besseren Kandidaten zu bieten hat als jemand der ueberlegt 40 000 mehr Truppen in Afghanistan einzusetzen, und am Tage der Ernennung den Mond bebomben laesst, dann ist dieser Erde nicht mehr zu helfen.

11.10.2009
20:41
Blockierter Kommentar.
von Beatrix.Gutmann | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/285649/create

Umfrage
Die NRW-Landesregierung will junge Straftäter künftig erziehen statt wegsperren. Was sagen Sie dazu?

Die NRW-Landesregierung will junge Straftäter künftig erziehen statt wegsperren. Was sagen Sie dazu?

 
Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Karnevalswagen 2012
Bildgalerie
Schlossgarten besetzt
Bildgalerie
Sakurai & Co.
Bildgalerie
1 Kommentare 1
OB Adolf Sauerland abgewählt
Bildgalerie
2 Kommentare 2
Aus dem Ressort
Schuldenfreie Städte – Borken macht’s vor
Gemeinde-Finanzen
Die Stadt Borken macht es vor: Sie gehört neuerdings zum exklusiven Club der „Schuldenfreien“. Nur zehn bis 15 Städte in NRW gelten als schuldenfrei. Raus aus den Schulden – wie geht das? Das verraten drei schuldenfreie Städte: Borken, Langenfeld und Breckerfeld. Ihre Antworten fallen ganz ähnlich...
Jäger sucht keine Lichtgestalt als Sauerland-Nachfolger
Interview
Die Suche nach einem Nachfolger für den abgewählten Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat begonnen. NRW-Innenminister Ralf Jäger spricht im Interview über den Abwahlerfolg und die Anforderungen an künftige OB-Kandidaten.
Foto Video 17 Kommentare 17