Freispruch nach 7 Jahren U-Haft

Düsseldorf..  Nach sieben Jahren in Untersuchungshaft hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht einen Angeklagten vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Das Gericht habe den Hauptbelastungszeugen in der Türkei trotz intensiver Bemühungen nicht vernehmen können, hieß es.

Dem 60-jährigen Faruk E. war vorgeworfen worden, als Führungskader der linksterroristischen „Dev Sol“ von Deutschland aus einen Anschlag in Istanbul befohlen zu haben, bei dem 1993 zwei Polizisten und drei der Attentäter getötet worden waren. In den 80er-Jahren hatte der Staatenlose bereits wegen anderer Vorwürfe vier Jahre ohne Urteil in türkischer Haft verbracht. Nun steht ihm wegen der U-Haft eine Entschädigung zu.

2007 war Faruk E. in Hagen festgenommen worden. 2009 begann der erste Prozess vor dem Oberlandesgericht. Er endete 2011 mit einer lebenslangen Haftstrafe als Drahtzieher des Anschlags. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber 2012 wegen Widersprüchen in der Aussage des wichtigen Zeugen auf.

Das Gericht schaffte es dann nicht, in dem neuen Prozess den Schlüsselzeugen, der sich in einem türkischen Zeugenschutzprogramm befinden soll, erneut zu befragen. Ein Hilfeersuchen an die Türkei blieb ohne Ergebnis.

Seit seiner Festnahme im April 2007 saß der Angeklagte bis Februar 2014 in U-Haft, dann hatte der Senat den Haftbefehl aufgehoben. Der Prozess ging aber weiter.