„Freifunk“ macht das Internet mobil

An Rhein und Ruhr..  Immer mehr Städte in NRW arbeiten mit sogenannten „Freifunkern“ zusammen, um ihren Bürgern einen kostenlosen Zugang zum Internet anbieten zu können. Arnsberg macht dieses Angebot schon seit knapp einem Jahr, Iserlohn startete Ostern damit, und der Regionalverband Ruhr (RVR) prüft, ob mithilfe von Freifunk-Netzwerken künftig jeder Revierbürger jederzeit problemlos ins Netz gehen könnte.

Die Zahl der Internet-Router, die der Verein Freifunk Rheinland in Nordrhein-Westfalen an Privatleute und Verwaltungen ausgegeben hat, stieg in den vergangenen vier Monaten deutlich von 1000 auf 3300 an. Besonders viele Router sind in Düsseldorf (450), Essen (178) und Dortmund (163) in Betrieb. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hält diese ehrenamtlichen Initiativen für unverzichtbar bei der Digitalisierung des Landes.

Die Bundesregierung will mit einer Gesetzesreform dafür sorgen, dass Deutschland bei der drahtlosen Internet-Nutzung deutlich aufholt. Bislang sorgen rechtliche Unklarheiten dafür, dass sich Gastronomen, öffentliche Einrichtungen, Einkaufszentren und Firmen äußerst schwer tun, Gästen drahtlosen Zugang zum Internet zu gewähren. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte: „Deutschland fährt bei der Verbreitung von WLAN-Hotspots im internationalen Vergleich noch mit angezogener Handbremse.“ Der Gesetzentwurf soll dafür sorgen, dass Anbieter rechtssicher den drahtlosen Zugang ins Netz anbieten können.

Die NRW-Landesregierung kritisiert Gabriels Pläne allerdings heftig. Medienministerin Angelica Schwall-Düren erkennt „Überarbeitungsbedarf“ bei dem Gesetz, weil es private Anbieter von offenen WLAN-Netzen benachteilige.

Offene WLAN-Netze ohne Zugangsbeschränkung sind bislang in Deutschland ungefähr so häufig wie in China oder Russland. Dort allerdings ist drahtloses Internet beispielsweise in der 80 Jahre alten Moskauer U-Bahn verfügbar, während die Deutsche Bahn jetzt allmählich für Erste-Klasse-Fahrgäste einen solchen Service anbieten will. Gäste aus dem Ausland sind oft genug fassungslos, dass sie für den drahtlosen Internetzugang eine meist kostenpflichtige Regis-trierung durchlaufen sollen – der Flughafen Düsseldorf reagierte jetzt darauf und bietet immerhin 30 Minuten Gratis-Netzzugang.