Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Nordafrika

Frei gewähltes Parlament übernimmt Macht in Libyen

09.08.2012 | 07:07 Uhr
Libyen wird jetzt von einem frei gewählten Parlament regiert.Foto: dapd

Tripolis.  In Libyen ist die Macht offiziell an ein Parlament übergeben worden. Die Zeremonie war die erste friedliche Machtübergabe in dem nordafrikanischen Land seit mehr als 40 Jahren. Ein Jahr nach Sturz des Diktators Gaddafi feierten die Menschen die Nationalversammlung - die nun viel zu tun hat.

Erstmals seit mehr als 40 Jahren wird Libyen von einem frei gewählten Parlament regiert . Knapp ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Muammar Gaddafi übergab der Nationale Übergangsrat am Mittwochabend die Macht an die im Juli gewählte Nationalversammlung.

Das Parlament sei nun für die verfassungsgemäße Führung des Staates verantwortlich, sagte der Chef des Übergangsrats, Mustafa Abdel Dschalil, bei der Zeremonie in Tripolis. Auf dem zentralen Märtyrer-Platz feierten zahlreiche Menschen die Machtübergabe, die als wichtiger Schritt auf dem Weg der Demokratisierung des nordafrikanischen Landes gilt.

Video
Tripolis, 09.08.12: Knapp ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Gaddafi übergab der Nationale Übergangsrat am Mittwochabend die Macht an die im Juli gewählte Nationalversammlung, Libyens erstem in freien Wahlen bestimmtem Parlament seit 40 Jahren.

Das Parlament soll nun den Ministerpräsidenten einsetzen, Gesetze verabschieden und vollständige Wahlen für den Zeitraum nach der Erarbeitung einer Verfassung im kommenden Jahr vorbereiten.  In dem 200-köpfigen Gremium gibt es drei große Blöcke: Islamisten, darunter die Muslimische Bruderschaft und ultrakonservative Salafisten, Liberale und Gemäßigte unter Führung von Mahmud Dschibril, der während des Aufstands Ministerpräsident war, sowie Unabhängige. (rtr/dapd)

 



Kommentare
09.08.2012
09:19
Frei gewähltes Parlament übernimmt Macht in Libyen
von bloss-keine-Katsche | #1

Ich seh schon bald die sozialen Probleme kommen,
bei Gaddafi gabs Schule, Rente , ... für alle.
Die neue Regierung muss erst einmal den Scherbenhaufen, den die Natoflugzeuge huinterlassen haben an Frankreich, England abbezahlen.
Bin gespannt, was für die Menschen da noch übrig bleibt!?
Aber wird darüber dann in westlichen/deutschen Medien nicht berichtet.

Aus dem Ressort
Hunderttausende Syrer flüchten in die Türkei
Syrien
Aus Furcht vor der Terrormiliz IS kamen innerhalb von 24 Stunden 70 000 Flüchtlinge aus Syrien in die Türkei. Bundesinnenminister Thomas De Maizière will Flüchtlinge gerecht über die Länder Europas verteilen.
Merkel lässt Nahles abblitzen - Zugeständnis an Arbeitgeber
Bundesregierung
Die Zeiten üppiger Geschenke ans Wahlvolk sind vorbei. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem sozialpolitischen Plänen ihres Koalitionspartners eine klar Absage erteilt. Stattdessen macht sie der Wirtschaft Zugeständnisse. Das stellt die Große Koalition vor eine Zerreißprobe.
Tausende Russen demonstrieren gegen Putins Ukraine-Kurs
Russland
Der Rubel verliert an Wert, die Lebensmittelpreise steigen wegen der Sanktionen. Doch die in Moskau zu Tausenden aufmarschierten Demonstranten sind nicht deshalb auf der Straße - sie empört vor allem Putins neo-imperialer Stil. Finden sie Gehör?
70.000 Flüchtlinge suchen Schutz vor IS in der Türkei
Syrien
Die USA bombardieren IS-Stellungen im irakischen Mossul, doch die Miliz konzentriert ihre Angriffe inzwischen auf Nordsyrien. Die Folge: Allein seit Freitag suchten etwa 70.000 Flüchtlinge Schutz im Nachbarland. In Ankara ahnt man, dass das möglicherweise erst der Anfang ist.
Sarrazin bei AfD - wieder Austrittsforderungen aus der SPD
Veranstaltung
Thilo Sarrazin und die SPD, das ist eine ziemlich schwierige Geschichte, spätestens seit dem Buch "Deutschland schafft sich ab". Nun ist er ausgerechnet bei einer AfD-Veranstaltung aufgetreten. Die SPD-Spitze fordert ihn zum Austritt auf, Sarrazin kontert süffisant.
Umfrage
Die Schotten haben sich gegen die Unabhängigkeit entschieden, Großbritannien bleibt intakt. Wie finden Sie das?

Die Schotten haben sich gegen die Unabhängigkeit entschieden, Großbritannien bleibt intakt. Wie finden Sie das?

 
Fotos und Videos