Frauenärzte kritisieren Sexualmoral der katholischen Kirche
24.01.2013 | 19:22 Uhr 2013-01-24T19:22:00+0100
Essen. Nach der Abweisung eines Vergewaltigungsopfers an katholischen Kliniken in Köln kritisieren Frauenärzte die kirchliche Sexualmoral. Die Amtskirche setze sich über jede wissenschaftliche Erkenntnis hinweg. Ohne eine Verschreibung der „Pille danach“ sei die Behandlung eines Vergewaltigungsopfers unvollständig.
Die Abweisung eines Vergewaltigungsopfers an zwei Kölner Kliniken hat eine neue Diskussion um die Sexualmoral der katholischen Kirche entfacht. So lehnt es der Berufsverband der Frauenärzte ab, im Zusammenhang mit der „Pille danach“ von Tötung zu sprechen. Das Medikament verhindere weder die Befruchtung der Eizelle noch die Einnistung in der Gebärmutter, sondern verschiebe so lange den Eisprung und damit die fruchtbaren Tage, bis die Spermien nicht mehr lebensfähig sind.
Zuvor hatte sich der Kölner Kardinal Meisner für die Abweisung des Vergewaltigungsopfers entschuldigt. Ärzte hatten die Behandlungsverweigerung mit ihrer Sorge begründet, über die „Pille danach“ beraten und sie verordnen zu müssen. Dies bedauere er, erklärte Meisner. Bei Vergewaltigungen müssten katholische Kliniken jede „notwendige medizinische, seelsorgerische und menschliche Hilfe leisten“. Diese Hilfe ende aber bei „Maßnahmen, welche zur Tötung eines möglicherweise schon gezeugten Kindes beitragen“. Meisners Sprecher Christoph Heckeley erklärte dazu auf Anfrage, nach Auffassung in Teilen der katholischen Kirche zähle die „Pille danach“ dazu.
Katholische Kirche verbietet Empfängnisverhütung
Dieses Moralverständnis lasse sich mit dem Gewissen des Arztes nicht vereinbaren, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, der WAZ Mediengruppe. Nach Meisners Verständnis müsse die Behandlung nach einer Vergewaltigung unterbrochen werden, da das Opfer nach der Untersuchung für die „Pille danach“ noch einen weiteren Arzt aufsuchen müsse. „Das ist so, als würde ich nach der Operation die Wunde nicht zunähen“, sagte der Frauenarzt. Die „Pille danach“ in Zusammenhang mit Tötung zu setzen, setze sich über jede wissenschaftliche Erkenntnis hinweg. Die Kirche sollte die Diskussion zum Anlass nehmen, ihre Position noch einmal zu überdenken.
Nach der Abweisung eines Vergewaltigungsopfers macht jetzt die Politik Druck auf die Katholischen Kliniken. Ministerin Steffens fordert den Zugang zur "Pille danach" - zur Not auch durch die Kooperation mit einem niedergelassenen Arzt. Falls die katholische Klinik dies ablehnt, drohen Konsequenzen.
Die katholische Kirche verbietet seit 1968 durch die Enzyklika „Humanae Vitae“ jede Empfängnisverhütung, die nicht auf Enthaltsamkeit innerhalb der fruchtbaren Tage der Frau beruht. Dazu gehören die Antibabypille ebenso wie das Kondom.
Verhütung als Gewissensentscheidung
Nach breiter Kritik relativierte damals die Deutsche Bischofskonferenz in der „Königsteiner Erklärung“: Wer diese Geburtenregelung nicht akzeptiere, müsse sich „gewissenhaft prüfen“, ob er „vor Gottes Gericht seinen Standpunkt verantworten kann“. Damit machte die Bischofskonferenz die Empfängnisverhütung zur „Gewissenssache“.
Diese Gewissensentscheidung stand offenbar den Ärzten in Köln nicht zu. Anders im Bistum Essen. Dort gebe es keine Anweisung, was in katholischen Kliniken verordnet werden dürfe, so Bistumssprecher Ulrich Lota. Klar sei nur, dass es keine Abtreibung gebe.
Ein katholisches Krankenhaus lehnt die Behandlung eines Vergewaltigungsopfers ab, weil die „Pille danach“ nicht mit dem Glauben vereinbar sei. Doch wenn Frauen das von der katholischen Kirche abgelehnte Mittel nehmen, verhüten sie eine Schwangerschaft. Mit Abtreibung hat das nichts zu tun.
Wie sehr die Katholiken nach ihrem eigenen Gewissen handeln, verdeutlicht die aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts „Sinus“ im Auftrag katholischer Hilfswerke. Demnach halten sie zwar an ihrer Kirchenzugehörigkeit fest, gehen aber im Glauben und Leben oft eigene Wege. Viele Katholiken seien enttäuscht etwa über den Umgang mit dem Missbrauchsskandal. Hohes Ansehen genießt die Kirche aber hinsichtlich ihres sozialen Engagements. Nach der Abweisung des Vergewaltigungsopfers wächst allerdings die Gefahr, dass dieser gute Eindruck schwindet.

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Wahrlich ich sage euch: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder (oder Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan. (Matthäus 25,31).
Die Auslegung der Bibel scheint sich von der Wirklichkeit zu entfernen. Die Kirche der Reichen muß sich wieder auf das Kerngeschäft der Seelsorge ausrichten, dann klappt es auch wieder mit Kollektenalmosen!
11:52
Jetzt regen sie sich alle auf. An Weihnachten sitzen die Gleichen dann wieder ganz vorne in den Bänken, "weil es ja so schön ist"...
10:14
Klarheit über die rein kontrazeptive Harmlosigkeit der Pille danach. Wers glaubt, wird selig...
08:45
Katholiken und alle anderen Gläubigen können glauben, was sie wollen -
solange dieser Glaube nicht den weltlichen Gesetzen entgegen steht.
Wenn katholische Ethik nicht mit ärztlicher Ethik in Einklang zu bringen ist, dürfen katholische Träger keine Aufgabe im Krankenhausprogramm übernehmen -
das heißt, die öffentlichen Förderungen sowie die Kassenzulassung fallen weg und die nötigen Krankenhausbetten werden woanders geschaffen.
der Witz des Tages ist der Glaube an das soziale Engagement der Kirche : bei Krankenhäusern und Altenheimen ist es NULL - Einrichtungen der Caritas werden, wie auch das evangelische Pendant Diakonie aus öffentlichen Mitteln finanziert.
"Der Anteil von Kirchengeldern in der Finanzierung aller Tätigkeiten von Caritas und Diakonie beträgt insgesamt etwa zwei Prozent. Die beiden Kirchen finanzierten von den rund 37 Milliarden Euro Kosten der Einrichtungen in der Trägerschaft von Caritas und Diakonie im Jahr 2003 insgesamt etwa 830 Millionen Euro." (Wiki)
Der Witz des Tages ist der Glaube an die Gerechtigkeit in Deutschland.
Hatten wir alles schon gehabt, in der DDR. Wird vom Großteil der Bevölkerung hier als Unrechtsstaat angesehen.
Nee, wenn Sie den Unterschied nicht kennen, dann wissen Sie auch nicht, wie sehr Kirchenmitglieder im alltäglichen Leben diskriminiert wurden.
Darum geht es doch gar nicht -
Die katholische Kirche kann ja ihre Glaubenssätze in Privatkliniken ausleben lassen, aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit und hier im besonderen auf Kosten von Vergewaltigungsopfern.
Hier in NRW sind 50 % aller Kliniken zur Grundversorgung der Bevölkerung katholisch - da können Sie sich ausrechnen, dass Sie in etlichen Gegenden gar keine Auswahl haben -
ich bin evangelisch, fühle mich aber , wenn ich Krankenbesuche in katholischen Kliniken mache, sehr gestört von Kruzifixen überall und frommen Sprüchen -
da lobe ich mir die Knappschaftskrankenhäuser hier in der Umgebung :
da gibt es einen Raum der Stille, den jeder nutzen kann, egal,welcher Konfession,
da ist jeder einfach Mensch und kann seine Kräfte bündeln, um gesund zu werden.
08:27
"Gesundheitsministerin Steffens stellte klar, dass nicht erkennbar sei, dass sich der Krankenhausträger in Köln pflichtwidrig verhalten habe."
Über was wird hier also geschrieben. Für Moral und Ethik ist in D schon lange kein Platz mehr. Entweder werden klare Fakten geschaffen oder die Sache ist erledigt. Dieses hetzen gegen die katholische Kirche (bin schon lange ausgetreten) geht mir auf den Zeiger.
worüber schreiben Sie ?
Katholische Ethik unterscheidet sich in der Gynäkologie entscheident von der ärztlichen Ethik, die eine Voraussetzung für die Berufsausübung ist.
Katholische Ethik unterscheidet sich auch signifikant von evangelischer Ethik, ebenso von humanistischer Ethik.
Wieso wird gegen die katholische Kirche gehetzt, wenn über Fakten diskutiert wird ?
Ich empfehle Ihnen einen Beitrag von Monitor gestern Abend :
http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2013/0124/kirche.php5
07:31
Prinzipien hin oder her.
Was tut eine kath. Kirche einer Frau nur an, ein Kind einer Höllenqual austragen zu müssen?? Es ist sowieso schon unmöglich, die Sache jemals zu verkraften und zu vergessen, dann aber noch jeden Tag in ein Gesicht sehen zu müssen, welches die Frucht dieser Straftat ist. Aber vielleicht sollte man es dann einfach zur Adoption frei geben...falls dies die kath. Kirche überhaupt erlaubt (ich weiß es leider nicht). Denn eine vernünftige und korrekte Mutter-Kind-Bindung wird so eine Frau niemals aufbauen können. Falls doch, ist dies 100%ig 1 von 1000.
Die kath. Kirche redet immer von Barmherzigkeit und Gottes Wille...wer so etwas glaubt, der kann echt nur noch vom Glauben abfallen.
Kein Wunder das immer mehr Menschen dieser Gemeinde den Rücken kehren.
06:46
passend zu diesem Artikel gibt es in
http://blog.fefe.de
folgende 2 zeitnahe Infos mit Link zu den Quellen:
1. Ungeborene Kinder sind noch keine Menschen, daher haften wir nicht für ihren Tod. Das ist die Verteidigung der katholischen Kirche vor Gericht, nachdem in einem ihrer Krankenhäuser in den USA eine mit Zwillingen schwangere Frau starb, weil sich keiner um sie gekümmert hat. Dann steht ja ab jetzt auch Abtreibungen in katholischen Krankenhäusern nichts mehr im Wege!
2. Erinnert ihr euch an die Denunzieraktion der Katholiban? Dazu schreibt die FAZ jetzt, dass die Denunziantin auch noch von einer Krankenkasse bezahlt worden sein soll, und zwar von der BKK-IHV.
Die Testerin bekam neben einem Grundhonorar eine sogenannte „Fangprämie“ in Höhe von 50 Euro für jedes beigebrachte Rezept über die „Pille danach“. Neben den Honorarzahlungen fielen auch Übernachtungskosten und Kosten für einen Mietwagen an. Insgesamt schlug die Aktion nach Erinnerung eines Beteiligten mit 1.500 bis 2.0