Franziskus wäscht Füße von Häftlingen

Rom/Bottrop..  Papst Franziskus hat seine Priester dazu aufgerufen, mit Freude unter Menschen zu gehen. „Wenn Jesus mitten unter uns die Herde weidet, dann können wir keine jammernden Hirten mit saurem Gesicht sein und auch nicht – was noch schlimmer ist – gelangweilte Hirten“, sagte er am Gründonnerstag in seiner Predigt zur traditionellen Chrisam-Messe im Petersdom. Es sei normal, dass Priester ab und zu erschöpft seien, auch er selbst sei manchmal müde, gab der Argentinier zu. Der 78-Jährige rief die Priester auf, „bis an die Grenzen der Erde, zu allen Peripherien“ zu gehen.

Anschließend weihte er die heiligen Salbungsöle, und die Priester erneuerten ihr Weihversprechen. Die Chrisam-Messe läutet traditionell die Osterfeierlichkeiten im Vatikan ein. Am Abend besuchte der Papst ein Gefängnis am Rande Roms, wo er zwölf Häftlingen die Füße wusch.

Overbeck fordert Miteinander

In seiner Karfreitagspredigt hat Münsters Bischof Felix Genn zum Gebet für die Opfer des Flugzeugabsturzes und ihre Angehörigen aufgerufen. Angesichts des Unglücks stelle sich für viele Menschen die Frage nach dem Warum der Tragödie, die jedoch ohne unmittelbare Antwort bleibe: „Das Ganze, was da geschehen ist, hat eine Abgründigkeit, die wir gar nicht ausloten können“, sagte Genn. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck ist in seiner Karfreitagspredigt für ein Miteinander der Religionen eingetreten. In einem Land, das immer mehr zu einem Einwanderungsland werde, sei es umso wichtiger, „eine inhaltsreiche Toleranz im Zusammenleben der Religionen zu fördern“, sagte der Bischof in Bottrop.

Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren musste das Bistum die Kreuzwegsprozession mit dem Bischof auf eine Halde in Bottrop absagen. Der Weg war vom vielen Regen zu aufgeweicht. Die Andacht wurde daher in die St.-Cyriakus-Kirche verlegt.