Franziskus: Krempelt die Ärmel auf

Rom..  Papst Franziskus hat 20 Bischöfe aus aller Welt zu neuen Kardinälen erhoben, darunter den Deutschen Karl-Josef Rauber. Der Argentinier rief die neuen Würdenträger dazu auf, „sich die Ärmel aufzukrempeln und nicht darin zu verharren, passiv das Leiden in der Welt zu beobachten“. An der feierlichen Zeremonie nahm auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. teil.

Viele der neuen Kardinäle stammen aus ärmeren Ländern in Afrika und Asien. Franziskus bleibt damit seiner Linie treu, an die Ränder der Kirche zu gehen. Die neuen Kardinäle stammen aus 18 verschiedenen Ländern, zum Beispiel von den Kapverdischen Inseln, aus Myanmar, Äthiopien und Tonga.

„In die Randgebiete der Existenzen“

„Der Weg der Kirche ist der, aus der eigenen Umzäunung herauszugehen, um in den Randgebieten der Existenz die Fernen aufzusuchen“, sagte der Papst gestern in seiner Predigt bei einer Messe mit den neuen Kardinälen. „Die rückhaltlose Verfügbarkeit im Dienst an den anderen ist unser Erkennungszeichen, ist unser einziger Ehrentitel!“ Einige große Namen ließ der Pontifex bei seiner Auswahl aus und machte stattdessen etwa Francesco Montenegro, den Erzbischof von Agrigent, zum Kardinal. In dessen Bistum liegt auch die Insel Lampedusa, Symbol für Flüchtlingselend im Mittelmeer, die Franziskus 2013 besucht hatte.

„Er geht an die Peripherie, er geht an die Grenzen und er ist ein Papst, der die Überraschungen liebt“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx. Franziskus setzte den neuen Kardinälen im Petersdom das scharlachrote Birett auf und übergab ihnen den Kardinalsring. Es war gleichzeitig einer der wenigen öffentlichen Auftritte des emeritierten Benedikts. Der 87-jährige Joseph Ratzinger wurde von Papst Franziskus und anderen Kardinälen herzlich begrüßt. Der ehemalige Vatikan-Diplomat Karl-Josef Rauber ist der zehnte deutsche Kardinal. Der 80-Jährige arbeitete in Ländern wie Uganda, Belgien und Ungarn als Päpstlicher Botschafter.