Frage nach Edathy-Telefonat macht Ex-BKA-Chef Ziercke nervös

Der Untersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre in Berlin.
Der Untersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre in Berlin.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Erneut fällt Sebastian Edathy durch einen Facebook-Post auf. Im Untersuchungsausschuss wurde der frühere BKA-Präsident Ziercke befragt.

Berlin.. Souverän und detailliert hat der frühere BKA-Präsident Jörg Ziercke als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Edathy-Affäre ausgesagt. Nur eine Frage machte den ehemaligen Chef des Bundeskriminalamtes am Donnerstag sichtlich nervös. Als ihn der Linke-Abgeordnete Frank Tempel bat, noch einmal den Inhalt eines Telefonats mit dem heutigen SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann zu schildern, weigerte sich Ziercke zunächst. Er verwies auf eine frühere Aussage zu dem Thema, die er 2014 im Innenausschuss gemacht hatte.

Oppermann hatte damals gesagt, Ziercke habe ihm am Telefon bestätigt, dass gegen Edathy wegen Kinderpornografie ermittelt werde. Von Ziercke, der nach eigenen Aussage nur auf dem Dienstweg das Bundesinnenministerium informiert hatte, wurde dies damals umgehend dementiert. Der Linke-Abgeordnete Konstantin von Notz hatte diesen Vorfall später mit den Worten zusammengefasst: "Zwei Männer schweigen sich an und beide wissen danach Bescheid."

Der Ausschuss will von Ziercke wissen, ob er unerlaubt Informationen über die Ermittlungen gegen den damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy weitergegeben hatte. Das behauptet Edathy, der sich wegen des Besitzes von Kinderpornos demnächst auch vor Gericht verantworten muss. Sollte sich der Vorwurf bestätigten, dann wäre das Geheimnisverrat.

Irritierender Facebook-Post

Edathy erschien am Donnerstag ebenfalls als Zeuge. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er kurz zuvor: "Die Unfähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, ist übrigens ein Kern-Problem des Lebens." (dpa)