Forscher streiten über Kosten der Zuwanderung

Berlin..  Das deutsche Sozialsystem zieht nach Ansicht von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn vor allem unqualifizierte Migranten an. Arbeitnehmer mit einer guten Berufsausbildung würden durch das hiesige System der Umverteilung dagegen eher abgeschreckt, sie bevorzugten daher Staaten wie die Schweiz, Luxemburg und Großbritannien, stellte Sinn in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fest.

Bilanz der Deutschen wäre negativ

Der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung widersprach zudem einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Diese hatte festgestellt, jeder in Deutschland lebende Ausländer zahle im Schnitt 3300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben, als er an staatlichen Transferleistungen erhalte. Rechne man bei Ausländern jedoch allgemeine Staatsausgaben wie Infrastruktur, Rechtssystem, Polizeikosten und Kosten für die öffentliche Verwaltung hinzu, dann läge die fiskalische Nettobilanz der Migranten bei minus 1450 Euro, so Sinn - inklusive Verteidigungsausgaben sogar bei minus 1800 Euro.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) beurteilt das anders. „Auch für den Staat rechnet sich die Zuwanderung fiskalisch und entlastet die öffentlichen Haushalte“, teilte das IW mit. Wenn – wie bei Sinn – alle öffentlichen Ausgaben auf die einzelnen Bürger umgelegt würden, wäre auch die Bilanz bei deutschen Bürgern negativ.