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Flughäfen Dortmund und Weeze fühlen sich benachteiligt

23.02.2016 | 05:00 Uhr
Flughäfen Dortmund und Weeze fühlen sich benachteiligt
Ryanair-Flugzeug auf dem Airport Weeze Niederrhein.Foto: Thorsten Lindekamp

Dortmund/Düsseldorf.   Airports Dortmund und Weeze werfen der Landesregierung Benachteiligung vor. Trotz hoher Fluggastzahlen sind sie in der NRW-Planung nur „zweitklassig“.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) und der Dortmunder Flughafen-Chef Udo Mager (ebenfalls SPD) reden derzeit aneinander vorbei, wenn es um die Airports im Lande geht. Neulich, bei einer Ruhrgebietskonferenz in Gelsenkirchen, forderte Mager den Minister geradezu heraus: Der Airport Dortmund, wetterte Mager, werde durch den neuen Landesentwicklungsplan (LEP), der noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll, in seiner „bedarfsgerechten Entwicklung“ behindert. Der Entwurf zum LEP sieht Dortmund nämlich nur als „regional bedeutsamen“ Flughafen vor. Er soll sich lediglich „im Einklang“ mit den landesbedeutsamen Flughäfen entwickeln dürfen. Münster/Osnabrück, das halb so viele Passagiere zählt wie Dortmund, gilt hingegen als „landesbedeutsam“ Mager ärgert das. „Dortmund hat den einzigen internationalen Verkehrsflughafen des Reviers“, rief er.

Minister Duin wies in seiner dürren Antwort an Mager darauf hin, dass der Entwurf zum LEP in der Frage der Flughäfen schon leicht überarbeitet worden sei. Vor allem aber unterstrich er die herausragende Bedeutung des größten Flughafens im Land: Düsseldorf. „Man kann nicht in China für NRW werben und dabei den Flughafen Düsseldorf nicht erwähnen.“

Das Land weiß genau, dass die im LEP angedachte „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ bei den Flughäfen nicht unbedingt die heutigen betrieblichen Realitäten abbildet. Die Einstufung in „landesbedeutsam“ und „regional bedeutsam“ geht auf Daten zurück, die zum Teil Jahrzehnte alt sind, bestätigte das NRW-Verkehrsministerium dieser Zeitung. Sie stammten aus einer Zeit, in der Dortmund 150 000 Passagiere im Jahr hatte und nicht, wie heute, fast zwei Millionen. Dennoch hält die Landesregierung an der Kategorisierung fest.

Luftverkehrskonzept des Bundes hat Vorrang

„Die Bundesregierung erarbeitet derzeit das Luftverkehrskonzept des Bundes. Erst nachdem dem NRW-Verkehrsministerium dieses bundesweite Konzept vorliegt, kann das Luftverkehrskonzept des Landes an die heutigen Verhältnisse angepasst werden“, sagte ein Sprecher von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD).

Bis zu einer Überarbeitung der Landesplanung können also noch Jahre vergehen. Zeit, die einige Flughäfen in NRW aber nicht haben. Denn die Europäische Union verpflichtet sie dazu, bis zum Jahr 2024 ohne Subventionen auszukommen. Für Dortmund ist das bedrohlich. Dieser Flughafen machte zuletzt ein Minus von 17,4 Millionen Euro. Münster/Osnabrück hatte ein Defizit von 12,9 Millionen Euro. Niederrhein/Weeze hingegen ist ein nicht subventioniertes, privates Unternehmen. Ergebnis: zuletzt eine Million Euro Gewinn. Weezes Schicksal ist allerdings eng verknüpft mit dem dortigen „Platzhirschen“ Ryanair.

Alle Schiffs-Häfen gleich bedeutsam

Udo Mager will alle Freiheiten haben, um sich dem Markt anpassen zu können. „Dortmund hat den drittgrößten Flughafen in NRW. Wir wollen 2016 die Zwei-Millionen-Passagiere-Grenze überschreiten. Wir spielen in der ersten Liga. Dortmund hat die stärksten Wachstumsraten. Wir haben Kapazitäten für 3,5 Millionen Passagiere“, sagte Mager dieser Zeitung. Die Führung des Dortmunder Flughafens versucht weiter gegen den Widerstand von Anwohnern aus Dortmund und Unna die Betriebszeiten auszuweiten und die Genehmigung für eine längere Startbahn zu bekommen. Dortmund ist mit Wizzair gut im Geschäft, die Ziele in Osteuropa anfliegt. Derzeit, so Mager, verhandele man mit Turkish Airlines über eine Verbindung nach Istanbul.

Sein Kollege Ludger van Bebber, Geschäftsführer in Weeze, findet es „absurd“, dass der erfolgreiche Airport Niederrhein in die zweite Kategorie eingeordnet werden soll und Münster/Osnabrück in die erste. „Die haben nicht mal die Hälfte unserer Passagiere und nur ein Viertel der Anbindungen.“ Der Kreis Kleve sieht das genauso. In den Plänen des Landes wittert van Bebber „eine politische Entscheidung“. Bei den Schiffshäfen, so van Bebber, verfolge NRW andere Ziele: „Selbst kleinste Häfen wie Rheinberg sind als landesbedeutsam eingestuft worden. Es gibt hierzulande also unterschiedliche Wahrheiten für Luft und Wasser.“

Matthias Korfmann

Kommentare
23.02.2016
20:25
Flughäfen Dortmund und Weeze fühlen sich benachteiligt
von mith | #8

Wirklich landesbedeutsam sind nur die beiden rheinischen Flughäfen in Düsseldorf und Köln - auch wenn es die Betreiber der anderen Landeplätze nicht...
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2016-02-23 05:00
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