Flüchtlingszahlen werden nach Rekord-Halbjahr weiter steigen

Ein Rettungseinsätz der Bundeswehr auf dem Mittelmeer.  Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks geht die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge zurück.
Ein Rettungseinsätz der Bundeswehr auf dem Mittelmeer. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks geht die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge zurück.
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Der Strom von Flüchtlingen übers Mittelmeer wird laut UN weiter zunehmen. Die meisten Menschen landen nicht mehr in Italien, sondern in Griechenland.

Genf.. Die Zahl der Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa kommen, wird nach UN-Einschätzung in den nächsten Monaten weiter steigen. Erfahrungen zeigten, dass in der zweiten Jahreshälfte teils doppelt so viele Menschen ankämen wie im ersten Halbjahr, sagte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres am Mittwoch in Genf.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) wurde im ersten Halbjahr bereits die Rekordzahl von 137.000 Flüchtlingen und Zuwanderern verzeichnet, die mit Booten in Italien oder Griechenland ankamen. Griechenland hat laut UN inzwischen Italien als erstes Ziel auf europäischem Boden abgelöst.

Zuletzt sei dank des verstärkten Einsatzes von Rettern die Zahl der Ertrunkenen und Vermissten deutlich zurückgegangen. Im ersten Halbjahr waren 1867 bei der Überfahrt ums Leben gekommen, davon 80 im Mai und Juni.

Jeder dritte Flüchtling kommt aus Syrien

"Der Rückgang bei den Ertrunkenen in den beiden vergangenen Monaten ist ermutigend", sagte Guterres. Es zeige, dass es durch die richtige Politik und einen wirksamen Einsatz auf See möglich sei, Leben zu retten. Allerdings gelte es wachsam zu bleiben. Die Überfahrt bleibe ein hohes Risiko für die Flüchtlinge.

Jeder dritte Flüchtling stammte aus Syrien, sehr viele Menschen kamen außerdem aus Afghanistan und Eritrea. Die meisten von ihnen seien wegen Kriegs, Konflikten und Verfolgung geflohen, hieß es. "Angesichts der Debatten in Europa über den besten Umgang mit dieser zunehmenden Krise muss klar sein: Die meisten Menschen, die übers Meer in Europa ankommen, sind Flüchtlinge, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen", sagte Guterres. (dpa)

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