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Flüchtlingswelle im Mittelmeer schwillt an

28.08.2008 | 21:46 Uhr

Rom. Auf der Suche nach den 70 vor Malta verunglückten Bootsflüchtlingen sind im Mittelmeer drei Leichen gefunden worden.

Maltesische Küstenpatrouillen suchten demnach das Gebiet rund 70 Kilometer südlich des Inselstaats ab, in dem am Vortag Fischer acht Flüchtlinge gerettet hatten, die sich an ein leck geschlagenes Schlauchboot klammerten. Nach Angaben der geretteten Flüchtlinge waren insgesamt 78 Flüchtlinge am Donnerstag vergangener Woche aus Libyen nach Europa aufgebrochen.

Das UN-Flüchtlingswerk hob die Tragweite des Unglücks hervor. Wenn die 70 vermissten Flüchtlinge ums Leben gekommen seien, "wäre das eine Tragödie, die in der Zahl der Todesopfer vergleichbar mit einer Flugzeugkatastrophe ist", sagte die UNHCR-Sprecherin in Italien, Lauro Boldrini. Sie forderte, die Suche nach den Flüchtlingen fortzusetzen, "um zumindest ihre Leichen an ihre Familien zu übergeben".

Allein im Juni sind nach Zählung unabhängiger Organisationen 185 Menschen bei dem Versuch gestorben, in die EU zu gelangen. 173 Flüchtlinge starben demnach zwischen Afrika und Europa in der Straße von Sizilien. Auch im Juli seien Einwanderer auf dem Weg in die EU ums Leben gekommen, teilte die Plattform für die Internationale Zusammenarbeit zu Migranten ohne gültige Papiere (PICUM) gestern in Brüssel mit.

Nach Angaben des Jesuitischen Flüchtlingsdienstes in Malta kamen in diesem Jahr bis vergangene Woche 1801 Einwanderer auf der Mittelmeerinsel an. Die meisten stammten aus Somalia und Eritrea, viele kämen dieses Jahr aber auch aus Westafrika.

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