Flüchtlingsaktivisten verzichten auf "Bestattung" bei Merkel

Künstler Philipp Ruch im Zwiegespräch mit der Polizei - hier bei einer früheren Aktion.
Künstler Philipp Ruch im Zwiegespräch mit der Polizei - hier bei einer früheren Aktion.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Künstlergruppe wollte mit symbolischer Bestattung vor dem Kanzleramt auf Mittelmeer-Flüchtlinge hinweisen. Doch die Polizei untersagte die Aktion.

Berlin.. Aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik haben in Berlin Tausende Menschen an einer symbolischen Bestattungsaktion vor dem Reichstagsgebäude teilgenommen. Die Polizei zählte am Sonntag rund 5000 Demonstranten, die mit Särgen durch Berlin-Mitte liefen. Sie rissen einen Bauzaun nieder und gruben Löcher in den Rasen vor dem Sitz des Bundestags. Auf Kreuzen standen Slogans wie "EU kills" oder "Grenzen töten".

Der Veranstalter, die für Inszenierungen bekannte Künstlergruppe "Zentrum für Politische Schönheit", hatte dieser Tage in Berlin tote Flüchtlinge bestattet. Am Sonntag wollten die Aktivisten eigentlich bei einer symbolischen Bestattungsaktion in Berlin mit einem Bagger vors Kanzleramt ziehen. Das untersagte ihnen nach eigenen Angaben allerdings die Polizei.

Würdige Bestattung von unbekannten Einwanderern

Die für umstrittene Inszenierungen bekannte Gruppe wollte auf dem Vorplatz des Kanzleramtes einen Friedhof für Flüchtlinge errichten - "die Opfer der militärischen Abriegelung Europas". Am vergangenen Dienstag hatten die Aktivisten aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik bereits eine im Mittelmeer ertrunkene Syrerin in Berlin bestattet.

In dem bei Facebook veröffentlichten Schreiben zu der Aktion am Sonntag hieß es, das Mitführen von Leichen werde untersagt. Särge oder "sargähnliche Behältnisse" müssten vorher überprüft werden. "Wie es verboten sein soll, vor dem Kanzleramt einen Sarg mitzuführen, bleibt uns schleierhaft", schreibt die Künstlergruppe. Die Berliner Polizei äußerte sich zu den Auflagen nicht und verwies auf den Veranstalter der Demonstration. (dpa)